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Erstes Falken-Testspiel: Gute Ansätze, aber noch Verbesserungspotenzial

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Die Heilbronner Falken zeigten im ersten Testspiel eine ansprechende Leistung, haben aber noch viel Luft nach oben.
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Teilweise haben die Spieler das neue System schon gut umgesetzt, allerdings ist der Trainer nicht mit dem Penalty-Killing zufrieden.

1:6! Eigentlich eine deutliche Niederlage, die die Heilbronner Falken beim ersten Testspiel am Samstag beim EHC Olten kassierten. Aber das Ergebnis täuscht. "Läuferisch haben wir uns auf Augenhöhe mit den Eidgenossen bewegt, im zweiten Drittel waren wir die aktivere und spielbestimmende Mannschaft", erklärt Falken-Coach Alexander Mellitzer.

Diese Einschätzung bestätigen auch Fans, die der Partie beiwohnten, doch denen ist auch eines aufgefallen: Die Heilbronner Falken kassierten Strafzeiten. Keine bösen Fouls, sondern häufig der Übermotivation geschuldet. Das nutzten die Oltener gnadenlos aus, markierten die frühe Führung.

Coach der Heilbronner Falken lobt sein Team in Teilbereichen

Das war auch Mellitzer aufgefallen: "Wir wollten aggressiv spielen, wie wir auch zukünftig auswärts antreten wollen. Beim Penalty-Killing haben wir ein gutes Forechecking betrieben und auch das Pressing in der neutralen Zone hat gepasst - nur in der eigenen Defensiv-Zone waren wir nicht eng genug am Gegner." Außerdem ließen sie einige Chancen liegen, lediglich Dylan Wruck war als Torschütze erfolgreich.

Auch Tim Miller saß gleich zu Beginn auf die Strafbank. Die doppelte Überzahl nutze Olten zur Führung.

Aber er fand auch lobende Worte für seine Mannschaft: "Die Jungs haben den Gameplan schon gut umgesetzt und auch viel von dem im Training Erlernten richtig angewendet. Man darf nicht vergessen, wir stehen erst seit einer Woche auf dem Eis und mussten auf zwei ganz wichtige Spieler verzichten.

Heilbronner Falken ohne Nikiforuk und Gibson

Damit spielte er auf Alexander Nikiforuk und Greg Gibson an. Nikiforuk hatte sich ja im ersten Training an der Oberschenkelmuskulatur verletzt. Nichts Dramatisches, aber ein paar Tage wird er noch Ruhe benötigen, um den Muskelfaser-Anriss im hinteren Oberschenkel zu auszukurieren.

Kurz vor Ende nahm Falken-Coach Alexander Mellitzer eine Auszeit.

Hinter Gibson steht allerdings ein größeres Fragezeichen. Wie die Falken jetzt bekanntgaben, laboriert der immer noch an den Spätfolgen einer Gehirnerschütterung, die er sich in den Pre-Playoffs gegen die Dresdner Eislöwen zugezogen hatte.

Falke Gibson auf den Spuren von Weltstar Crosby

Der Kanadier hat zwar im Sommer hart und gut trainiert, aber einige Symptome traten immer wieder auf. Jetzt hatte Gibson die Chance auf eine Spezial-Therapie bei einer Ärztin, die einst auch NHL-Superstar Sidney Crosby wieder nach so einer Verletzung zurück aufs Eis brachte. Deshalb haben die Falken Gibson auch keine Steine in den Weg gelegt, sondern grünes Licht für die Behandlung gegeben.

Das ist sicherlich zum einen eine Wertschätzung seiner gezeigten Leistung, zum anderen sieht man daran, wie ernst es die Heilbronner Falken mit ihrer Sorgfaltspflicht als Arbeitgeber nehmen. Es bleibt nur zu hoffen, dass all diese Maßnahmen dazu beitragen, dass Gibson wieder komplett gesund wird. Denn seine Goalgetter-Qualitäten wurden gegen Olten schmerzlich vermisst.

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