1. echo24
  2. Sport
  3. Heilbronner Eishockey

Falken fangen sich in Selb erst ein Magen-Darm-Virus und dann acht Tore ein

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Marc Thorwartl

Kommentare

Eishockey Heilbronner Falken Florian Mnich Heilbronner Falken Dresdner Eislöwen
Keeper Florian Mnich hat in Selb einen rabenschwarzen Tag erwischt. © Marc Thorwartl

Eine Partie, in der es um so viel geht, ist bereits nach den ersten 20 Minuten entschieden. Falken-Keeper Florian Mnich erwischt einen rabenschwarzen Tag, dazu hat sich ein Magen-Darm-Virus in der Mannschaft eingenistet, dem Noah Dunham, Christopher Fischer, Ilya Andryukhov und während der Partie auch noch Julius Ramoser sowie Freddy Cabana zum Opfer fallen.

Am Freitag, 17. März, steigt um 19.30 Uhr das zweite Spiel in der DEL2-Abstiegsrunde zwischen den Heilbronner Falken und den Selber Wölfen. Nachdem die Oberfranken die erste Partie am Mittwoch in Heilbronn mit 2:1 gewonnen haben, wollen sie daheim natürlich nachlegen. Dabei könnten sie eigentlich auf ihren zuletzt gesperrten Torjäger Nick Miglio zurückgreifen. Doch Selbs Trainer Sergej Waßmiller verzichtet darauf, den US-Amerikaner aufzustellen, lässt exakt dieselbe Mannschaft wie am Mittwoch auflaufen. Getreu dem Motto: „Never change a winning team“. Die Heilbronner Falken hingegen wollen zeigen, dass die Mittwochspartie nur ein Ausrutscher war und die Serie ausgleichen.

VereinHeilbronner Falken
LigaDEL2
Trainings- und SpielstätteEisstadion Heilbronn
TrainerMartin Jiranek

Dabei muss Martin Jiranek, Trainer der Heilbronner Falken, allerdings improvisieren. Noah Dunham ist nicht fit, damit stehen den Unterländern keine zwölf Stürmer zur Verfügung. In der Verteidigung lässt er zudem River Rymsha für Kenney Morrison spielen. Auch Judd Blackwater wäre ein Wechselkandidat gewesen - aber der ist Center, und davon haben die Unterländer bekanntlich eh zu wenige. Wenn Jiranek gewusst hätte, dass kurz vor Spielbeginn auch noch Kapitän Christopher Fischer ausfällt, dann hätte er womöglich anders entschieden, denn jetzt stehen den Falken nur noch fünf Verteidiger zur Verfügung. Obgleich der Coach das Problem im Sturm ausgemacht hatte: „Wenn du daheim nur ein Tor schießt, dann kannst du nicht gewinnen.“ Und er schob gleich eine Forderung hinterher: „Wir müssen viel mehr Pucks vor und auf das Tor bringen.“

Heilbronner Falken starten mit einem kapitalen Bock von Keeper Mnich

Damit hat er die Devise der Heilbronner Falken für die Partie vorgegeben. Keine zehn Sekunden sind gespielt, da kommt Jeremy Williams ganz allein vor dem Wölfe-Keeper zum Schuss - und trifft den Puck nicht richtig. Das war sie, die Chance zur frühen Führung. Es kommt aber ganz anders. Im Gegenzug wird die Scheibe einfach hoch vors Tor gespielt - und Florian Mnich lässt sie passieren. 46 Sekunden sind gespielt, und der Keeper schießt so einen Bock! Keine Chance, ein Treffer, das ist wie am Mittwoch. Kurz danach haben die Falken Powerplay. Sie lassen ein Trommelfeuer auf das Tor ab. Doch weder Justin Kirsch, noch Rymsha, Julian Lautenschlager oder Williams treffen.

Dann bekommen die Wölfe Überzahl. Ihr Powerplay war bereits am Mittwoch brandgefährlich. Dort allerdings noch ohne Treffer. Ganz anders dieses Mal. Ein harter Schuss auf die Brust, Mnich kann nicht festhalten, Rebound, Tor. Danach das altbekannte Spiel. Die Falken zu umständlich, die Selber suchen immer den schnellen Abschluss. Erneut Powerplay für die Wölfe. Es dauert sieben Sekunden, dann ist die Scheibe im Netz, 3:0, das war es wohl. Knapp drei Minuten vor dem Pausenpfiff bekommen die Unterländer die Chance, in die Partie zurückzukommen. Sie haben Powerplay. Das ist aber schlecht, die einstige Paradedisziplin der Falken will einfach nicht mehr klappen. Und erneut spielt sich Mnich ins Rampenlicht. Im negativen Sinne. Wieder ein Lob, er lässt den Puck nach vorne prallen, Selb macht das 4:0. In Unterzahl! Wer nach Mittwoch gedacht hatte, es könnte nicht schlimmer werden, wird hier eines Besseren belehrt.

