Geht doch

Neun Mal Balsam auf die geschundene Falken-Seele

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Endlich können die Falken wieder jubeln. Gegen Deggendorf rehabilitieren sie sich für die zuletzt schwachen Auftritte.
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Irgendwie klappt gegen Deggendorf alles und das Powerplay ist überragend.

Endlich wieder ein Heimspiel. Nach der Auswärts-Tournee mit drei Niederlagen in Folge, haben die Heilbronner Falken heute Abend in der DEL2-Partie gegen den Deggendorfer SC die Möglichkeit, wieder zurück in die Erfolgsspur zu finden. Die Bayern sind aktuell  Tabellenletzter. Aber die Unterländer sollten gewarnt sein: Die ersten beiden Spiele haben sie gegen den Aufsteiger verloren. 

Justin Kirsch spielt gegen Deggendorf in der ersten Reihe. Dort soll er wieder zu seiner Torgefährlichkeit zurückfinden.

Gegen die Niederbayern hat Falken-Trainer Alexander Mellitzer sein Team erneut auf einigen Positionen verändert. Vom Kooperationspartner Adler Mannheim kommt Verteidiger Janik Möser. Dafür rückt Defender Jan Pavlu in den dritten Sturm. Im ersten Block nimmt Justin Kirsch die Stelle von Brad Ross ein, der gesperrt ist. Nachwirkungen seiner wirklich dummen Spieldauerstrafe, die er sich am Freitag in Crimmitschau 40 Sekunden vor Schluss eingefangen hat. Die Umstellungen machen sich bezahlt. Die Falken gewinnen mit 9:1.

Heilbronner Falken im Eiltempo

Die schlechten Leistungen in den vergangenen Spielen machen sich bemerkbar. Es herrscht verdammt viel Platz auf den Zuschauerrängen in der Kolbenschmidt-Arena. "Handeln? Jetzt!" steht auf einem Banner, das die Fans in die Höhe halten. Die Hausherren zeigen sich davon unbeeindruckt. Greg Gibson bekommt die Scheibe, zieht zur Mitte, lässt den Hammer los, 1:0! Gespielt sind gerade einmal 40 Sekunden. Eine frühe Führung hatten die Falken schon des Öfteren, in der Regel wurden sie im Anschluss dann etwas unaufmerksamer. Aber nicht heute. Markus Eberhardt wandert hinters Tor, bedient Roope Ranta, der sieht Patrick Kurz, Direktabnahme, Tooor! Gespielt sind 241 Sekunden.

Patrick Kurz (rechts) erzielt das 2:0.

Damit ist der Arbeitstag von Gäste-Goalie Cody Brenner beendet. Doch auch mit seinem Ersatz Jason Bacashihua kennen die Hausherren keine Gnade. Powerplay, Schuss von Alex Lambacher, Samuel Soramies fälscht ab, 3:0. Eishockey kann so einfach sein. Nächstes Powerplay, Justin Kirsch legt auf Brock Maschmeyer ab, der den Hammer auspackt, 4:0. Gespielt sind knapp elf Minuten. Die Unterländer jetzt wie im Rausch. Blitzschnell wird das Eis überbrückt und jede Chance zum Schuss wahrgenommen. So auch in der 19. Minute, Pavlu zieht ab, Lambacher steht genau richtig für den Rebound. 5:0. Was ist denn heute mit den Falken los?

Heilbronner Falken lassen nicht nach

Wird der Rest der Partie jetzt Schaulaufen? Mitnichten. Kaum ist der Puck wieder im Spiel, übernehmen die Gastgeber das Kommando. Wie ernst sie weiterhin die Partie nehmen, zeigt die 25. Minute. Soramies wird zweimal böse von hinten in die Bande gecheckt. Eberhardt ist zur Stelle und liefert sich einen Faustkampf mit Alex Roach, den er klar gewinnt. Beide bekommen für den Fight 14 Minuten aufgebrummt, Roach gar noch weitere vier Minuten für die zwei Fouls zuvor. Also, Powerplay Heilbronn. Da war doch was? Kirsch bekommt die Scheibe - und zielt zu genau, die Latte verhindert das 6:0. Aber Kirsch bekommt Sekunden später die zweite Möglichkeit, und mit Urgewalt knallt er den Puck in die Maschen.

Kevin Lavallée erzielt den Treffer zum 7:0 und beendet seine Torflaute.

Die Heilbronner Falken laufen jetzt richtig heiß. Eine schnelle Kombination von hinten über Möser und Pavlu schließt Kevin Lavallée mit einem Solo zum 7:0 ab. Ein Makel dann in der 30. Minute. Ein Schuss der Gäste wird von einem Falken-Verteidiger ins eigene Tor abgelenkt. 7:1. Kommt jetzt das große Wackeln? Von wegen, die Hausherren kennen weiterhin nur ein Ziel: das Gästetor. Bacashihua steht unter Dauerbeschuss, lässt aber bis zur Pause keinen weiteren Treffer zu.

Heilbronner Falken kennen kein Erbarmen

Den letzten Durchgang lassen die Unterländer etwas gemächlicher angehen. Allerdings nur, was das Spiel nach vorne anbelangt. Hinten sind sie weiterhin hellwach, lassen wirklich gar nichts anbrennen. Und die Gäste ziehen weiter Strafen. Die erste überstehen sie noch unbeschadet, doch die nächste nutzt Lambacher mit seinem zweiten Treffer zum 8:1.

Kurz darauf wieder Strafzeit gegen die Gäste. Und auch Kirsch will sich mit einem Treffer nicht zufrieden geben. Er stoppt einen Befreiungsschlag an der blauen Linie, umspielt einen Deggendorfer und trifft in unnachahmlicher Manier zum 9:1. Die Zuschauer fordern: "Einer muss jetzt rein!" Sie wollen das zweistellige Ergebnis. Das klappt zwar nicht, trotzdem skandieren die Fans: "Oh, wie ist das schön!"

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