Nur noch peinlich

Heilbronner Falken gehen in Bad Nauheim unter

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Die Hausherren sind meist einen Schritt schneller, da hilft auch der Hattrick von Greg Gibson (rechts) nichts.
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Desolates Abwehrverhalten und zu wenig Durchschlagskraft im Angriff.

Das verspricht ein richtig heißes Eishockeyspiel zu werden. Die Heilbronner Falken müssen beim EC Bad Nauheim antreten. Die Hessen sind Tabellennachbar und stehen auf jenem sechsten Platz, der zur direkten Teilnahme an den Playoffs berechtigen würde. Den wollen die Unterländer gerne schnappen. Sechs Punkte beträgt der Rückstand. Deshalb ist heute eigentlich ein Sieg Pflicht, um den Abstand zu verkürzen.

Auf die Falken-Abwehr um Marcus Götz kommt Schwerstarbeit zu.

Keine leichte Aufgabe, denn die Hessen haben derzeit einen Lauf und lediglich zwei der vergangenen zehn Partien verloren. Sowohl im Powerplay als auch in Unterzahl weisen sie die zweitbeste Statistik der Liga auf. Spätestens mit der Rückkehr von Felix Bick ins Tor sind die Roten Teufel in allen Mannschaftsteilen ausgeglichen gut besetzt. Die Heilbronner Falken werden eine ähnlich gute Defensivleistung wie am Freitag beim Spiel gegen den EHC Freiburg zeigen müssen, um bei den Kurstädtern zu bestehen. Das gelingt überhaupt nicht. Der EC Bad Nauheim filetiert die Falken mit 9:5.

Doppelschlag durch den EC Bad Nauheim gegen die Heilbronner Falken

Die Gäste zeigen gleich, dass sie sich nicht verstecken wollen. Roope Ranta kommt bereits nach zwei Minuten frei zum Schuss, scheitert aber an Bick. Auf der anderen Seite vereitelt Leon Frensel eine dicke Chance der Gastgeber, als den Falken ein Fehlpass im Aufbauspiel unterläuft und Nauheims Top-Scorer Dustin Sylvester mutterseelenallein vor ihm auftaucht. Beide Mannschaften betreiben ein aggressives Forechecking, üben so viel Druck auf die Abwehrreihen aus. Brenzlig wird es vor beiden Gehäusen meist dann, wenn den Abwehrreihen ein Fehler unterläuft. Der unterläuft den Falken in der 11. Minute. Ein Puckverlust hinter dem eigenen Tor, die Scheibe kommt zu Max Brandl, der Frensel mit einem Schuss aus der Drehung ins kurze Eck überrascht.

Greg Gibson markiert in Nauheim den Anschlusstreffer zum 1:2.

Und gleich danach der nächste Fehler. Corey Mapes verliert an der blauen Linie den Puck, Zach Hamill schnappt sich die Scheibe, sprintet über das gesamte Feld und lässt Frensel keine Chance. 2:0 nach zwölf Minuten, das ist bitter, damit sind alle taktischen Vorgaben über den Haufen geworfen. Doch die Falken zeigen eine Reaktion. Ganz schnell schalten sie von Abwehr- aufs Angriffsspiel um, Brock Maschmeyer bedient Greg Gibson, der das 1:2 erzielt. Nur 97 Sekunden nach dem Nauheimer Treffer. Das war ganz wichtig. Bitter dann die 19. Minute. Es gibt eine Strafe gegen Heilbronn. Brad Ross will es nicht wahrhaben und kassiert neben der kleinen Strafe auch noch weitere zwei Minuten wegen Meckerns. Das ist richtig dumm. Nauheim hat vier Minuten Powerplay. Bis zur Pause verteidigen die Unterländer sehr gut. Mapes verhindert das 3:1, indem er sich in einem Hammerschlagschuss wirft und so bleibt es beim 2:1 zur Pause.

