Eine Leistung, die sprachlos macht

Fehlpass-Festival der Falken bei den Eispiraten

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Ohne Matthias Nemec wären die Falken in Crimmitschau untergegangen. 
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Ohne Falken-Torhüter Matthias Nemec wäre die Reise nach Sachsen im Debakel geendet. Wirklich kaum ein Falke bringt Normalleistung. 

  • Valentino Klos nach überstandener Verletzung wieder im Falken-Kader.
  • Indiskutable Abwehrleistung der Falken. 
  • Torhüter Matthias Nemec wächst über sich hinaus. 

Bevor die Heilbronner Falken in der DEL2 an die Kür am Sonntag daheim im Derby gegen die Bietigheim Steelers denken, müssen sie heute Abend zuerst die Pflicht bei den Eispiraten Crimmitschau absolvieren. Beim aktuellen Schlusslicht der Tabelle. Doch gerade mit den Kellerkindern hatten sich die Unterländer im Laufe der Saison schwergetan. So auch dieses Mal. Sie verlieren mit 2:4. 

Die Eispiraten hatten zuletzt ein Lebenszeichen gesendet. Nach zuvor 13 sieglosen Partien gewannen sie vergangenen Sonntag daheim gegen die Löwen Frankfurt mit 5:2. Die Heilbronner Falken hingegen mussten sich bei den Lausitzer Füchsen mit 3:4 nach Verlängerung geschlagen geben. Heute Abend kann Falken-Trainer Alexander Mellitzer nahezu aus dem Vollen schöpfen. Valentino Klos kehrt nach überstandener Verletzung ebenso in den Kader zurück, wie die in den vergangenen Spielen bei den Adler Mannheim spielenden Samuel Soramies und Pierre Preto. 

Heilbronner Falken mit Fehlpass-Festival

Beide Teams verlassen sich zu Beginn auf dasselbe System: Forechecking. Deshalb neutralisieren sie sich auch weitgehend in der neutralen Zone. In der fünften Minute dann ein Fehlpass im Aufbauspiel von Derek Damon, Lukas Vantuch nutzt die Chance zum 1:0. Im Anschluss die Heilbronner Falken wirklich mit einem Fehlpass-Festival, es dauert bis zur 9. Minute, ehe sie eine echte Chance verzeichnen, Bryce Gervais scheitert mit einem Rückhandschuss. 

Samuel Soramies trifft zum 1:1. 

Die Hausherren bleiben bei ihren Vorstößen gefährlich - die nächste Großchance erhalten sie, weil wieder ein Fehlpass der Heilbronner Falken vorausgeht, doch Matthias Nemec im Tor ist auf dem Posten. Im direkten Gegenzug dann der Ausgleich. Marcus Götz zieht ab, den Rebound versenkt Soramies zum 1:1. Aber die Sachsen legen nach. Nur eine Minute später markieren sie mit einem Schuss ins Kreuzeck die erneute Führung. Die Unterländer MÜSSEN ihre Fehlerquote abstellen. Pause. 

Falken-Goalie verhindert das Schlimmste

Aufseiten der Heilbronner Falken kann man nur hoffen, dass sie zum zweiten Drittel in Crimmitschau angekommen sind und endlich ihr Spiel aufziehen. Anscheinend nicht, denn nur neun Sekunden sind gespielt, da taucht ein Eispiraten-Stürmer ganz allein vor Nemec auf, der zum Glück sein Team im Spiel hält. Die Sachsen weiter im Vorwärtsgang, ohne Nemec wäre die Partie längst gelaufen. Dann ein genialer Moment von Dylan Wruck, der die Scheibe durch die Beine des Abwehrspielers zu Davis Koch vor dem Tor passt, der eiskalt zum 2:2 vollstreckt. Die Hausherren davon aber völlig unbeeindruckt, die Abwehrarbeit der Heilbronner Falken absolut mangelhaft, Nemec wächst über sich hinaus. 

In der 30. Minute ist dann aber auch er geschlagen. Jan Pavlu nur mit halbherzigem Einsatz, die Eispiraten vollstrecken zum 3:2. Dann gibt es die erste Strafzeit der Partie. Gegen Heilbronn. Es ist nicht nachvollziehbar warum die Gäste da viel besser in der Abwehr sortiert sind und nicht einen einzigen Schuss zulassen. Warum so nicht bei Fünf-gegen-Fünf? Weil sie am Unterzahlspiel Freude gefunden haben, ziehen sie gleich die nächste Strafe.  Erneut ohne Folgen. Es dauert bis 30 Sekunden vor der Pause, ehe die Falken wieder eine Chance herausspielen. Damon wird allein vor dem Tor angespielt - es passt zur schwachen Vorstellung des Kapitäns an diesem Abend, dass er diese 100-prozentige Möglichkeit versemmelt. Das Schussverhältnis im zweiten Drittel: 20:4 für die Eispiraten, das ist indiskutabel!

Heilbronner Falken ohne echtes Aufbäumen

Unverändertes Spiel auch im letzten Drittel. Die Eispiraten können schalten und walten wie sie wollen, die Heilbronner Falken sind fast immer einen Schritt zu spät. Kaum mal ein Pass der Unterländer, der auch den Nebenmann findet. Dann wieder so eine Chance für die Falken aus dem Nichts, doch Tim Miller bringt den Puck nicht im Tor unter. Solche Dinger MUSS man reinmachen, denn allzu viele Chancen haben die Unterländer nicht.

Immerhin gelingt es den Heilbronner Falken, ab der 50. Minute wenigstens so etwas wie Druck aufzubauen. Warum so spät? Das öffnet allerdings Räume für die Gäste zum Kontern. Nemec holt wieder einen eigentlich Unhaltbaren raus. Den Gästen läuft die Zeit davon. Und 121 Sekunden vor Schluss dann DIE Chance für die Falken. Sie haben zum ersten Mal Powerplay. Symptomatisch, es geht gar nichts. Auch Nemec verlässt seinen Kasten zugunsten eines weiteren Feldspielers. Der Schuss geht nach hinten los, die Gastgeber treffen ins leere Tor zum 4:2-Endstand. 

Eine völlig verdiente Niederlage. Coach Alexander Mellitzer: "Das Spiel war bitter für uns. Wir waren grundlos nervös, hatten zu viele Fehlpässe. Nemec hat uns im Spiel gehalten. Wir waren hinten zu offen."

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