Frankfurt im Stile einer Spitzenmannschaft

Löwen zeigen Falken ihre Grenzen auf

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Ein Bild mit Symbolcharakter: Die Falken liegen am Boden. Keeper Florian Mnich war kein Vorwurf zu machen - seinen Vorderleuten schon.
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Zwei Drittel lang sind die Hessen den Unterländern überlegen.

Was für eine Stimmung. Die Kolbenschmidt-Arena ist beim DEL2-Spiel der Heilbronner Falken gegen die Löwen Frankfurt prallgefüllt. Mehr als 600 Hessen-Fans sind mit Sonderzug, Bus und Auto angereist, um ihr Team zu unterstützen. Denn ihr Team kann heute - ein Sieg in Heilbronn und Niederlagen der Konkurrenz vorausgesetzt - die Tabellenspitze erklimmen.

Personell können die Gäste aus dem Vollen schöpfen. Vier Sturm- und Verteidigungsreihen stehen zur Verfügung. Ganz andere Verhältnisse herrschen bei den Falken. Die haben nur sieben Defender und zehn Stürmer. Falken-Coach Alexander Mellitzer - nach seiner Erkältung wieder hinter der Bande - hat auf die schwache Sturmleistung seines Teams am Freitag in Bad Tölzreagiert. Roope Ranta und Greg Gibson tauschen ihre Plätze in den Reihen. Eine Umstellung, die sich nicht bezahlt macht. Die Unterländer verlieren mit 3:6.  

Heilbronner Falken manchmal zu langsam

Die Partie startet ohne großes Abtasten, ziemlich schnell übernehmen die Hessen das Kommando. Trotzdem sind die Falken nicht chancenlos. In den ersten Minuten haben die Gäste hinten ein paar Abstimmungsschwierigkeiten, die Unterländer kommen unverhofft hinter dem Tor in Scheibenbesitz, machen aber zu wenig daraus. Die Spielanlage der Gäste hingegen meisterlich. Vor allem das Umschaltspiel von Abwehr auf Angriff geschieht in Windeseile.

Tim Bernhardt (links) im Zweikampf mit Lukas Koziol.

So auch beim Löwen-Führungstreffer. In Unterzahl sind die Falken zu weit aufgerückt, dann der überfallartige Konter, ein gezielter Schuss, flach ins lange Eck, Florian Mnich kann noch parieren, aber beim Nachschuss ist er machtlos. Dieser Treffer gibt den Gäste Auftrieb. Ihre Aktionen jetzt noch zwingender. In der Abwehr lassen sie den Heilbronner Falken viel Platz auf den Außenbahnen, in der gefährlichen Zone gibt es aber überhaupt kein Durchkommen. Kurz vor der Pause das 0:2. Wieder geht es ganz schnell - zu schnell für manchen Falken, und Matthew Pistilli lässt sich als Goalgetter die Chance nicht entgehen. Wenn die Gastgeber hier noch etwas reißen wollen, dann müssen sie mehr Schüsse aufs Tor bringen und auf Rebounds lauern.

Heilbronner Falken mit schlechtem Abwehrverhalten

Zum zweiten Drittel verändert Mellitzer seine Reihen. Die Konstellation des ersten Abschnitts hatte einfach null Chancen generiert. Gibson nimmt den Platz von Justin Kirsch im ersten Block ein. Allerdings ohne große Wirkung. Nach wie vor geben die Hessen den Takt an. Und die Falken unterstützen sie dabei. Ein schlechter Wechsel, wieder antizipieren die Gäste das viel schneller, Schuss, Rebound, Tor. Kurz danach Powerplay Falken. Nicht besonders einfallsreich, aber immerhin kämpft das Special-Team. Die Scheibe kommt zu Ranta - und der beendet seine Torflaute der vergangenen Spiele zum 1:3.

Roope Ranta trifft zum 1:3.

Wenn jetzt noch etwas gehen soll, dann müssen die Hausherren nachlegen. Aber da spielen die Löwen nicht mit. Im direkten Gegenzug wieder Konfusion im Abwehrverband, die Scheibe kommt vors Tor, wird abgefälscht, 1:4. Und es kommt noch schlimmer. Pfeilschnell kommen die Hessen über außen, Pass durch den Torraum und am langen Pfosten muss Pistilli nur noch die Kelle hinhalten. Vorangegangen: stümperhaftes Abwehrverhalten der Hausherren. Zwar gelingt ihnen noch vor der Pause das 2:5, aber die Messe ist hier längst gelesen.

Heilbronner Falken mit Biss

Immerhin merkt man den Heilbronner Falken an, dass sie die Partie im letzten Abschnitt noch drehen wollen. Und ihre Bemühungen werden belohnt. Powerplay, die Scheibe kommt zu Justin Kirsch, der sie per Direktabnahme in die Maschen haut. 3:5 - und noch sind 14 Minuten zu spielen. Jetzt die stärkste Phase der Unterländer. Plötzlich sind es die Löwen, die hinten ins Schwimmen kommen, doch Richard Gelke und danach Ranta, Gibson und Kyle Helms scheitern mit guten Möglichkeiten.

Dann kommt die nächste Strafe gegen die Hessen. Jetzt das beste Powerplay der Falken, die Scheibe läuft, es gibt Einschussmöglichkeiten, doch die Scheibe will einfach nicht über die Linie. Die Zeit rinnt dahin. Zwei Minuten vor dem Ende nimmt Coach Mellitzer den Keeper vom Eis. Die Hessen treffen ins verwaiste Tor zum 3:6. Dieser Treffer war aber nicht entscheidend. Die Falken haben es in den ersten beiden Dritteln versäumt, heute Punkte zu machen. Warum spielen sie da nicht so wie in den letzten 20 Minuten?

Die besten Pics der Partie Falken vs. Löwen

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