Ohne echte Gegenwehr

Heilbronner Falken treffen in den Pre-Playoffs auf Dresden

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Die Falken mit Justin Kirsch legen in Deggendorf eine Bauchlandung hin.
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Zum Abschluss der DEL2-Hauptrunde zeigen die Unterländer keine gute Vorstellung beim Tabellenschlusslicht Deggendorf.

Im letzten Spiel der DEL2-Hauptrunde müssen die Heilbronner Falken beim Deggendorfer SC antreten. Für die Bayern geht es in der Partie um nichts mehr, sie stehen als Tabellenschlusslicht fest und haben keine Chance mehr, den EHC Freiburg einzuholen. Ganz anders verhält es sich bei den Unterländern. Die haben sich das Heimrecht in den Pre-Playoffs zwar bereits gesichert - es stellt sich aber die Frage, ob sie als Siebter oder Achter ins Ziel einlaufen. Am Ende setzt es für die Falken eine deutlich 4:7-Niederlage.

Stürmer Richi Gelke (rechts) ist in Deggendorf als Verteidiger im Einsatz.

Personell hat sich die Lage bei den Heilbronner Falken im Vergleich zum Freitagsspiel gegen die Eislöwen Dresden verbessert. Die Stürmer Noureddine Bettahar und Samuel Soramies kehren ins Team zurück. Damit stehen Coach Alexander Mellitzer zehn Stürmer und fünf Verteidiger zur Verfügung. Der Österreicher macht aus der Not eine Tugend, beordert Richi Gelke in die Verteidigung und kann somit drei komplette Reihen aufbieten. Zudem hütet Florian Mnich das Tor. Stamm-Goalie Mirko Pantkowski ist leicht erkrankt und hat deshalb die Reise nach Deggendorf nicht angetreten.

Heilbronner Falken im Schlafwagen-Modus

Und Mnich kann sich gleich auszeichnen, als in der dritten Minute René Röthke alleine vor ihm auftaucht, doch der Youngster pariert. Auf der Gegenseite vergibt Kevin Lavallée eine Zwei-auf-eins-Situation, weil er den Pass nicht zum allein vor dem Tor wartenden Justin Kirsch bringt. Dann scheitert Andrew Schembri für die Hausherren am Pfosten. Kurz danach ist es soweit. Kyle Gibbons steht alleine im Slot und netzt zum 1:0 für den SC Deggendorf ein (9.).

Kevin Lavallée patzte bei einem Pass auf dem allein vor dem Tor lauernden Justin Kirsch.

Auch im Anschluss stellen die Bayern das bessere Team. Die Heilbronner Falken mit vielen Fehlpässen und Schwächen im Aufbau, zudem schmeckt ihnen das aggressive Forechecking des Deggendorfer SC überhaupt nicht. Die Hausherren suchen immer den schnellen Abschluss - und sind in der 14. Minute erfolgreich, als Maximilian Gläßl mit einem Hammer von der blauen Linie genau ins Kreuzeck trifft. Alles im allen sind die Gäste immer einen Schritt zu langsam, spielen pomadig und nach vorne nicht zielstrebig genug. Das muss im zweiten Drittel besser werden.

Heilbronner Falken vorne hui und hinten pfui

Der Mittelabschnitt beginnt für die Heilbronner Falken verheißungsvoll. Nach wenigen Sekunden gleich ein Schuss von Derek Damon, kurze Zeit später versucht es Lambacher. Dann ein katastrophaler Fehler im eigenen Abwehrdrittel, kommt der Puck zu Gläßl, und der trifft erneut mit einem satten Schlagschuss zum 3:0. Gleich danach die erste Strafzeit der Partie. Jan Pavlu muss auf die Sünderbank. Check zum Kopf, das bedeutet 2+10 Strafminuten für ihn. Das Unterzahlspiel der Falken gut, sie haben sogar die beste Chance, aber Lavallée scheitert allein vor dem Kasten. Kaum wieder komplett ein Break über Damon, der passt zu Gibson und dessen Schuss wird vom Deggendorfer Verteidiger ins eigene Tor gelenkt. Nur noch 3:1.

Erst trifft Greg Gibson zum 3:1, dann muss er auf die Strafbank wegen Meckerns.

Das weckt die Lebensgeister der Heilbronner Falken. Zwar kommen sie nochmals in Bedrängnis, als auf jeder Seite ein Spieler auf der Strafbank sitzt, doch danach übernehmen sie wieder die Initiative. Und sie haben Überzahl. Die ist gar nicht gut, doch dann nimmt sich Jimmy Sharrow ein Herz, schießt - und erneut fälscht ein SC-Verteidiger den Puck ins eigene Tor ab. Nur noch 3:2. Im Anschluss hat Kyle Helms das 3:3 auf dem Schläger, vergibt aber. Dann heißt es aufgepasst: Die Hausherren haben Powerplay. Und das dauert nur elf Sekunden, dann steht es 4:2. Außerdem kassiert Gibson eine zehnminütige Disziplinarstrafe. Trotzdem die Gäste weiter im Vorwärtsgang. Roope Ranta auf Markus Eberhardt, 4:3, lediglich 49 Sekunden nach dem Treffer. Aber das können auch die Hausherren. Im direkten Gegenzug stellen sie auf 5:3. Die Falken-Abwehr mit Auflösungserscheinungen.

Heilbronner Falken ohne echtes Aufbäumen

Wollen die Heilbronner Falken nicht die dritte Niederlage gegen den Aufsteiger kassieren, müssen sie jetzt vorne kaltschnäuziger und hinten aufmerksamer agieren. Da Kassel führt, wären die Falken im Moment auf dem achten Platz. Und würden damit in den Pre-Playoffs auf Dresden treffen. Die Gäste auch im Vorwärtsgang, aber noch will das vierte Tor nicht fallen. Vielleicht in Überzahl? Nein, denn kurz darauf muss auch ein Falken in die Kühlbox. Diese 30 Sekunden mit einem Mann mehr auf dem Eis nutzen die Bayern zum 6:3. Ein Schuss durch die Schoner, da sah der junge Goalie nicht gut aus.

Jan Pavlu betreibt Ergebniskosmetik in der Schlussminute.

Damit ist das Aufbäumen der Heilbronner vorbei. Sie ziehen die nächste Strafe. Das ist jetzt nur noch Alibi-Eishockey, was so mancher Heilbronner Akteur abliefert. Eins ist klar, am kommenden Freitag muss da eine ganz andere Körpersprache auf dem Eis zu sehen sein. Symptomatisch: Die Gastgeber treffen noch zum 7:3, Gegenwehr der Abwehr? Nicht vorhanden. Das wird jetzt echt peinlich. Immerhin macht Pavlu noch das 7:4. Und dann ist es amtlich. Die Unterländer treffen in den Pre-Playoffs am kommenden Freitag auf Dresden, die Bad Tölz mit 6:2 abfertigten. "Wir mussten teilweise dem Spiel vom Freitag Tribut zollen, da hatten wir nicht einmal drei komplette Reihen. Einige Spieler waren auch heute angeschlagen. Die Beine waren heute schwer und der Kopf leer", sagt Coach Mellitzer auf der anschließenden Pressekonferenz.

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