Vor dem Derby

Falken gegen Steelers - ein Duell mit umgekehrten Vorzeichen

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Im ersten Heimspiel-Derby waren die Falken - hier mit Yannik Valenti - meist immer einen Schritt schneller als die Steelers. 
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Die Unterländer könnten das Zünglein an der Waage spielen und die Ellentaler sogar auf einen Playdown-Platz schießen. 

Jahrelang gab es eigentlich nur eine Frage: Wie hoch gewinnen die Bietigheim Steelers das DEL2-Derby gegen die Heilbronner Falken dieses Mal? Erfolge der Ellentaler bildeten die Regel, wenn die Falken mal triumphierten, wurde das von den Fans fast schon wie eine Meisterschaft gefeiert. 

Doch in der vergangenen Saison wendete sich das Blatt, die Dominanz der Steelers war dahin, die Heilbronner Falken machten dem Nachbarn das Leben schwer und konnten, abgesehen von einer Partie in Bietigheim, die Ergebnisse eng gestalten. Die Unterländer hatten sich vom Kanonenfutter zu einem ernstzunehmenden Rivalen entwickelt.

Falken-Gegner kommt nicht in Tritt

Ein Prozess, der sich auch in dieser Saison fortsetzt. Wenn am Sonntag um 17 Uhr in der Kolbenschmidt-Arena das Eröffnungsbully gespielt wird, geht es für die ehemals erfolgsverwöhnten Gäste fast schon darum, eine völlig verkorkste Spielzeit mit einem halbwegs blauen Auge zu überstehen. Denn die Steelers kommen heuer überhaupt nicht in Tritt, stehen derzeit auf dem letzten Pre-Playoff-Platz und könnten durch eine Niederlage bei den Heilbronner Falken und entsprechenden Ergebnissen der Konkurrenz auf einen Playdown-Platz zurückfallen.

Falken-Kapitän Derek Damon zeigte sich im Derby in glänzender Verfassung, erzielte in Bietigheim drei Tore. 

Selbst ein Trainerwechsel - Marc St. Jean beerbte Hugo Boisvert - brachte nicht den erhofften Effekt. Stets stellte Bietigheim eine der besten Abwehren der Liga und zeitgleich den wohl torgefährlichsten Angriff - alles Schnee von gestern. Heute haben sie den drittschlechtesten Angriff und bei den Gegentoren liegen sie gerade so im Mittelfeld der DEL2. Symptomatisch für den Niedergang der Steelers: Matt McKnight. Jahrelang Topscorer der DEL2 und auch Spieler der Saison, hat gerade einmal 38 Punkte in 36 Spielen erzielt. Zum Vergleich: Falken-Topscorer Dylan Wruck steht derzeit bei 64 Punkten

Heilbronner Falken sind der Derby-Favorit

Die Hoffnung vieler Steelers-Fans: Das Team reißt mit einem Sieg im Derby das Ruder rum und schifft dadurch in ruhigeres Gewässer. Das kennen die Fans der Heilbronner Falken nur zu gut. Häufig hofften sie in der Vergangenheit auf diesen einen Befreiungsschlag - doch der stellte sich nur selten ein. 

Die Heilbronner Falken sind im Derby klarer Favorit. Jetzt müssen sie zeigen, dass sie mit so einer Rolle auch umgehen können. Die Duelle der bisherigen Saison konnten sie klar zu ihren Gunsten entscheiden - doch auf die leichte Schulter dürfen sie den Gegner am Sonntag nicht nehmen. Denn nach wie vor gilt: Ein Sieg im Derby kann vieles Verpatztes vergessen machen und bedeutet Balsam auf die geschundene Seele. Doch bereits vor dem Spiel kommt es in Heilbronn zu unschönen Szenen.

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