Unerklärlicher Leistungseinbruch

Heilbronner Falken erstarren in Ehrfurcht vor den Eispiraten

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Nach der gestrigen Leistung herrscht bei den Falken dringend Redebedarf.
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Die Pläne, diese Saison eine tragende Rolle in der DEL2 zu spielen, haben im ersten Spiel gegen die Eispiraten Crimmitschau einen herben Dämpfer erhalten.

Die Spieler des DEL2-Vereins Heilbronner Falken sind am Freitag froh, als endlich die erlösende Schlusssirene ertönt. Schneller als in den meisten der 60 Spielminuten zuvor flitzten sie auf ihren Kufen in Richtung Kabineneingang und wollen nur noch weg. Wortlos. Niemand will versuchen, das Unerklärliche zu erklären: Den kompletten Auseinanderfall des Teams nach dem ersten Gegentreffer.

Mit der 2:6-Niederlage sind die Heilbronner Falken am Ende sogar noch gut bedient. Hätten die Gäste konsequent bis zum Schluss nach vorne gespielt, es wäre im Desaster geendet. Dabei beginnen die Unterländer richtig gut. Die ersten 15 Minuten machen sie permanent Druck, die Gäste finden überhaupt nicht statt. Die Hausherren versäumen es aber, nach dem Führungstreffer das 2:0 nachzulegen. Schon mit dem Ausgleich kommt ein Riss ins Spiel.

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Leistungsträger der Falken tauchen ab

"Wir haben nach dem 1:1 komplett den Faden verloren", erklärt Falken-Trainer Alexander Mellitzer. "Wir haben schlechte Entscheidungen mit der Scheibe getroffen und im gesamten Spiel 28 Turnover zugelassen. So kannst du kein Spiel gewinnen." Während die Eispiraten zum zweiten Drittel mit einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein aufs Eis kommen, suchen die Heilbronner Falken das Mauseloch, in dem sie sich verstecken können. Ehrfurchtsvoll erstarrt, lassen sie die Gäste nach Belieben schalten und walten.

Auch Ian Brady (links) setzte ab dem zweiten Drittel keine Akzente mehr.

Gerade die als Leistungsträger verpflichteten Ausländer Bryce Gervais, Alex Nikiforuk und Ian Brady tauchen nahezu komplett ab. Auch Tim Miller bekommt kaum eine Kufe aufs Eis. Nichts mehr ist vom Pressing, Forechecking und schnellem Spiel zu sehen. Phasenweise führen die Sachsen die Falken derart vor, dass es wie ein Klassenunterschied wirkt.

Trainer der Falken mit Kampfansage

"Wir hatten uns so viel vorgenommen - vielleicht zu viel", erklärt Mellitzer. Den Druck haben sich die Heilbronner Falken selbst aufgebaut, indem sie immer wieder den direkten Playoff-Platz als Saisonziel ausgaben. Und der wird nach der herben Auftaktniederlage nicht geringer werden.

Da war die Welt noch in Ordnung: Die Falken bejubeln den Treffer zum 1:0.

Es bleibt zu hoffen, dass die Partie gegen Crimmitschau ein einmaliger Ausrutscher war. Mellitzer macht eine Kampfansage: "Am Sonntag in Frankfurt wird eine ganz andere Falken-Mannschaft auf dem Eis stehen." Nach der gestrigen Vorstellung ab der 17. Minute fehlt einem da aber fast schon der Glaube. Denn immerhin geht es zum Titelfavoriten.

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