Egal wie, Hauptsache, dass...

Die wundersame Wandlung der Heilbronner Falken

+
Verteidiger Janik Möser brachte bei seiner Rückkehr sofort Stabilität in die Abwehr.
  • schließen

Gegen den Deggendorfer SC spielen die Unterländer wie aus einem Guss.

Keine Ahnung, was Falken-Trainer Alexander Mellitzer zwischen dem desaströsen DEL2-Freitagsspiel in Crimmitschau (3:6) und dem 9:1-Sonntagskracher gegen den Deggendorfer SC mit seinem Team gemacht hat, aber die Truppe war nicht wiederzuerkennen. Hochkonzentriert über die kompletten 60 Minuten bei der Abwehrarbeit, brillante Spielzüge in der Offensive, blitzschnelles Umschalten von Abwehr auf Angriff und eiskalt im Abschluss.

Samuel Soramies lief an der Seite von Alex Lambacher zur Höchstform auf und belohnte sich mit einem Treffer in Überzahl.

Die Heilbronner Falken zeigten Eishockey der modernsten Prägung, filetierten die Gäste nach allen Regeln der Kunst und begeisterten die anwesenden Zuschauer. Wäre die kleine Hartgummischeibe nicht noch viermal von Pfoten, Latte oder Lattenkreuz abgewehrt worden, die Gäste hätten die Rückreise mit einer zweistelligen Schlappe im Gepäck antreten müssen.

Derek Damon (rechts) scheiterte gleich zweimal am Deggendorfer Gestänge. 

Heilbronner Falken scoren in allen Reihen

Egal was die Niederbayern auch versuchten, die Heilbronner Falken hatten immer eine bessere Antwort parat. Und diese Überlegenheit zog sich wie der rote Faden durch alle drei Sturmreihen. Neun Treffer, sieben unterschiedliche Torschützen - genau das machte die Unterländer so unberechenbar. Wenn der Paradeblock um Kapitän Derek Damon außer Gefecht gesetzt wurde, dann trafen die anderen Formationen.

Jimmy Sharrow war zwar der einzige Falken-Feldspieler ohne Scorerpunkt - zeigte aber eine erstklassige Partie.

Und alle Mannschaftsteile waren an den Treffern beteiligt. Kleines Detail am Rande: Außer Verteidiger Jimmy Sharrow sammelten alle Heilbronner Feldspieler mindestens einen Scorerpunkt. 70 Schüsse feuerten die Gastgeber in 60 Minuten auf das gegnerische Tor, und im Powerplay erzielten sie fünf Treffer. Das ist eine überragende Bilanz.

Diese Falken spielten sich in den Vordergrund

Zwei Heilbronner Akteure haben sich trotzdem ein Sonderlob verdient. Zum einen ist das Verteidiger Janik Möser. Der hatte vor geraumer Zeit schon sehr gute Spiele für die Falken gezeigt, ehe er zu den Adlern Mannheim berufen wurde, als dort das Verletzungspech zuschlug. Davon blieb auch der Defender nicht verschont. Jetzt soll er in Heilbronn Spielpraxis sammeln. Und er zeigte echte Führungsqualitäten. Mit Sharrow bildete er undurchdringliches Abwehrbollwerk, das blindes Verständnis zeigte und sich immer wieder geschickt mit in die Angriffszüge einschaltete. "Man sieht, dass er ein DEL-Spieler ist. Dort soll er auch wieder hin, bis dahin haben wir ihn hoffentlich noch ein paar Spiele bei uns", sagt Mellitzer.

Alex Lambacher zeigte echte Führungsqualitäten gegen Deggendorf.

Der andere Falke, der aus dem homogenen Mannschaftsgefüge herausstach, war Alexander Lambacher. Dessen Formkurve zeigt, nachdem er seine hartnäckige Knieverletzung endlich ausgestanden hatte, konstant nach oben. Als Mittelstürmer der dritten Reihe setzte er die Impulse und seine Nebenleute in Szene, zudem netzte er zweimal im Powerplay ein. Er steht da, wo es wehtut, geht vor den Keeper und lässt sich aufgrund seiner körperlichen Robustheit auch nicht wegdrängen.

Die besten Bilder Falken gegen Deggendorf

Auch interessant

Verloren: Falken-Talfahrt hält an

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare