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Dumm, dümmer, Heilbronner Falken - die Niederlage in Landshut ist selbst verschuldet

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Von: Marc Thorwartl

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Alex Tonge Heilbronner Falken Eishockey DEL2 EV Landshut Tor
Alex Tonge trifft zum 1:0, scheitert aber mit einem Penalty im zweiten Drittel. © Marc Thorwartl

Es geht um so viel in der Partie zwischen den Heilbronner Falken und dem EV Landshut. Die Unterländer sehen bis zur 53. Minute wie der Sieger aus - und lassen sich dann noch die Butter vom Brot nehmen.

Hoffentlich haben die Heilbronner Falken den Weihnachtsbraten und die Niederlage vom Freitag gegen die Eislöwen Dresden gut verdaut. Denn heute Abend müssen sie beim EV Landshut antreten. In beiden bisherigen Vergleichen haben die Unterländer den Kürzeren gezogen. Gerade das erste Spiel in Landshut endete im Debakel, als man nach einer 3:0-Führung nach dem ersten Drittel dann sieben Treffer in Folge kassierte und letztendlich mit 4:7 unterlag. Auch Jeremy Williams hat diese Begegnung in schlechter Erinnerung, beförderte ihn ein damals nicht geahndeter Check doch für sechs Wochen in den Krankenstand.

VereinHeilbronner Falken
LigaDEL2
Trainings- und SpielstätteEisstadion Heilbronn
TrainerJason Morgan
Co-TrainerMartin Jiranek

Die Heilbronner Falken müssen weiterhin auf Freddy Cabana verzichten - nichts wurde es also vom erhofften Weihnachtswunder von Falken-Geschäftsführer Marco Merz. Immerhin kehrt Julian Lautenschlager nach seiner Sperre von drei Spielen wieder ins Team zurück, somit steht Falken-Trainer Jason Morgan wenigstens ein zweiter Mittelstürmer zur Verfügung. Die Heilbronner Falken können auf dem Papier mit vier Reihen agieren, allerdings ist Verteidiger Malte Krenzlin dabei als Stürmer eingeplant. Die Landshuter sind nach einem nahezu perfekten Start mächtig ins Straucheln geraten, haben aber zuletzt wieder bessere Auftritte gezeigt. Wenn die Heilbronner Falken nicht noch mehr Boden auf die Pre-Playoff-Plätze verlieren wollen, dann müssen sie hier gewinnen.

Heilbronner Falken mit frühem Rückstand und spätem Ausgleich in Landshut

Wieder beginnt die Partie für die Heilbronner Falken äußerst schmerzhaft. Christopher Fischer mit einem Fehlpass im Angriffsdrittel, ein Konter und ein Foul. Unterzahl Falken. Das Penalty-Killing sehr gut, Landshut ohne einen einzigen Schuss. Dann sind die Heilbronner Falken wieder komplett - und es klingelt im Kasten. Keeper Florian Mnich lässt einen Sonntagsschuss aus spitzestem Winkel passieren. Den MUSS er halten! Knapp vier Minuten sind gespielt - und schon wieder liegen die Unterländer zurück. In der Folgezeit neutralisieren sich die Mannschaften weitestgehend, Chancen bleiben Mangelware. Das Chancenplus liegt aber aufseiten des EV Landshut.

Bis es die erste Strafzeit gegen den EV Landshut gibt. Die Heilbronner Falken wirklich mit einem sehr guten Powerplay, da kommen die Schüsse von der blauen Linie, die Scheibe verweilt im Angriffsdrittel, doch der Puck will einfach nicht über die Linie. Dann läuft die letzte Minute im ersten Drittel. In der neutralen Zone erkämpft sich Williams die Scheibe, passt zu Stefan Della Rovere, der quer auf Alex Tonge - der ja an Weihnachten seine Vertragsverlängerung bei den Heilbronner Falken verkündet hat -, und dessen platzierter Schuss schlägt genau im Kreuzeck ein. Ein Treffer zum psychologisch wohl besten Zeitpunkt. Mit dem 1:1 geht es in die Pause.