Heilbronner Falken völlig desolat gegen den EC Bad Nauheim

Das wird ein ganz heißer Beginn im zweiten Abschnitt, denn die Hausherren haben noch 124 Sekunden Powerplay. Und prompt passiert es. 34 Sekunden sind gespielt, die Abwehr ist zu passiv, Sylvester hat alle Zeit der Welt, um sich die Ecke auszusuchen, 3:1. Jetzt sind die Gäste gefordert. Vielleicht klappt es ja im Powerplay? Nein, das Überzahlspiel ist gut, aber nicht erfolgreich. Besser machen es die Hausherren. Warum Ranta eine Strafzeit erhält, wird wohl für immer das Geheimnis der Referees bleiben, aber die Hausherren nehmen das Geschenk dankbar an. Genau neun Sekundenbenötigen sie, da steht es 4:1. Das ist die Vorentscheidung.

Samuel Soramies trifft zum 5:2.

Coach Alexander Mellitzer reagiert. Er nimmt eine Auszeit - und wechselt den Keeper. Jetzt feiert Florian Mnich Premiere im Falken-Tor. Wohl auch ein Zeichen an das Team, endlich aufzuwachen. Es hilft nichts. Vorne wird ein Foul an Gibson nicht geahndet, hinten herrscht Konfusion, 5:1. Immerhin besinnt sich die dritte Reihe aufs Eishockey, im direkten Gegenzug markiert Samuel Soramies das 5:2. Aber die Freude währt nicht lange. Jan Pavlu stürmt ins Angriffsdrittel, verliert den Puck, schneller Nauheimer Konter, Schuss, Nachschuss, Tor. Das geht viel zu einfach. Es wird noch schlimmer. Falken mit Powerplay, Scheibenverlust, nur zaghaftes Abwehrverhalten des Verteidigers, 7:2. Das ist jetzt richtig peinlich. Immerhin gibt es noch ein Lebenszeichen, Gibson betreibt Ergebniskosmetik und verkürzt in der 39. Minute auf 7:3.

Heilbronner Falken mit schlechtem Powerplay gegen den EC Bad Nauheim

Hoffentlich zeigen die Falken im letzten Drittel noch den Ehrgeiz, sich hier nicht gänzlich abschlachten zu lassen. Ideal wäre es, mit einem Treffer in Überzahl zu beginnen, denn die Nauheimer haben zum Ende des Mittelabschnitts noch eine Strafe erhalten. Aber das Powerplay hat den Namen nicht verdient. Als Justin Kirsch kurz danach auch noch bei einem Alleingang scheitert ist klar: Das wird heute nichts mehr. Immerhin dürfen sie weiter Powerplay üben. Brandl muss für die Hausherren auf die Sünderbank. Auch dieses Überzahlspiel läuft unter der Kategorie: zum Vergessen.

Corey Mapes macht das 4:7 aus Heilbronner Sicht

In der 51. Minute dann doch noch der Falken-Jubel, Richard Gelke bedient von hinter dem Tor Mapes im Slot bedient, und der spitzelt den Puck ins Netz. In der 54. Minute dann endlich wieder ein schneller Angriff über Ranta und Derek Damon, der sieht Gibson, der seinen Hattrick perfekt macht: 7:5! Vier Minuten vor dem Ende riskiert Mellitzer dann alles und beordert seinen Keeper zugunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis. Nauheim schießt die Scheibe über die Bande: Strafzeit. Geht jetzt noch etwas bei sechs gegen vier? Nein, die Falken erlauben sich einen katastrophalen Fehlpass und Nauheim trifft ins leere Tor zum 8:5. Der Keeper bleibt auch weiter vom Eis - und erneut nutzen das die Hausherren in Unterzahl. Das Powerplay der Falken ist den ganzen Abend schon erbärmlich, aber das setzt dem Ganzen die Krone auf. Zum Glück ist das Desaster danach zu Ende.

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