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Am Ende sind die Heilbronner Falken bei den Kassel Huskies chancenlos

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Von: Marc Thorwartl

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August von Ungern Sternberg hinter dem Tor.
August von Ungern-Sternberg bringt die Heilbronner Falken in Führung. © Marc Thorwartl

13 Spiele in Folge haben die Kassel Huskies gewonnen. Da werden sie wohl kaum über die Heilbronner Falken stolpern? Zwei Drittel sieht es ganz gut aus, am Ende setzt sich die Klasse der Nordhessen aber mit 4:1 durch.

Vor einer Mission impossible stehen die Heilbronner Falken heute Abend. Sie müssen in der DEL2 beim Klassenprimus Kassel Huskies antreten. Die Nordhessen sind das Maß aller Dinge in der Liga. Sie haben 20 Punkte mehr auf der Habenseite als der Tabellenzweite, die meisten Tore geschossen und die wenigsten kassiert. „Wir wollen dort gutes Eishockey zeigen. Strukturiert, defensiv aufmerksam, lange die Null halten, weg von der Strafbank bleiben, und wenn es nach zwei Dritteln vielleicht knapp steht, im letzten Drittel auch was holen“, erklärt Martin Jiranek, Trainer der Heilbronner Falken.

VereinHeilbronner Falken
LigaDEL2
Trainings- und SpielstätteEisstadion Heilbronn
TrainerMartin Jiranek
Co-TrainerJanne Sinkkonen

Personell kann er fast auf dasselbe Team wie am Sonntag bei der 2:4-Niederlage gegen Freiburg zurückgreifen. Fast hätte es sogar mit vier Sturmreihen geklappt, denn Moritz Elias ist von den Mannheimer Adlern zurückgekehrt. Da allerdings Noah Dunham mit einem grippalen Effekt ausfällt, stehen wieder nur elf Stürmer zur Verfügung. Elias nimmt seinen Platz im Sturm ein. Im Tor steht heute Ilya Andryukhov.

Heilbronner Falken halten sich penibel an den Gameplan und gehen im Powerplay in Führung

Wenig verwunderlich, dass die Huskies gleich das Kommando übernehmen. Doch die Heilbronner Falken stehen aufmerksam in der Abwehr, versuchen ihrerseits mit Kontern Nadelstiche zu setzen. Dabei machen sie das, was der Coach gefordert hat: Sie bringen die Scheiben flach vors Tor, lauern auf den Rebound. Die Nordhessen unterstützen die Gäste in ihren Angriffsbemühungen, da sie eine Strafe ziehen. Aber das Powerplay ist noch zu statisch - und was aufs Tor kommt, fischt der Husky-Goalie weg. In der zehnten Minute gibt es einen Faustkampf, Judd Blackwater muss für fünf Minuten auf die Strafbank, sein Kontrahent allerdings auch.

Da der Husky zuvor auch ein Foul begangen hat, erneut Überzahl für die Heilbronner Falken. Kirsch zieht von der blauen Linie ab, den Rebound versenkt August von Ungern-Sternberg zum 0:1. Wütende Angriffe der Gastgeber sind die Folge. Andryukhov hat das Glück des Tüchtigen auf seiner Seite, wehrt einen Schuss ab, der Puck trudelt an den Pfosten und von dort neben das Tor. Dann Powerplay für die Gastgeber. Das ist brandgefährlich, doch das Penalty-Killing der Heilbronner Falken ist noch besser. Mit dem 0:1 geht es in die erste Pause.

Doppelschlag bringt die Heilbronner Falken ins Hintertreffen

Auch die Schuss-Statistik von 20:13 spricht für die Heilbronner Falken. Für Blackwater ist die Partie gelaufen. Beim Fight hat er so einen Schlag abbekommen, dass sein Auge zugeschwollen ist. Sorry, das war dämlich, der Faustkampf unnötig, da eine Strafe gegen den Husky längst angezeigt war. Klar, dass die Kassel Huskies mit ganz viel Dampf aus der Kabine kommen. Ihr Coach hat sie richtig heiß gemacht. Die Unterländer müssen an ihrer Taktik nichts ändern - einfach weiter so spielen wie bisher, das sieht nämlich richtig gut aus. Die erste Chance haben die Falken, Alex Tonge scheitert. Die Huskies immer dann gefährlich, wenn sie Druck aufbauen können oder ein Fehlpass in der Heilbronner Verteidigung gespielt wird. Andryukhov hält überragend, allerdings sollten die Heilbronner Falken ihr Glück nicht übermäßig strapazieren.

In der 29. Minute dann die zweite Strafe gegen die Heilbronner Falken. Das Special-Team kämpft um jeden Zentimeter Eis, übersteht die prekäre Situation unbeschadet. Doch kaum wieder komplett, nutzen die Huskies eine Verwirrung in der Hintermannschaft, es steht 1:1. Und dann kommt er wieder, der Fehler bei den Heilbronner Falken. Puckverlust im Angriffsdrittel, die Huskies kontern, Monstersave Andryukhov, sie bekommen die zweite Chance, die Falken zu spät im Zurücklaufen, zudem stellen sie die Defensivarbeit ein, 2:1! Das war ganz schlecht verteidigt. Nur 79 Sekunden hat es gedauert, und die Falken haben ihre hervorragende Ausgangsposition aus der Hand gegeben. 95 Sekunden vor der Pause gibt es eine weitere Strafzeit gegen die Heilbronner Falken. Das Special-Team der Heilbronner Falken ist wieder voll auf der Höhe, lässt bis zur Pause keinen weiteren Treffer zu.

Heilbronner Falken werden für ihre vielen Strafzeiten bestraft

Auch die restliche Strafzeit zu Beginn des letzten Abschnitts überstehen die Heilbronner Falken. Was jetzt? Bedingungslose Offensive würde wohl zwangsläufig zum Untergang gegen die offensivstarken Huskies führen. Vielmehr müssen die Unterländer zurück zu ihrem Spiel aus dem ersten Drittel finden, geduldig warten, eventuell dann in Überzahl zuschlagen. Aber es kommt ganz anders. Unnötige Strafe von Stefan Della Rovere in der neutralen Zone. Andryukhov muss einen knallharten und platzierten Schuss über die Schulter passieren lassen. Jetzt geht alles den Bach runter. Nächste Strafe gegen die Falken, Corey Mapes muss raus, zum Glück gibt‘s kurz danach auch ein Foul der Nordhessen, sodass kein weiteres Tor fällt.

Den Heilbronner Falken gehen merklich die Kräfte aus. Die Fehlpass-Quote nimmt zu. In der 51. Minute trotzdem die Chance, nochmals heranzukommen. Sie haben Powerplay. Aber das ist zum Vergessen. Eine tolle Kombination der ersten Formation geht knapp am Pfosten vorbei, die zweite Formation kommt nicht ein einziges Mal in die Angriffszone! Drei Minuten vor dem Ende dann die endgültige Entscheidung, Tristan Keck trifft aus vollem Lauf. Das war es dann, die minimale Hoffnung auf eine Überraschung währte leider nur zwei Drittel. Das 4:1 geht auch in der Höhe in Ordnung.

„Das erste Drittel haben wir schlau gespielt, das 1:0 war verdient. Im zweiten Drittel konnten wir nicht mehr so kraftvoll dagegenhalten, bei uns ist Blackwater als Center ausgefallen, dann konnten wir nur noch mit drei Reihen agieren. Wir hatten nochmals die Chance, nach dem 3:1 zurückzuschlagen, da haben wir Druck gemacht“, erklärt Martin Jiranek nach dem Spiel.

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