Heilbronner Falken treffen doppelt im Powerplay

Auch das zweite Drittel beginnt mit einer Großchance für die Heilbronner Falken, aber Tonge scheitert bei seinem Alleingang. Wie aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen zu hören ist, hat anscheinend ein Magen-Darm-Virus in der Heilbronner Kabine zugeschlagen. Und das ausgerechnet in dieser Saisonphase. Das würde den kraftlosen Auftritt einiger Spieler wenigstens teilweise erklären. Die Falken bekommen wieder Überzahl - erneut ohne Erfolg. Dann fällt das 5:0. Wieder macht Mnich eine schlechte Figur. Er hat eine Scheibe sicher, will das Spiel schnell machen, legt sie ab, trifft sie mit dem Schläger nicht, Selb muss nur abstauben. Ein Torhüterwechsel ist nicht drin, Ilya Andryukhov sitzt nicht mehr auf der Bank - auch ihn hat das Virus erwischt.

Immerhin können die Unterländer das vierte Powerplay nutzen. Jeremy Williams hat genau den langen Winkel angepeilt. Aber es dauert nicht lange, dann ist der Fünftore-Abstand wieder hergestellt. Ein Fehler in der Bande, der Puck prallt genau in den Slot, und Mnich wird zum 6:1 getunnelt. Doch die Falken beißen zurück. Im Powerplay. Freddy Cabana trägt die Scheibe ins Angriffsdrittel, legt sie nach hinten ab, Justin Kirsch verkürzt auf 6:2.

Heilbronner Falken mit toller Moral

Das letzte Drittel beginnt mit weiteren Hiobsbotschaften. Julius Ramoser und Cabana müssen auf Seite der Heilbronner Falken auch die Segel streichen. 40 Sekunden sind gespielt, da werden mit dem 7:2 die letzten Zweifel am Sieg der Wölfe beseitigt. Mit einer schönen Einzelaktion verkürzt Moritz Elias auf 7:3. 21 Sekunden später macht Williams gar das 7:4. Geht hier etwa doch noch was? Die Mega-Chance bekommen die Falken, zeitgleich werden zwei Selber auf die Strafbank geschickt. 120 Sekunden doppelte Überzahl. Rymsha scheitert an der Latte. Als Kirsch dann zum 7:5 trifft, wird das Tor aberkannt, weil sich Stefan Della Rovere vorher zu einem Foul hinreißen lässt.

Damit hat er seinem Team einen Bärendienst erwiesen. Das Powerplay der Gastgeber ohne Erfolg. Dafür können sich die Heilbronner Falken kurz danach wieder mit einem Mann mehr beweisen. Und da die Selber das Anspiel verzögern, gibt es eine weitere Strafzeit. Erneut 120 Sekunden doppelte Überzahl, da MUSS jetzt einer rein. Und wirklich, nach 56 Sekunden verkürzt Della Rovere auf 7:5. Aber der Anschlusstreffer fällt nicht mehr. Dafür Überzahl für Selb, die Falken kurzfristig mit sechs Mann auf dem Eis. Das Unterzahlspiel überstehen die Unterländer unbeschadet, doch als sie den Keeper zugunsten eines weiteren Feldspielers ziehen, treffen die Selber zum 8:5 ins verwaiste Tor. Das ist dann auch der Schlusspunkt.

Nach der Partie kommen Nachrichten aus Selb, die nichts Gutes verheißen. Falken-Geschäftsführer Marco Merz vermeldet: sieben am Virus erkrankte Spieler, auch die Betreuer hat es erwischt. Ob da am Sonntag überhaupt ein Spiel möglich ist? Das wird sich zeigen. „Der ganze Tag ist bei uns komisch gelaufen. Wir haben einige unglückliche Tore kassiert, wir hatten eine kurze Bank, durch viele Krankmeldungen, direkt vor und während der Partie sind weitere dazugekommen. Gut ist, dass wir uns nicht aufgegeben haben und auch mit den wenigen Spielern versucht haben, zurückzukommen. Wir müssen jetzt regenerieren und uns auf den Sonntag vorbereiten“, erklärt Falken-Trainer Martin Jiranek auf der Pressekonferenz.

Auch interessant

Kommentare