Wenig Licht - viel Schatten

Bei den Falken hapert es in vielen Bereichen

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Ausgerutscht - das sind die Falken zuletztz häufiger. Jetzt müssen sie schnell wieder in die Spur finden.
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Die vergangenen beiden Spiele zeigen einen klaren Abwärtstrend.

Viel Zeit bleibt dem DEL2-Verein Heilbronner Falken nicht, die Wunden nach der 3:6-Niederlage am Dienstag bei den Bayreuth Tigers zu lecken. Schon morgen geht es - erneut auswärts - bei den Eispiraten Crimmitschau weiter. Sollten die Heilbronner Kufencracks dort eine ähnliche Leistung wie bei den Franken abliefern, dann wird es wieder eine punktlose Heimfahrt.

Großes Tohuwobohu vor Leon Frensel. Der Goalie erwischte in Nauheim und Bayreuth Tage zum Vergessen.

In der Partie bei den Wagnerstädtern offenbarten die Heilbronner Falken eklatante Schwächen in allen Mannschaftsteilen. Umso bitterer, denn die Unterländer waren keinesfalls chancenlos, allerdings machte - vor allem im ersten Drittel - der Torhüter den Unterschied. Während Leon Frensel im Heilbronner Kasten eiskalt erwischt und im Anschluss immer unsicherer wurde, entschärfte sein Gegenüber Brett Jaeger selbst hochkarätigste Möglichkeiten.

Heilbronner Falken mit wackliger Defensive

Das Fiasko einzig und allein am Torhüter festzumachen, ist allerdings auch nicht gerechtfertigt. Gerade im Defensivbereich offenbarten die Falken ebenfalls große Defizite. Es kann immer mal passieren, dass ein Keeper eine Scheibe nicht festhält. Da sollten dann seine Verteidiger aufmerksam sein und eventuelle Abpraller abräumen.

Brock Maschmeyer (links) und Marcus Götz haben im Abwehrbereich gerade mehr zu tun als ihnen lieb ist.

Das passierte in Bayreuth fast nie. Die Tigers-Treffer zwei und drei fielen  nach mehrfachen Rebounds. Die Hausherren reagierten einfach viel schneller, wirkten geistig und körperlich frischer. Zudem standen sie kompakter, zeigten das aggressive Forechecking, durch das sich ansonsten die Falken auszeichnen. Auch das Umschaltspiel von Abwehr auf Angriff klappte bei den Franken viel schneller. 15 Tore haben die Falken in den vergangenen beiden Spielen kassiert: Das ist indiskutabel.

Special-Teams versagen

Ein weiteres Problem sind die sogenannten Special-Teams. Also die Mannschaft, die auf dem Eis steht, wenn es Über- oder Unterzahl gibt. Im Penalty-Killing - dem Spiel mit mindestens einem Mann weniger - haben sich die Falken schon die ganze Saison nicht mit Ruhm bekleckert. Sowohl beim EC Bad Nauheim als auch den Bayreuth Tigers hatten die Falken dreimal Unterzahl. Und kassierten dabei jeweils zwei Tore. Eine Penalty-Killing-Quote von lediglich 33 Prozent! Zum Vergleich: Die Lausitzer Füchse, die derzeit das beste Unterzahlteam der Liga stellen, haben eine Quote von 85,6 Prozent.

Einer der wenigen Lichtblicke im Falken-Team: Greg Gibson spielt derzeit in überragender Verfassung.

Noch krasser wird es beim Powerplay. Dort stellten die Falken zu Saisonbeginn das beste Special-Team der DEL2. Mit 21,3 Prozent sind sie zwar jetzt immer noch unter den Top-Sechs, doch die Tendenz ist stark fallend. Ideen- und bewegungslos präsentierte sich die Mannschaft zuletzt bei numerischer Überlegenheit.

Und sie ist extrem anfällig für Shorthander - Gegentore bei Überzahl - geworden. Zehn Treffer haben die Falken bereits in dieser Saison kassiert. Auch das ist unrühmlicher DEL2-Spitzenwert. Durch teilweises riskantes oder schlampiges Passspiel sind Konterchancen im Moment eher die Regel denn die Ausnahme.

Die Bilder der Partie Falken gegen Freiburg

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