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Heilbronner Falken verlieren bei den Kassel Huskies im Penalty-Schießen

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Von: Marc Thorwartl

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Alex Tonge erzielt bei den Kassel Huskies ein Tor.
Falken-Stürmer Alex Tonge erzielt in Kassel ein Traumtor. © Marc Thorwartl

Chapeau! Die Heilbronner Falken hatten eigentlich keine Chance bei den Kassel Huskies - aber mit einer disziplinierten und taktischen Meisterleistung bringen sie einen Punkt aus Nordhesssen nach Hause.

Nachdem die Heilbronner Falken am Dienstag bei der knappen 2:3-Niederlage nach Penalty-Schießen in Regensburg endlich den ersten Punkt auf der Habenseite in der DEL2 verbuchen konnten, soll es jetzt weiter aufwärtsgehen. Am besten gleich heute beim Spiel in Kassel. Der Top-Favorit auf den Aufstieg hatte am ersten Wochenende Startschwierigkeiten, seitdem geben die Schlittenhunde aber Vollgas. Immerhin können die Falken in der Partie wieder auf Verteidiger Kenney Morrison zurückgreifen. Das sollte der unsicheren Falken-Abwehr mehr Stabilität verleihen. 

VereinHeilbronner Falken
LigaDEL2
Spiel- und TrainingsstätteEisstadion Heilbronn
TrainerJason Morgan

Da die Heilbronner Falken aber weiterhin auf die ausländischen Stürmer Jeremy Williams und Judd Blackwater sowie Justin Kirsch verzichten müssen, ist die Truppe von Coach Jason Morgan klarer Außenseiter. Lediglich fünf Verteidiger stehen im Aufgebot. Die Hoffnungen auf Simon Thiel oder Luca Tosto als Unterstützung vom Kooperationspartner Adler Mannheim haben sich auch zerschlagen. Beide stehen heute im DEL-Aufgebot der Kurpfälzer. Ein weiterer Nachwuchsspieler gibt dafür sein Debüt: Philip Hecht, der Sohn vom Adler-Co-Trainer und ehemaligen NHL-Spieler Jochen Hecht. Coach Morgan gibt die Devise aus: „Das wird ein hartes Match in Kassel. Wir werden aber das Beste aus dem machen, was wir haben.“ Im Tor vertraut er auf die Fangkünste von Florian Mnich.

Heilbronner Falken gehen aus dem Nichts in Führung

Und der muss gleich hellwach sein, denn vom Anspiel an geht es nur in eine Richtung: die der Heilbronner Falken. Mnich aber bombensicher. Egal, ob mit den Schonern, der Fanghand oder dem Stock - immer kann er die Scheibe abwehren. So geht es auch die nächsten Minuten. Die Kassel Huskies im Dauerangriff, die Heilbronner Falken irgendwie damit beschäftigt, die Scheibe aus der Gefahrenzone zu befördern. Die Führung der Nordhessen scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Dann asu dem Nichts die Gästeführung. Ein langer Pass von Maxi Leitner auf Stefan Della Rovere, der quer in den Lauf von Alex Tonge - der lässt den Keeper elegant aussteigen und macht das 0:1.

Auch nach diesem Tor dasselbe Bild: Die Huskies im Vorwärtsgang, aber immer wieder beißen sie sich an der dicht gestaffelten Abwehr der Heilbronner Falken die Zähne aus. Der puckführende Kassler wird meist gedoppelt, Schüsse nur ganz selten aus gefährlichen Zonen zugelassen. Dann Strafe gegen die Kassel Huskies. Das Powerplay der Heilbronner Falken richtig gut, aber die beste Unterzahl-Mannschaft der Liga kann einen weiteren Treffer verhindern. Es bleibt beim 0:1. Pause.

