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58 Minuten lang ein ganz schwacher Auftritt der Heilbronner Falken gegen die Ravensburg Towerstars

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Von: Marc Thorwartl

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Alex Tonge Eishockey Heilbronner Falken DEL2 Ravensburg Towerstars
Alex Tonge scheitert mit seinem Rückhandschuss. © Marc Thorwartl

58 Minuten spielen nur die Ravensburg Towerstars - erst dann wachen die Heilbronner Falken auf und verpassen fünf Sekunden vor dem Ende das mögliche Unentschieden.

Mit einem Gegner großen Kalibers bekommen es die Heilbronner Falken heute Abend im DEL2-Heimspiel gegen die Ravensburg Towerstars zu tun. Die Oberschwaben sind durch die Bank hochkarätig besetzt, stehen derzeit allerdings nur auf dem fünften Tabellenplatz. Für die Ansprüche der Towerstars ist das zu wenig. Zumal sie die letzten beiden Partien verloren haben - wobei vor allem die 3:9-Klatsche am vergangenen Sonntag in Kassel richtig geschmerzt haben dürfte. Auch so wollen sich die Ravensburger bei den Heilbronner Falken revanchieren, hatten die doch die erste Saisonbegegnung mit 6:2 für sich entscheiden können. Die Revanche gelingt, die Oberschwaben gewinnen mit 3:2.

VereinHeilbronner Falken
LigaDEL2
Trainings- und SpielstätteEisstadion Heilbronn
TrainerJason Morgan, Co-Trainer Martin Jiranek

Wie bereits beim Fan-Talk am Mittwochabend angekündigt, müssen die Heilbronner Falken auf Luca Tosto verzichten, der für den verletzten Mannheimer Spieler Tim Wohlgemuth in den Roster der Adler gerutscht ist. Dafür hat Falken-Trainer Jason Morgan wieder Eisbären-Akteur Marco Haas ins Team geholt. Da aber auch Julian Lautenschlager verletzt ausfällt, stehen den Heilbronner Falken nur elf Stürmer und somit keine kompletten vier Angriffs-Reihen zur Verfügung.

Ravensburg Towerstars sind immer schneller als die Heilbronner Falken

Im Tor der Heilbronner Falken erhält heute Florian Mnich seine Chance. Der Youngster hatte zu Saisonbeginn einen richtig guten Lauf, wurde dann nach Mannheim beordert, bekam aber keine Einsatzzeit, fing sich einen grippalem Infekt ein und erhält jetzt eine erneute Chance, sein Können unter Beweis zu stellen. Und der macht seine Sache im ersten Drittel richtig gut. Schon in der zweiten Minute muss er eine ganz gefährliche Situation der Gäste entschärfen. Die Heilbronner Falken haben auch zwei gute Möglichkeiten, doch die Oberschwaben wirken schneller und frischer.

Kenney Morrison verfolgt einen Towerstars-Spieler.
Symbolträchtig: Die Heilbronner Falken - hier mit Kenney Morrison - sind gegen die Towerstars immer mindestens einen Schritt hinterher. © Marc Thorwartl

Nachdem die Heilbronner Falken ein Powerplay erhalten, aber zu keinem Treffer kommen, beschert kurz darauf ein schlechter Wechsel den Gästen die erste Überzahl. 31 Sekunden dauert es, da liegt der Puck im Netz. Mnich kann den Schuss nicht festhalten, die Scheibe liegt frei vor der Linie, Ravensburg muss sie nur noch reinschieben. Drei Minuten später eine ähnliche Situation. Schuss, Abpraller, Tor, 0:2. Kein Heilbronner Verteidiger da, der entweder den Puck oder den Gegner abräumt. Die Gäste im Anschluss routiniert. Die Scheibe läuft durch die eignen Reihen, während bei den Heilbronner Falken vieles Stückwerk bleibt, Chancen meist nur zufällig entstehen. 9:21 lautet die Schuss-Statistik im ersten Drittel. Das spricht Bände. Da muss den Trainern in der Pause etwas einfallen, sonst gibt‘s hier für die Heilbronner Falken nix zu holen.

Heilbronner Falken erst ganz zum Schluss mit Biss

Die Hoffnungen der Falken-Fans auf Besserung im zweiten Drittel werden nicht erfüllt. Vielmehr sinkt das Niveau kontinuierlich weiter. Bestes Beispiel das Powerplay: Da kommen keine zwei Pässe nacheinander beim Mitspieler an, die zweite Formation schafft es erst gar nicht in die Aufstellung. Das Beste am Mittelabschnitt: Die Heilbronner Falken kassieren keinen weiteren Treffer, überstehen auch zwei weitere Unterzahlspiele unbeschadet - auch dank eines überragenden Keepers Mnich, der beispielsweise mit dem Kopf einen Hammer von Josh MacDonald klärt. Positiv sticht bei den Unterländern der vierte Block - der nur sporadisch auf dem Eis ist - heraus. Die größten Chancen haben Haas, der aber am Keeper scheitert und Cabana, dessen Solo von einem Towerstars-Spieler mit dem Körper auf der Linie geklärt wird.

Auch im Schlussdrittel zeigen die Heilbronner Falken keine Reaktion. Immer noch sind sie zu langsam, nach vorne geht gar nichts - und hinten werden sie in ums andere Mal bloßgestellt. Irgendwann verliert dann erst Philipp Preto im Angriffsdrittel die Scheibe und Keeper Mnich dann den Überblick, weil ihm eine Scheibe aus der Hand nach unten rutscht. Natürlich schalten die Gäste am schnellsten, drücken den Puck zum 0:3 über die Linie. Danach geraten die Schiedsrichter in den Mittelpunkt. Erst geben sie 2+2 Minuten wegen hohen Stocks gegen Maximilian Leitner, kurz danach fünf Minuten gegen Christopher Fischer wegen Bandenchecks. Doppelte Unterzahl für die Hausherren. Immerhin, jetzt kämpfen die Unterländer, lassen keinen weiteren Treffer zu.

Zwei Minuten vor dem Ende nimmt Trainer Jason Morgan den Keeper vom Eis, Stefan Della Rovere trifft zum 1:3. Selbe Konstellation, 44 Sekunden vor dem Ende macht Williams das 2:3. Warum nicht in den 59 Minuten vorher so? Jetzt nimmt Ravensburg eine Auszeit, sie sehen hier ihre Felle davonschwimmen. Und fast wäre es auch noch passiert. Fünf Sekunden vor dem verpasst Della Rovere das Unentschieden, weil er eine 20 Zentimeter vor dem Tor freiliegende Scheibe am langen Pfosten vorbeispitzelt. Unter dem Strich wäre ein Unentschieden aber auch nicht gerechtfertigt gewesen.

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