1. echo24
  2. Sport
  3. Heilbronner Eishockey

Heilbronner Falken mit überzeugendem Sieg gegen die Selber Wölfe

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Marc Thorwartl

Kommentare

Jeremy Williams Heilbronner Falken Eishockey DEL2 Hattrick Selber Wölfe
Jeremy Williams erzielt gegen Selb einen Hattrick. © Marc Thorwartl

Es ist eine ganz wichtige DEL2-Partie zwischen den Heilbronner Falken und den Selber Wölfen. Die Falken gewinnen am Ende mit 7:2 und haben den Anschluss an die Pre-Playoff-Plätze geschafft.

Zwei Punkte haben die Heilbronner Falken vor zwei Tagen beim Auswärtssieg in Freiburg geholt. Heute Abend wollen sie beim DEL2-Heimspiel gegen die Selber Wölfe am besten einen Dreier nachlegen. Die Oberfranken sind in der Tabelle direkt vor den Falken platziert, haben fünf Punkte mehr auf dem Konto. Ein Sieg vorausgesetzt, würde dieser bis auf zwei Punkte zusammenschmelzen und die Heilbronner Falken dann endgültig in den Bereich der Pre-Playoff-Plätze bringen. Wie man gegen die Wölfe gewinnen kann, das hatten sie vor etwas mehr als zwei Wochen gezeigt, als sie bei den Selbern mit 6:1 triumphierten.

VereinHeilbronner Falken
LigaDEL2
Trainings- und SpielstätteEisstadion Heilbronn
TrainerJason Morgan
Co-TrainerMartin Jiranek

Jason Morgan, Trainer der Heilbronner Falken, will an diese Vorstellung nur zu gerne anknüpfen: „Da haben wir so gespielt, wie ich mir das vorstelle.“ Und wie bei der Partie in Selb hat er auch dieses Mal Unterstützung aus Mannheim erhalten. Förderlizenzspieler Simon Thiel rutscht erneut ins Team und wird im zweiten Block mit Julian Lautenschlager und Justin Kirsch auflaufen. Somit stehen dem Coach zwölf Stürmer zur Verfügung. Das heißt, er kann mit dem von ihm bevorzugten Vier-Reihen-Angriff auflaufen. Die Gäste haben zwar ein volles Line-up, müssen aber nach wie vor auf ihren Kapitän und Ex-Falken Richi Gelke verzichten, der beim Spiel der Falken in Selb kurz vor Ende der Partie in die Bande knallte und seitdem verletzt ist. Seit damals haben die Selber aber eine Siegesserie gestartet, fünf Partien in Folge gewonnen und dabei 13 von 15 möglichen Punkten geholt.

Heilbronner Falken setzen jedem Puck nach

Die Heilbronner Falken wollen hier schnell zeigen, wer Herr im Haus ist. Vornehmlich spielt sich der Beginn im Abwehrdrittel der Selber Wölfe ab. Julian Lautenschlager wird im Slot angespielt, scheitert aber am gut parierenden Gäste-Keeper. Die Unterländer machen vor allem eines: sie setzen nach. Keine Scheibe wird verlorengegeben. Daraus resultiert auch das 1:0. Alex Tonge - vor den Augen seines Vaters und Bruders, die zu Besuch da sind - und Stefan Della Rovere setzen einer Scheibe nach gewinnen sie, passen vors Tor und im Fallen netzt Jeremy Williams zur Führung ein. Gleich danach Powerplay für die Gäste, doch das Penalty-Killing der Heilbronner Falken lässt gar nichts zu. Allerdings haben auch die Gastgeber im Anschluss ebenfalls Überzahl, ohne auch nur eine Chance herauszuarbeiten.

