Am Ende versagen die Kräfte

Heilbronner Falken werden für ihren Kampf in Bad Tölz nicht belohnt

  • Marc Thorwartl
    vonMarc Thorwartl
    schließen

Nach mehr als drei Wochen Corona-Quarantäne-Pause geht die DEL2-Saison für die Heilbronner Falken endlich weiter. Sie müssen bei den Tölzer Löwen ran.

Mit zwei Goalies, sechs Verteidigern und neun Stürmern treten die Heilbronner Falken die Reise ins Tölzer Land an. Mit dabei: die drei Jungadler Simon Thiel, Lukas Ribarik und Arkadiuz Dziambor. Nur dadurch kann Falken-Trainer Michel Zeiter mit drei kompletten Reihen antreten. Auch den Tölzer Löwen, die zuletzt fünf Spiele in Folge gewonnen haben, stehen nicht mehr Spieler zur Verfügung, trotzdem sind sie klarer Favorit. „Um zu gewinnen, muss bei uns alles passen“, erklärt Zeiter am Donnerstag gegenüber echo24.de.

Er will, dass seine Mannschaft sich voll reinhängt - und hat ihr eine defensive Marschrichtung mit auf den Weg gegeben. Zudem hofft er wieder auf einen Sahnetag bei Torhüter Matthias Nemec. Zudem feiert der vor drei Wochen verpflichtete Aron Reisz seine Premiere im Dress der Heilbronner Falken. Die Falken zeigen 50 Minuten ihr bestes Saisonspiel- ehe dann die Kräfte ausgehen. Am Ende verlieren sie mit 3:6.

Heilbronner Falken werden eiskalt erwischt

Die Partie beginnt für die Heilbronner Falken denkbar ungünstig. Nach 90 Sekunden erhält Tim Miller bereits eine Strafzeit, für ein Foul in der neutralen Zone. Im anschließenden Unterzahlspiel gelingt es den Unterländern nicht, die Scheibe rauszuschlagen, ein Schuss der Tölzer, die Scheibe wird zweimal abgefälscht und trudelt ins Tor. Gespielt sind 107 Sekunden, keine Chance für Nemec im Falken-Tor! Kurz darauf Strafe gegen die Hausherren. Powerplay für die Heilbronner Falken. Die benötigen 51 Sekunden, dann steht es 1:1, Kevin Maginot trifft durch Freund und Feind. Ein ganz wichtiges Tor. Danach beide Teams auf Augenhöhe.

Kevin Maginot trifft zum 1:1.

Bis zur 13. Minute. Da ist eine Strafe gegen die Heilbronner Falken angezeigt. Zu allem Überfluss erlaubt sich ein weiterer Unterländer ein Foul. Doppelte Unterzahl für komplette zwei Minuten. Das tut richtig weh. Aber die Jungs auf dem Eis machen das klasse, was durchkommt, fischt Nemec weg. Die Falken haben sogar eine Riesenchance durch Miller bei einem Break, doch der vergibt, es bleibt beim 1:1. Schocksekunde dann in der vorletzten Minute. Michael Knaub bekommt einen Puck ins Gesicht und muss mit blutender Wunde in die Kabine. Ein erstes Drittel, das Lust auf mehr macht.

Heilbronner Falke mit erstem Tor im Profibereich

Die schlechte Nachricht zu Beginn des zweiten Drittels, Knaub kommt nicht zurück aufs Eis, damit stehen den Heilbronner Falken keine drei Sturmreihen mehr zur Verfügung. Jeweils ein Falke fährt Doppelschicht. Doch sie lassen sich davon nicht aus der Ruhe bringen, haben gute Chancen durch Marcus Götz, Maginot und Bryce Gervais, der einmal am Keeper, beim zweiten Mal am Pfosten scheitert. Dann Powerplay für die Gäste. Leider nicht von Erfolg gekrönt, aber die Falken sind richtig gut im Spiel. Und dann belohnen sie sich für ihre Mühen. Ribarik leitet einen schnellen Konter ein, Valentino Klos hat das Auge für den mitgelaufenen Thiel, der eiskalt vollstreckt. Erstes Spiel im Profibereich, erster Treffer, so kann es für den Youngster weitergehen.

Stefan Della Rovere trifft zum 1:3.

Es dauert lange, bis die Tölzer Löwen dieses Tor verdauen, erst ab der 35. Minute können sie wieder Druck aufbauen, die Heilbronner Falken werfen sich mit allem dazwischen, was sie haben. Mitten in diese Drangphase dann der nächste Streich der Unterländer. Stefan Della Rovere wird mustergültig von Thiel angespielt, der Top-Torjäger der Falken fackelt nicht lange, 1:3. Allerdings währt die Freude nicht lange, quasi im Gegenzug gelingt den Hausherren der Anschlusstreffer. Kurz vor der Pause scheitert erneut Gervais mit einer guten Möglichkeit, es bleibt aber bei der knappen 3:2-Führung. Das mit Abstand beste Heilbronner Drittel der bisherigen Saison.

Heilbronner Falken gehen die Kräfte aus

Die bange Frage zu Beginn des letzten Drittels: Halten die Kräfte bei den Heilbronner Falken? Nur vier Trainings nach drei Wochen Pause, das werden lange 20 Minuten. Die Hausherren machen sofort klar, dass sie die Partie noch drehen wollen. Die Heilbronner Falken müssen diese Anfangsoffensive unbedingt unbeschadet überstehen. Sie stehen defensiv kompakt und versuchen vorne Nadelstiche zu setzen. Jeder darf mit jedem spielen, die acht Stürmer rotieren komplett durch.

Zehn Minuten klappt das perfekt, dann ist es passiert. Eine Unaufmerksamkeit, schon steht es 3:3. Die Heilbronner Falken wirken konsterniert - das nutzen die Tölzer Löwen 61 Sekunden später zur 4:3-Führung. Man merkt den Unterländern den Kräfteverschleiß an, trotzdem kämpfen sie, mobilisieren ihre letzten Kräfte, um hier wenigstens noch einen Punkt zu sichern. Klos hat die Chance, taucht allein vor dem Keeper auf, scheitert aber. So langsam läuft den Heilbronner Falken die Zeit davon. Zwei Minuten vor dem Ende dann ein perfekter Konter der Löwen, den sie mit dem 5:3 abschließen. Damit ist die Partie gelaufen. Elf Sekunden vor dem Schluss fällt gar noch das 6:3. Ein Spiel, bei dem die Heilbronner Falken überzeugen - und am Ende nur dem Kräfteverschleiß Tribut zahlen müssen.

Keine guten Nachrichten gibt es nach der Partie von Michael Knaub, der laut Trainer Zeiter im Tölzer Krankenhaus ist. Eine Entgleisung leistet sich Tim Miller nach der Partie, indem er die Schiedsrichter beschimpft und dafür eine zehnminütige Disziplinarstrafe und eine Spieldauerstrafe aufgebrummt bekommt. Damit könnte er am 26. Dezember im Spiel gegen die Löwen Frankfurt gesperrt sein und hätte seiner Mannschaft einen Bärendienst erwiesen.

Rubriklistenbild: © Thorwartl

Das könnte Sie auch interessieren