Heilbronner Falken weiter sehr diszipliniert

Wie erwartet kommen die Kassel Huskies mit richtig viel Schwung aus der Kabine. Unter dem Druck passieren den Heilbronner Falken kleine Fehler fast zwangsläufig, die Hessen beißen sich aber an Mnich die Zähne aus. Einmal ist er bereits geschlagen, da rettet der Pfosten für ihn. Erst als die Huskies ein Foul begehen, können sich die Heilbronner Falken aus dem Klammergriff befreien. Das Powerplay der Gäste allerdings wieder nicht von Erfolg gekrönt. In der 33. Minute dann erstmals Unterzahl Heilbronner Falken. Lukas Mühlbauer hatte seinen Torhüter geschützt. Wie funktioniert das Powerplay der Hausherren?

Die Scheibe läuft gut durch ihre Reihen. Mnich geht auf Nummer sicher, jede Scheibe, an die er kommt, hält er fest. Das schlechteste Unterzahl-Team der Liga macht dieses Mal seine Sache sehr gut, sichert den knappen Vorsprung. Danach wird die Partie unstrukturiert. Die Huskies bemüht, optisch auch das aktivere Team, die Heilbronner Falken aber unglaublich clever. „Wir müssen weiter einfach und konzentriert spielen und hinten noch mehr Fehler vermeiden, dann kann das hier klappen“, erklärt Falken-Stürmer und Geburtstagskind Alexander Lambacher im Pauseninterview.

Heilbronner Falken kassieren den Ausgleich, retten sich aber in die Verlängerung

Zu Beginn des letzten Abschnitts sind die Kassel Huskies erst einmal ausgebremst, da einer ihrer Spieler kurz vor Drittelende auf die Strafbank musste. Die Heilbronner Falken versuchen zwar, ein geordnetes Powerplay aufzuziehen, doch noch mehr achten sie darauf, hinten dichtzumachen. Kaum sind die Hessen komplett, übernehmen sie das Kommando. Doch immer wieder beißen sie sich an der Heilbronner Defensive die Zähne aus. In der 48. Minute erneut Powerplay für die Heilbronner Falken. Jetzt ein Tor, das wäre so wichtig. Nein - und es kommt noch schlimmer! Die Huskies sind fast wieder komplett, die Falken sichern einmal nicht konsequent nach hinten ab, ein Konter der Hessen, Schuss, Tor! 1:1, jetzt wird das noch eine ganz heiße Kiste.

Das Tor gibt den Hausherren sichtlich Auftrieb. Fallen die Heilbronner Falken jetzt wie so oft in der Vergangenheit auseinander? Nein, sie bleiben konzentriert, weichen keinen Zentimeter von der taktischen Marschroute ab. Die Minuten laufen herunter. Mühlbauer und Luke Volkmann scheitern bei ihren Schüssen für die Heilbronner Falken, für Kassel hat Tristan Keck das 2:1 auf der Kelle. Die Kräfte der Heilbronner Falken schwinden jetzt zusehends, kein Wunder, bei dem Laufpensum, das sie bereits in den Knochen haben. Morgan nimmt eine Auszeit, um seinen Jungs etwas Luft zu verschaffen. Die Zeit läuft ab, die Falken haben einen Punkt sicher, es gibt Verlängerung.

Dort stellen die Hausherren das aktivere Team, doch Mnich hält weiter ausgezeichnet und seine Mannschaft im Spiel. Ärgerlich, die besten Chancen der Nordhessen entspringen Fehlpässen der Unterländer, sicher auch eine Frage der nachlassenden Kraft und Konzentration. Die Verlängerung läuft herunter, zum zweiten Mal in dieser Woche müssen die Heilbronner Falken ins Penalty-Schießen. Und wieder müssen sie sich geschlagen geben. Schade, der erste Sieg war zum Greifen nah. Auf dieser Leistung können die Heilbronner Falken aufbauen. „Wir haben heute ein tolles Eishockeyspiel von beiden Mannschaften gesehen. Wir machen gerade keine einfache Phase durch“, erklärt Coach Morgan nach der Partie. „In der Overtime kann alles passieren. Es ist schade, dass es nicht ganz mit dem ersten Sieg geklappt hat, aber ich mache meiner Mannschaft überhaupt keinen Vorwurf und bin stolz auf sie.“

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