Jeremy Williams Tor Selber Wölfe Heilbronner Falken DEL2 Eishockey
Kommt ein Williams geflogen: Im Fallen bugsiert Jeremy Williams die Scheibe zum 1:0 über die Linie. © Marc Thorwartl

Eines muss man den Heilbronner Falken lassen. Sie gehen unglaublich engagiert zur Sache. Immer mit zwei Mann im Forecheck setzen sie die Selber Wölfe bereits beim Spielaufbau unter Druck. So kann Lautenschlager eine Scheibe erobern, Kirsch mit dem Hammer, der Keeper pariert, doch Thiel pflückt den Puck aus der Luft herunter und schiebt cool ins kurze Eck ein, 2:0. In der Folgezeit haben die Heilbronner Falken noch einige gute Chancen, können jedoch kein weiteres Kapital bis zur Pause daraus schlagen. Eine verdiente Führung nach einem sehr gute Drittel der Heilbronner Falken.

Zweimal zu passives Abwehrverhalten der Heilbronner Falken

Keine Ahnung, was in der Drittelpause passiert ist, aber die Gäste kommen mit viel Tempo, Spielwitz und Druck aus der Kabine. Die Heilbronner Falken verlieren zusehends den Zugriff auf die Partie. Noch hält das Abwehrbollwerk der Unterländer, doch jetzt bestimmen ganz klar die Gäste das Spielgeschehen. Auch das Forechecking klappt jetzt nicht mehr so gut. Mitten in die Drangphase der Gäste dann ein Puckgewinn von Della Rovere, er spielt an die blaue Linie zu Christopher Fischer, der draufhält - und vor dem Tor fälscht Williams die Scheibe unhaltbar zum 3:0 ab. War es das? Nein, denn im direkten Gegenzug sind die Heilbronner Falken viel zu passiv im Abwehrverhalten, das nutzen die Gäste zum schnellen 3:1 - lediglich 25 Sekunden später.

Heilbronner Falken River Rymsha und Nick Miglio DEL2 Eishockey
Leider waren die Falken im Mittelabschnitt nicht immer so eng am Gegenspieler wie hier River Rymsha an Nick Miglio. © Marc Thorwartl

Dann haben die Heilbronner Falken Powerplay. Eine Minute passiert nicht viel, doch dann ein langer Pass aus der Abwehr von Tonge, Freddy Cabana spielt weiter in den Lauf von Williams, der den Puck unter die Latte nagelt. Chapeau, Hattrick, 4:1! Das muss es doch jetzt gewesen sein? Wiederum nein, denn dieses Mal dauert es lediglich 72 Sekunden, bis die Gäste das 4:2 machen und neue Hoffnung schöpfen. Und wieder ging ein passives Abwehrverhalten der Heilbronner Falken voraus. Hoffentlich findet Coach Morgan die passenden Worte in der Kabine, denn eigentlich hätte hier gar nichts mehr anbrennen dürfen.

Heilbronner Falken machen den Deckel drauf

Die Frage fürs letzte Drittel lautet: Finden die Heilbronner Falken wieder zu ihrer Stärke aus dem ersten Drittel zurück? Defensiv sieht das auf jeden Fall wieder besser aus, auch das Forechecking klappt wieder. Sie bekommen Powerplay. Das ist gerade vorbei, da nimmt sich Corey Mapes ein Herz und trifft genau in den Winkel. Jetzt bloß nicht wieder einen Treffer im Gegenzug. Nein, dieses Mal sind die Hausherren sehr aufmerksam. Und nach vorne arbeiten sie weiter. Selb hat den Keeper gewechselt - seinem Ersatzmann ergeht es nicht besser. Kirsch zieht ab, 6:2 und kurz danach ist es August von Ungern-Sternberg, der das 7:2 besorgt. Jetzt ist hier die Luft draußen, die Zeit läuft herunter. Die Heilbronner Falken haben ganz wichtige drei Punkte eingefahren - und zwei Drittel auch richtig überzeugend gespielt.

„Wir wussten, dass wir auf einen guten Gegner treffen, Selb hatte zuletzt einen Lauf. Die schnellen Gegentore, da haben wir einen Moment nicht aufgepasst, aber insgesamt haben wir uns an den Gameplan gehalten und verdient gewonnen“, erklärt Morgan auf der Pressekonferenz. „Wir wollen den Abstand zu den Teams vor uns kontinuierlich reduzieren, das war heute ein Schritt in die richtige Richtung.“

Auch interessant

Kommentare