Eine verschenkte Partie

Heilbronner Falken stehlen sich selbst die Punkte gegen Bad Tölz

Tim Miller ist im Faustkampf oben auf, doch er kassiert eine Spieldauerdisziplinarstrafe. 
  • schließen

Im letzten Drittel eskaliert eine Partie, in der die Schiedsrichter nie Herr der Lage waren. 

○ Wieder ein Traumtor von Dylan Wruck

○ Ganz enge Kiste zwischen den Heilbronner Falken und den Tölzer Löwen

○ Extrem ruppige Partie mit insgesamt 140 Strafminuten

Am 19. Spieltag der DEL2 bekommen es die Heilbronner Falken bei der Student-Night in der heimischen Kolbenschmidt-Arena mit einem ganz harten Brocken zu tun: dem EC Bad Tölz. Die Oberbayern mussten wochenlang gleich auf mehrere Schlüsselspieler verletzungsbedingt verzichten und konnten sich trotzdem in der Spitzengruppe der Liga behaupten. 

Am Freitag bekam der ESV Kaufbeuren die Stärke der Löwen zu spüren und verlor in der Kurstadt mit 2:8. Eben jener ESV, der vor der Deutschlandcup-Pause in Heilbronn mit 5:3 gewonnen hatte. Die Heilbronner Falken - sie gewannen ja am Freitag beim EHC Freiburg - haben vor der Partie lediglich zwei Punkte Vorsprung auf die Bayern. Nach der Partie ziehen die durch den 5:4-Sieg an den Falken vorbei. 

Heilbronner Falken mit Ausfällen

Bei der heutigen Partie muss Falken-Trainer Alexander Mellitzer immer noch auf Torhüter Mirko Pantkowski, Verteidiger Marcus Götz sowie die Stürmer Valentino Klos und Bryce Gervais verzichten. Interessant dürfte auch sein, wer das Duell der Top-Scorer für sich entscheidet. Aufseiten der Heilbronner Falken ist das Dylan Wruck, bei den Gästen der Ligaprimus Marco Pfleger. 

Louis Brune bejubelt seinen Treffer zum 1:1. 

Das Spiel nimmt sofort Fahrt auf. Und es geht die ersten zehn Minuten nur in Richtung Tölzer Tor. Mit einer Vielzahl an dicken Chancen. Der Alleingang von Louis Brune landet in der Fanghand des Löwen-Keepers, im Falken-Powerplay viel Schüsse, aber die Scheibe will nichts ins Tor. Dann aus dem Nichts das 0:1. Tim Miller sitzt auf der Strafbank, die Gäste nutzen die Chance. Dann werden Duftmarken verteilt, da liegt noch etwas Luft. Aber zuerst einmal der Ausgleich. Aus dem Gewühl heraus trifft Brune zum 1:1. Pause.

Heilbronner Falken mit Zug zum Tor

Im zweiten Drittel konzentrieren sich beide Teams zum Glück aufs Eishockey-Spielen, die Atmosphäre ist nicht mehr ganz so angespannt. Die Heilbronner Falken legen gleich wieder mächtig los, nach 30 Sekunden verzieht Derek Damon nur knapp. Das gibt die Marschroute vor. Vieles spielt sich vor dem Kasten von Martinovic ab. Im Powerplay trifft Ian Brady zum 2:1

Kommt ein Della Rovere geflogen: Falken-Keeper Matthias Nemec lässt sich davon nicht beirren und packt zu. 

Danach eine ganz starke Heilbronner Phase, das 3:1 liegt mehrfach in der Luft, doch dann ein Konter der Gäste, den sie erfolgreich zum 2:2 abschließen. Aber die Hausherren überhaupt nicht geschockt. Nur kurze Zeit später wieder ein unwiderstehlicher Sololauf von Dylan Wruck, der zum 3:2 trifft. Anschließend hat Yannik Valenti Pech, als er kurz vor der Pause am Pfosten scheitert, das wäre sicherlich eine Vorentscheidung gewesen. 

Heilbronner Falken lassen sich provozieren

Im letzten Drittel passiert dann das, was sich zuvor angedeutet hatte: Die Situation auf dem Eis eskaliert. Erst befördert Tim Miller den Tölzer Tyler McNeely mit einem Blindside-Hit ins Reich der Träume, dafür rächt sich Shawn Weller an ihm mit einem Check zum Kopf. Danach gibt es eine Schlägerei, Michael Knaub vermöbelt Weller, Miller Matt MacKenzie. Die Konsequenz aus der Aktion: Die Falken kassieren Spieldauerstrafen und müssen minutenlang in doppelter Unterzahl agieren. 

Das nutzt Tölz zu drei Toren und ist plötzlich mit 5:3 in Front. Davon erholen sich die Hausherren nicht mehr. Sie versuchen zwar, dem Spiel noch eine Wende zu geben, der Spielfluss ist allerdings dahin. Wruck verkürzt noch auf 4:5, das war es dann aber auch. Weil sich die Falken provozieren ließen, stehen sie am Ende mit leeren Händen da. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare