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Schwacher Auftritt der Heilbronner Falken bei den Dresdner Eislöwen

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Von: Marc Thorwartl

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Frederik Cabana im Dress der Heilbronner Falken im Zweikampf mit Tyson McLellan.
Freddy Cabana erzielte seinen ersten Treffer im Trikot der Heilbronner Falken in Dresden. © Marc Thorwartl

Ein katastrophales zweites Drittel, die schlechte Chancenverwertung und viele individuelle Fehler sorgen für die zweite Niederlage der Heilbronner Falken an diesem Wochenende.

Eine Reaktion zeigen - das wollen die Heilbronner Falken lediglich zwei Tage nach der bösen 0:6-Klatsche daheim gegen den EV Landshut heute in der DEL2-Partie bei den Dresdner Eislöwen. Personell gibt es nur wenig Neues zu berichten. Stürmer Luke Volkmann wird heute, nachdem er am Freitag einen bösen Check gegen den Kopf einstecken musste, geschont. Die Hoffnungen auf eine schnellere Rückkehr von Corey Mapes und Jeremy Williams haben sich nicht erfüllt. Nach einer Meldung der Heilbronner Falken werden beide am kommenden Freitag ihr Comeback feiern. Zudem fehlt Julian Lautenschlager wegen seines Fouls im Spiel gegen die Lausitzer Füchse.

VereinHeilbronner Falken
LigaDEL2
Trainings- und SpielstätteEisstadion Heilbronn
TrainerJason Morgan

Auch bei den Dresdner Eislöwen sind noch nicht alle Akteure fit, doch die Zeiten, als den Elbstädtern bis zu acht Stammspieler verletzt oder erkrankt ausfielen, sind vorbei. Coach Andreas Brockmann kann auf ein volles Lineup zurückgreifen. Wie bei den Heilbronner Falken verlief der Saisonstart auch bei den Eislöwen nicht wie erhofft. Doch dann legte das Team einen Zwischenspurt hin und belegt mit 19 Punkten Platz acht in der Tabelle und ist auf Tuchfühlung zu den Top-Sechs. Davon sind die Heilbronner Falken noch ein ganzes Stück entfernt. Das Tor der Unterländer hütet heute wieder Ilya Andryukhov, der mit seinen Paraden am Freitag eine höhere Niederlage vereitelt hatte. Neuzugang Freddy Cabana wechselt als Center in den zweiten Sturm, Stefan Della Rovere aus der Verteidigung wieder in den Sturm.

Heilbronner Falken wieder mit einem ganz schlechten Start

Die Partie beginnt für die Heilbronner Falken mit der kalten Dusche. Maxi Leitner verspringt die Scheibe, Kenney Morrison kann nicht klären, Pass vors Tor, Schuss, 1:0. Gespielt sind gerade einmal 28 Sekunden! Das gibt den Hausherren natürlich zusätzlichen Aufwind, sie ziehen ihr Spiel auf, die Heilbronner Falken sind meist nur am Reagieren. Dann die fünfte Minute. Cabana zieht über die Außenbahn Richtung Eislöwen-Tor, schießt mit der Rückhand von hinter dem Tor an die Rückseite der Torhüter-Kelle und von dort springt der Puck zum völlig überraschenden Ausgleich ins Tor. Der erste Treffer für den Rückkehrer im Falken-Trikot. Danach sind die Falken besser im Spiel. Die Sachsen zwar optisch überlegen, die ganz großen Chancen bleiben aber aus.

Bis zur 10. Minute. Strafzeit gegen die Heilbronner Falken. Jordan Knackstedt schießt, Falken-Kapitän Christopher Fischer wird getroffen und bremst dadurch den Puck ab, der genau vor Tom Knobloch herunterfällt, 2:1. Doch nach dem Videobeweis versagen die Referees dem Treffer die Anerkennung, weil Knobloch mit einer Kickbewegung den Puck ins Tor befördert hat. Da haben die Heilbronner Falken Glück gehabt. Aber 15 Sekunden vor Ablauf der Strafe dann doch das 2:1. In der 14. Minute legen die Eislöwen sogar das 3:1 nach. Diesen Treffer darf sich Marco Haas von den Heilbronner Falken ankreiden lassen, da er zuerst den Puck und dann den Gegenspieler aus dem Auge verliert. Wieder einmal fallen die Gegentore viel zu einfach. Immerhin bekommen die Heilbronner Falken kurz vor Ende des Drittels Überzahl und starten so ins zweite Drittel mit einem Powerplay.

Bis 19 Sekunden vor dem Ende will bei den Heilbronner Falken im zweiten Drittel gar nichts klappen

Das spielen die Heilbronner Falken richtig gut, aber die Scheibe will nicht über die Linie. Trainer Jason Morgan scheint in der Kabine die richtigen Worte gefunden zu haben, denn jetzt sind die Heilbronner Falken ganz anders auf dem Eis. Sie kreieren Chancen nach vorne - doch irgendwann sollte man die auch mal verwerten. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Eislöwen mit dem ersten Schuss im zweiten Drittel das 4:1 machen. Wieder haben die Falken eine ungefährliche Scheibe scharf gemacht, weil sie sie nicht über die blaue Linie geklärt haben. Das ist dilettantisch. Als dann auch noch Justin Kirsch im direkten Gegenzug aus aussichtsreicher Position scheitert, ist klar: das wird hier wohl nichts mehr.

Die Heilbronner Falken lassen einfach zu viele gute Chancen liegen und hinten sind sie nicht sattelfest. Über den Rest des Drittels breitet man aus Heilbronner Seite lieber den Mantel des Schweigens. Ein Fehlpass-Festival erster Güte, null Spielverständnis, null Körperkontakt und im zweiten Powerplay hat man nicht ein einzige Tor-Chance. Bis 18 Sekunden vor der Sirene Alex Tonge erst das Bully gewinnt, ein Schuss von Christopher Fischer geblockt wird und der Puck direkt wieder vor die Füße von Tonge fällt, der sofort abzieht und das 2:4 aus Heilbronner Sicht erzielt. „Wir müssen stabiler in der Defensive stehen“, fordert Cabana im Pausen-Interview.

Hoffnungen der Heilbronner Falken lösen sich nach 50 Sekunden in Luft auf

Die Hoffnungen der Heilbronner Falken, dieser Partie noch eine Wende geben zu können, bekommen nach nur 50 Sekunden einen herben Dämpfer. August von Ungern-Sternberg verliert im Spiel nach vorne den Puck, die Eislöwen kontern, hinten herrscht Konfusion und nur halbherzige Gegenwehr, Knackstedt mit seinem zweiten Treffer zum 5:2. Immerhin können die Heilbronner Falken ihr drittes Powerplay verwerten. Lukas Mühlbauer verwertet eine Hereingabe von von August-Sternberg zum 3:5.

Als Julius Ramoser auf die Strafbank muss, wird es wieder brandgefährlich für die Heilbronner Falken. Das Powerplay der Hausherren ist richtig gut, aber jetzt endlich sind die Falken giftig bei der Abwehrarbeit, verhindern einen weiteren Treffer und auch das nächste Penalty-Killing funktioniert. Aber die Zeit läuft herunter. Null Punkte - so lautet die Bilanz der Heilbronner Falken an diesem Wochenende, nichts wurde es mit dem erhofften Anschluss ans Mittelfeld.

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