Völlig unnötig

Falken schlagen sich gegen Kaufbeuren selbst

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Dass Tim Bernhardt (links) und seine Falken am Ende mit leeren Händen dastanden, lag am zweiten Drittel.
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Im Mitteldrittel leisten sich die Unterländer einfach zu viele Fehler.  

Die Heilbronner Falken treten zum DEL2-Heimspiel gegen den ESV Kaufbeuren fast mit einem kompletten Line-up an. Lediglich die Position des achten Verteidigers bleibt auf dem Spielberichtsbogen leer. Eine Überraschung gibt es auf der Position des Ersatz-Keepers. Dort ist heute Abend Tom Schickedanz anstelle von Leon Frensel gelistet. Der 18-Jährige ist sonst Goalie bei den Mannheimer Jungadlern und bestreitet seine erste Partie für die Unterländer.

Tom Schickedanz steht gegen Kaufbeuren erstmals im Aufgebot der Heilbronner Falken.

Im Spiel selbst vertraut Falken-Trainer Alexander Mellitzer natürlich den Fangkünsten von Mirko Pantkowski. Denn gegen den ESV Kaufbeuren geht es um viel. Mit einem Sieg können die Heilbronner Falken ganz nah an die Allgäuer heranrücken. Das klappt leider nicht. Die Gäste gewinnen mit 4:3!

Heilbronner Falken treffen im Powerplay

Das Spiel geht gleich mit Vollgas los. Beide Mannschaften suchen den direkten Weg zum Tor und suchen den schnellen Abschluss. Nach zwei Minuten haben die Falken zum ersten Mal Powerplay. Die Scheibe läuft gut, es gibt mehrere Einschussmöglichkeiten, ehe dann Brock Maschmeyer fünf Sekunden vor Ablauf genau in den Winkel trifft. Ein Auftakt nach Maß.

Brock Maschmeyer erzielt den Führungstreffer.

Aber die Allgäuer sind nicht geschockt. Konsequent ziehen sie weiterhin ihr Spiel auf. Und das ist verdammt schnell. Mit zwei, drei kurzen Pässen wird die Eisfläche überbrückt, und es brennt mehrmals lichterloh vor Pantkowski. In der achten Minute ist er dann geschlagen, als Ossi Saarinen aus zentraler Position frei zum Schuss kommt. Die Gäste haben jetzt Blut geleckt. Als sie zum ersten Mal Powerplay haben, zeigen sie einen Spielzug aus dem Lehrbuch, den Max Schmidle mit dem 1:2 abschließt. So geht's auch in die Pause.

Heilbronner Falken vergeigen es im Powerplay

Das hohe Tempo hält auch im zweiten Durchgang an. Die Kaufbeurer versuchen, eine Vorentscheidung herbeizuführen, die Hausherren drängen auf den Ausgleich. Chancen gibt es, hüben wie drüben. Dann erneutes Powerplay der Heilbronner. Dieses Mal kommt der Pass millimetergenau auf Justin Kirsch, der dann eine seiner gefürchteten Direktabnahmen genau ins Kreuzeck zimmert. 2:2!

Marcus Götz (rechts) feiert gegen den ESV sein Comeback.

Jetzt haben die Gastgeber Oberwasser, drängen die Gäste phasenweise in die eigene Abwehrzone. Die wissen sich nur durch ein Foul zu helfen. Wieder Überzahl! Doch dieses Mal geht der Schuss nach hinten los. Greg Gibson verliert die Scheibe an der blauen Linie, die Gäste mit einem Bilderbuch-Konter, 2:3! Kaum wieder komplett, schon wieder Powerplay für die Falken. Dieses Mal ist ist es Jimmy Sharrow, der die Scheibe verliert, ein Konter, doch Pantkowski hält sein Team mit einer Parade gegen Jere Laaksonen im Spiel. Die Unterländer sind jetzt verunsichert. Das gipfelt in einem Fehlpass von Markus Eberhardt zehn Sekunden vor der Drittelpause direkt auf die Kelle von Max Schmidle, der mit dem 2:4 wohl für die Vorentscheidung sorgt.

Heilbronner Falken mit zweiter Luft

Eine Sache ist klar: Wollen die Falken dieses Spiel noch für sich entscheiden, ist ein schnelles Tor notwendig. Danach sieht es allerdings gar nicht aus, vielmehr sind es die Gäste, die Druck machen. Bis Maschmeyer einen genialen Pass in den Lauf von Derek Damon spielt, und der Kapitän eiskalt zum 3:4 vollendet. Jetzt bekommen die Unterländer die zweite Luft. Kurz darauf eine Traumkombination von Damon über Roope Ranta zu Greg Gibson, der die Scheibe unter dem Keeper an den Pfosten schiebt. Das Publikum ist jetzt hellwach und feuert sein Team an.

Derek Damon trifft zum 3:4.

Die Falken erhöhen die Schlagzahl. Die Zeit läuft unerbittlich runter. Dann nehmen die Heilbronner den Keeper zugunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis. Und sie jubeln! Kevin Lavallée drückt die Scheibe 31 Sekunden vor dem Ende über die Linie. Die Schiedsrichter bemühen den Videobeweis - und geben den Treffer nicht. Die Falken versuchen zwar nochmals alles - aber es bleibt bei dem 3:4.  

Aufstellung:

Falken:

T: Pantkowski; Schickedanz

V: Maschmeyer, Sharrow; Kurz, Pavlu; Mapes, Eberhardt; Götz

S: Ranta, Damon, Gibson; Ross, Lavallée, Kirsch; Gelke, Helms, Bernhardt; Brune, Soramies, Lambacher;

ESV Kaufbeuren:

T: Vajs; Henne

V: Ketterer, de Paly; Schütz, Pfaffengut; Messing, Haase; Lillich

S: Thiel, Laaksonen, Schmidle; Blomqvist, Saarinen, Lewis; Billich, Salminen, Schäffler; Oppolzer, Thomas, Wolter

Die Bilder der Partie Falken gegen Kaufbeuren

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