Mannschaftliche Geschlossenheit

Kassel-Spiel zeigt: Falken müssen sich vor niemandem verstecken

+
Patrick Kurz und seine Verteidiger-Kollegen lieferten ein nahezu perfektes Spiel in Kassel ab.
  • schließen

Ein großer Schritt in Richtung Pre-Playoffs ist getan.

Sie hatten keine Chance, aber sie nutzten sie. Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung holten sich die Heilbronner Falken gestern den Sieg in Kassel. Getreu dem Musketier-Motto 'Einer für alle, alle für einen' lieferten sie einen aufopferungsvollen Kampf ab, hielten sie penibel an den von Coach Gerhard Unterluggauer ausgegebenen Spielplan und sorgten so womöglich für eine Vorentscheidung im Kampf um die Pre-Playoffs.

Grand ohne Vier

Personell pfiff das Team wirklich aus dem letzten Loch. Mit Kyle Helms - der übrigens zur Unterstützung mit nach Kassel reiste - fehlte der überragende Spielmacher der vergangenen Wochen, mit Justin Kirsch der Top-Torschütze, mit Richard Gelke die Heilbronner Identifikationsfigur und mit Mark Heatley der beste Bully-Spieler. Kassel hingegen konnte aus dem Vollen schöpfen und sogar Spieler vom DEL-Verein Adler Mannheim aufbieten.

Die Bilder vom Derby Steelers gegen Falken

Doch die vom ehemaligen Heilbronner Coach Rico Rossi trainierte Mannschaft biss sich an den Falken die Zähne aus. Deren Abwehr um Kapitän Jordan Heywood machte einen tadellosen Job. Immer wieder schalteten sich die Defender in den Angriff mit ein, schalteten mit weiten Pässen blitzschnell von Abwehr auf Angriff um. Zudem antizipierten sie die Passwege der Huskies. Unzählige Male brachten sie einen Schläger dazwischen und unterbanden so jeglichen Kombinationsfluss.

Verantwortung übernommen

Dennis Palka traf zum 1:1-Ausgleich.

Im Angriff traten Akteure ins Rampenlicht, die bisher eher als Role-Player im Einsatz waren. Der 20-jährige Tim Bernhardt führte die zweite Sturmreihe wie ein alter, erfahrener Hase, bereitete zwei Treffer vor, das wichtige 1:2 erzielte er selbst. Mit einem rotzfrechen Bauerntrick! Oder Dennis Palka. Der sprühte nur so vor Spielfreude, brachte die Huskies-Abwehr durcheinander wie der Fuchs den Hühnerstall, traf zum 1:1 und bereitet das vorentscheidende 1:4 vor. Palka: "Ich habe keine Ahnung warum, aber derzeit läuft es bei mir einfach." Diese Spieler waren bereit, Verantwortung zu übernehmen, als es darauf ankam, sprangen für die fehlenden Führungsspieler in die Bresche. 

Das zeigt: Die Falken sind - egal in welcher Besetzung - immer in der Lage, mit den Top-Teams der Liga mitzuhalten. Sie müssen sich vor keinem Gegner verstecken. Allerdings nur, wenn sich wirklich jeder blind auf den anderen verlassen kann, sich alle an den Spielplan halten und persönliche Eitelkeiten dem Teamgedanken weichen. Mit so einer Einstellung, sollte dann auch am Freitag in Bad Tölz auch endlich etwas gegen den Aufsteiger zu holen sein. Palka: "Wir müssen dort genauso konzentriert spielen. Immerhin haben wir bisher dreimal gegen Tölz verloren. Das wollen wir jetzt ändern." Dann wären die Pre-Playoffs wohl endgültig eingetütet.

Mehr zum Thema:

Grandios: Falken gewinnen in Kassel

Starke Leistung: Falken holen einen Punkt beim Spitzenreiter

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare