Gutes Spielverständnis

Diese Falken-Reihe wurde zum Matchwinner gegen die Tölzer Löwen

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Louis Brune konnte gleich in seinem ersten Punktspiel für die Falken einen Treffer erzielen.
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Ein Trio, das so noch nie zusammen gespielt hat, sorgt für viel Bewegung auf dem Eis.

Nein, es war wirklich kein Eishockey-Leckerbissen, den die 2.100 Zuschauer in der Kolbenschmidt-Arena beim DEL2-Spiel der Heilbronner Falken gegen die Tölzer Löwen vorgesetzt bekamen. Dafür ging es bei beiden Mannschaften um zu viel. Die Gäste wollten keinesfalls von der Unterländer Offensiv-Abteilung überrollt werden und machten die Schotten dicht, die Hausherren selbst waren nach der Niederlage in Deggendorf merklich verunsichert.

Aber dafür war die Partie umso spannender. Die Heilbronner Falken hätten den Sack eigentlich im zweiten Drittel zumachen müssen, doch Andreas Mechel im Tor der Oberländer wuchs förmlich über sich hinaus. Und mit jeder hochkarätigen Chance, die die Gastgeber ungenutzt ließen, wurde die Befürchtung der Falken-Fans, dass sie irgendwann in einen Löwen-Konter laufen und das Spiel dann weg ist, größer.

Der vierte Block der Heilbronner Falken setzte Akzente

Kurz zusammengefasst, konnten die Heilbronner Sturmreihen nicht an die Leistung der Vorwochen anknüpfen. Es gab Fehlpässe, technische Unzulänglichkeiten und beim Abschluss wurde so manches Mal die Verantwortung gerne an den Nebenmann weitergegeben. Auch das Powerplay - zuletzt eine der ganz großen Stützen im Heilbronner Spiel - konnte keine Akzente setzen.

Louis Brune (Mitte) wird für seinen Treffer gefeiert.

So riss letztendlich ein Block die Kohlen aus dem Feuer, dessen Einsatz bis zum Spieltag gar nicht gewiss war: die nominell vierte Reihe. Mit Louis Brune, der zuvor wochenlang für die Adler an der Scheibe war und für die Falken bisher lediglich zwei Vorbereitungsspiele bestritten hatte. Mit Alexander Lambacher, den eine hartnäckige Sehnenreizung monatelang außer Gefecht gesetzt hatte und der erst diese Woche wieder den Trainingsbetrieb aufgenommen hatte und dem 18-jährigen Valentino Klos, der eigentlich normalerweise im DNL-Team der Jungadler an der Scheibe ist.

Ein Glückstreffer der Heilbronner Falken

Brune erzielte den so immens wichtigen Treffer zum 1:1 in der elften Minute. Eine typische Szene. Aus der Abwehr kam ein langer Pass, der 18-Jährige trug die Scheibe ins Angriffsdrittel. Da seine Teamkameraden das zum Wechsel nutzten, hatte er keine Anspielstation. Also, was machen? Wie so oft zuvor passiert die Scheibe in die Ecke spielen und auch wechseln? Nein, der Youngster zog aus vollem Lauf ab. Mit Erfolg. Von der Schulter des Keepers prallte der Puck nach oben und fiel im Bogen über den Goalie und die Torlinie. Natürlich war etwas Glück dabei, aber hier bewahrheitet sich eine alte Weisheit: Je häufiger der Puck zum Tor kommt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er irgendwann auch mal reingeht.

Alex Lambacher hat gut Lachen. Seine Punktspiel-Premiere ist geglückt.

Lambacher merkte man seine lange Verletzungspause überhaupt nicht an. Er setzte Checks, suchte jeden Zweikampf, und auch die abrupten Richtungswechsel, die das Knie enorm belasten, machten ihm anscheinend nichts aus. "Er machte einen guten Job", sagte Falken-Trainer Alexander Mellitzer nach der Partie. "Ob das Knie intakt ist, weiß ich nicht. Ich habe zwar gute Augen, aber keinen Röntgenblick." Und Klos machte das, was ihn seit geraumer Zeit bei den Falken auszeichnet: verbissen um jede Scheibe kämpfen, körperliche Härte ins Spiel setzen und laufen, laufen, laufen,...

Die Falken-Stürmer können mehr regenerieren

Und der vierte Block hatte noch einen Nebeneffekt. Da er im regelmäßigen Rhythmus auf dem Eis stand, hatten die zuletzt so überragenden anderen Stürmer mehr Zeit zur Regeneration. Denn wochenlag konnten die nur mit drei Reihen spielen. Das geht natürlich irgendwann an die Substanz, zumal ja jetzt jeden zweiten Tag ein Spiel stattfindet.

Valentino Klos sorgte für viel Bewegung im Spiel.

Das hatte sich im Spiel gegen Tölz noch nicht bemerkbar gemacht, könnte aber bereits morgen in der Partie bei den Löwen Frankfurt das Zünglein an der Waage spielen. Denn es ist nicht anzunehmen, dasss gerade die Heilbronner Topreihe um Derek Damon, Roope Ranta und Greg Gibson, die gegen Tölz nicht in Erscheinung trat, das auch zukünftig so handhaben möchte.

Die Bilder der Partie Heilbronner Falken gegen Tölzer Löwen

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