Heilbronner Falken gewinnen die Oberhand, vergeben einen Penalty und treffen wieder spät

Im zweiten Drittel melden sich dann endlich auch die EVL-Fans zu Wort, die bis dahin den Support verweigert hatten. Das beflügelt die Niederbayern, nach 24 Sekunden bereits der erste Schuss auf Mnich - ist das ein Zeichen, in welche Richtung die Partie läuft? Nein, denn die Heilbronner Falken halten dagegen, setzen sich immer häufiger im Angriffsdrittel fest. In der 27. Minute die ganz dicke Chance für die Unterländer. Noah Dunham ist alleine durch, wird dann zu Fall gebracht. Penalty für die Heilbronner Falken. Doch Tonge kann den Strafschuss nicht verwerten, es bleibt beim 1:1.

Kurz danach folgt das zweite Powerplay der Heilbronner Falken - doch dieses Mal ist es eins zum Vergessen, da klappt gar nichts. Nach einem Konter der Hausherren ist Mnich auf dem Posten, im direkten Gegenzug schnürt der zweite Block der Heilbronner Falken den EVL im Abwehrdrittel ein, doch weder Lautenschlager, noch Kenney Morrison oder Justin Kirsch bringen den Puck unter. Dann kommt er, der geniale Moment von Williams. Mit einer Körpertäuschung lässt er den Landshuter Gegenspieler aussteigen und hämmert die Scheibe genau ins Kreuzeck. 1:2, die Führung ist jetzt verdient, und mit ihr geht es in die zweite Pause.

Hochnäsigkeit der Heilbronner Falken wird bestraft

Das Spiel nimmt im letzten Drittel sofort Fahrt auf. Williams scheitert nach 25 Sekunden mit einer Direktabnahme. auf der anderen Seite klärt Mnich erst mit dem Kopf und wie er den Rebound rausfischt, das verdient das Prädikat „Weltklasse“. Dann Powerplay Landshut. Und da brennt es mehrfach lichterloh vor dem Falken-Tor - bis es passiert. Ein Schuss an den Pfosten, den Rebound versenkt Landshut zum 2:2. Keine vier Minuten sind gespielt, alles ist wieder offen. Können die Heilbronner Falken zurückschlagen? Und wie. Eine Traumkombination über Kirsch und August von Ungern-Sternberg schließt Lautenschlager mit dem 2:3 ab. Das war richtig stark gespielt.

Noch genau zehn Minuten sind auf der Uhr, da haben die Heilbronner Falken die Möglichkeit, für eine Vorentscheidung zu sorgen. Sie bekommen Überzahl. Aber das ist viel zu passiv - und wird bestraft. Die Falken vertändeln im eigenen Drittel den Puck, Landshut macht in Unterzahl das 3:3. Selbst schuld, absolut unnötig, diese aufreizende Lässigkeit wird eiskalt bestraft. Das Tor gibt den Hausherren sichtlich Auftrieb. Drei Minuten vor dem Ende passiert dann das fast schon Unvermeidliche. Vorne fangen die Falken einen Puck ab, doch der Pass von Williams zum frei vor dem Tor stehenden Tonge zu ungenau, im Gegenzug läuft Landshut einen Vier-auf-eins-Konter, Marco Pfleger macht das 4:3. Bravo Falken, diese Niederlage habt ihr euch selbst zuzuschreiben. Man muss den Tatsachen ins Auge sehen. Mit so einer Leistung hat man in den Playoffs nichts verloren, man sollte sich lieber mit dem Gedanken anfreunden, dass es in den Playdowns ums nackte Überleben geht. Man muss es so knallhart ausdrücken: Selten war es einfacher, in Landshut zu gewinnen - und selbst das bringen die Heilbronner Falken nicht fertig.

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