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Ein Punkt gegen die Füchse ist für die Heilbronner Falken einfach zu wenig

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Von: Marc Thorwartl

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Heilbronner Falken Lausitzer Füchse Luca Tosto
Luca Tosto (links) war gleich ein Aktivposten im Spiel der Heilbronner Falken, erzielt zwei Treffer. © Marc Thorwartl

Es ist ein ganz wichtiges Spiel, und wieder kommen die Heilbronner Falken nur schwer in Tritt. Eigentlich ist die Partie schon verloren, doch dann schlagen die Unterländer im Powerplay zu, die Partie geht in die Verlängerung. Ein Torhüterfehler bringt dort die Entscheidung.

Vermutlich ist es die allerletzte Chance für die Heilbronner Falken, in der DEL2 doch noch auf Schlagdistanz zum zehnten Tabellenplatz zu halten. Sie treffen heute Abend in der heimischen Arena auf die Lausitzer Füchse. Auch die Sachsen benötigen jeden Punkt, um dem Strudel der Abstiegsrunde zu entkommen. Sie stehen auf dem elften Platz, haben drei Punkte Rückstand auf Platz zehn und sechs Punkte Vorsprung auf die Heilbronner Falken. Somit sind beide Mannschaften heute zum Siegen verdammt.

VereinHeilbronner Falken
LigaDEL2
Trainings- und SpielstätteEisstadion Heilbronn
TrainerMartin Jiranek
Co-TrainerJanne Sinkkonen

Martin Jiranek, Trainer der Heilbronner Falken, ist wiederum zum Improvisieren gezwungen. Nachdem sich Judd Blackwater bei der 1:4-Niederlage am Dienstag in Kassel erneut verletzt hat, fehlt ihm wieder ein Mittelstürmer. Hilfe bekommt er dafür vom Kooperationspartner Adler Mannheim. Der hat Luca Tosto nach Heilbronn geschickt. Tosto spielte diese Saison überwiegend in der DEL und hat sich dort prächtig entwickelt. Er wird dem Spiel der Heilbronner Falken sicherlich guttun. Außerdem hat der Coach die Reihen neu gemischt. Wichtigste Änderung: Stefan Della Rovere rückt zurück in den ersten Sturm.

Heilbronner Falken mit neuen Blöcken und altbekannten Fehlern

Die Partie beginnt mit kleiner Verspätung, da Jeremy Williams von den Heilbronner Falken noch als DEL2-Spieler des Monats Dezember geehrt wird. Im Tor steht Florian Mnich. Keine gute Entscheidung. Die Partie startet mit viel Tempo - aufseiten der Gäste. Sie spielen mit den Heilbronner Falken Katz und Maus, die finden überhaupt nicht statt. Vierte Minute, ein Lob hinters Tor, von dort die Scheibe vor den Kasten, der Stürmer trifft den Puck nicht richtig, trotzdem kullert der Puck ins Tor zum 0:1. Kurz danach Strafe gegen die Falken. 110 Sekunden klappt das Penalty-Killing, dann kommt die Scheibe vors Tor. Doch Mnich bekommt die Fanghand nicht drauf, sie wird ihm durch die Beine zum 0:2 ins Nest gelegt.

Chancen bis dato für die Heilbronner Falken? Null! Dann die elfte Minute, Julian Lautenschlager erkämpft eine verlorene Scheibe im Angriffsdrittel zurück, irgendwie kommt der Puck zu Tosto, der einfach aus der Drehung abzieht und den Keeper im kurzen Eck zum 1:2 düpiert. Der Jubel hallt noch durchs Stadion, ein Konter der Gäste über die rechte Seite, ein Schuss, 1:3. Damit endet der Arbeitstag für Goalie Mnich, Ilya Andryukhov rückt zwischen die Pofsten. Die Unterländer kommen weiterhin nicht richtig ins Spiel. Das haben aber auch die Referees zu verantworten, die mit unterirdischen Entscheidungen immer im Zweifelsfall gegen die Hausherren entscheiden. Mit dem 1:3 geht es in die Pause.

Heilbronner Falken mit Doppelschlag - und dann rennen sie doch wieder dem Rückstand hinterher

Die Unterländer kommen mit viel Schwung aus der Kabine. Endlich gibt es wieder Kombinations-Eishockey. Allerdings kostet das viel Kraft, weil gefühlt jedes Bully verloren geht und so immer erst die Scheibe mühselig erarbeitet werden muss. Außerdem spielen die Unterländer nur noch mit fünf Verteidigern, Christopher Fischer ist out. In der 29. Minute ist es Justin Kirsch, der mit einem ansatzlosen Schuss in den langen Winkel auf 2:3 stellt. 45 Sekunden später bringt Rymsha die Scheibe vors Tor, aus dem Gewühl macht Williams das 3:3. Jetzt haben die Falken eindeutig Oberwasser. Bis wieder so ein dusseliges Foul genommen wird.

August von Ungern-Sternberg muss wegen Beinstellens raus. Das Powerplay der Gäste erste Sahne. 16 Sekunden vor Ablauf ein harter Schuss, Andryukhov pariert, die Scheibe tropft nach hinten ab, liegt vor der Linie - und die Füchse schalten am schnellsten. 3:4! Die Heilbronner Falken nicht geschockt, sie suchen weiter ihre Chancen vorne, aber dadurch sind sie anfällig für Konter. Einen verwandeln die Gäste in der 38. Minute zum 3:5 - Andryukhov lässt sich durch einen Bauerntrick überwinden. Die Falken haben sich selbst um den Lohn ihrer Aufholjagd gebracht.

Heilbronner Falken schaffen im Powerplay den Ausgleich

Im letzten Drittel passiert lange Zeit nichts. Die Heilbronner Falken optisch überlegen, die Füchse sind im Defensiv-Modus. Bis sie zwei Strafzeiten nacheinander kassieren. 44 Sekunden doppelte Überzahl für die Unterländer, da muss doch was gehen? Nein, das ist alles viel zu statisch und ideenlos. Besser macht es die zweite Formation. Eine Direktkombination über Ungern-Sternberg und Maxi Leitner vollendet Tosto zum 4:5. Drei Sekunden, bevor die Strafzeit abläuft. Dann erneut Strafe gegen die Gäste. Nach Überprüfung geben die Schiedsrichter fünf Minuten. Nur neun Sekunden dauert es, da trifft Della Rovere zum 5:5.

Die Falken sind jetzt heiß, wollen die Führung, doch auch beste Chancen gehen in Überzahl nicht rein. Die Zeit läuft herunter, es geht in die Verlängerung. Da hat Williams den Siegtreffer auf dem Schläger, er jubelt auch schon, aber die Schiedsrichter entscheiden auf Latte, im direkten Gegenzug ist es dann Andryukhov, der eine Scheibe erläuft und sich auf eine dumme Zockerei gegen Füchse-Topscorer Hunter Garlent einlässt. Der nimmt ihm die Scheibe ab und trifft ins leere Tor zum 5:6-Endstand.

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