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Unterirdische Leistung der Heilbronner Falken beim EC Bad Nauheim

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Von: Marc Thorwartl

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River Rymsha DEL2 Heilbronner Falken bei den Bayreuth Tigers
River Rymsha erzielte den ersten Falken-Treffer und musste nach einem Foul verletzt vom Eis. © Marc Thorwartl

So spielt ein Absteiger. Die Heilbronner Falken zeigen über weite Strecken eine blamable Leistung beim EC Bad Nauheim. Es mangelt in allen Bereichen - und einigen Unterländer Spielern muss man ganz einfach die Qualität für die DEL2 absprechen.

Nur zwei Tage nach der knappen Niederlage daheim gegen die Lausitzer Füchse müssen die Heilbronner Falken in der DEL2 heute Abend beim EC Bad Nauheim antreten. Die Hessen waren lange Zeit unter dem besten Quartett der Liga positioniert, hatten dann eine kleine Durststrecke und stehen aktuell auf dem sechsten Tabellenplatz. Allerdings auch nur drei Punkte vor dem Siebten. Die Teufel müssen demanch gewinnen, damit sie nicht aus den Playoffs rutschen und womöglich in die Pre-Playoffs müssen. Die Heilbronner Falken hingegen wären froh, solche Probleme zu haben. Bei ihnen geht es diese Saison nur noch ums Überleben in der Liga. Fast jedes Mal, wenn bei ihnen ein Sechs-Punkte-Spiel ansteht, verlieren sie die Partie. Wie am Freitag.

VereinHeilbronner Falken
LigaDEL2
Trainings- und SpielstätteEisstadion Heilbronn
TrainerMartin Jiranek
Co-TrainerJanne Sinkkonen

Deshalb geht es für die Heilbronner Falken bis zu Beginn der Playdowns eigentlich nur darum, eine stetige Leistungssteigerung zu zeigen, dass man dann Anfang März topfit in die Abstiegsrunde geht. Trainer Martin Jiranek kann exakt auf dieselbe Mannschaft wie am Freitag zurückgreifen. Das heißt, dass auch Kapitän Fischer, der gegen Weißwasser zur Mitte der Partie verletzt ausfiel, wieder mit dabei ist. Große Hoffnungen setzt man aufseiten der Unterländer auf Luca Tosto, der am Freitag so überragend gespielt hatte.

Heilbronner Falken mit einer indiskutablen Vorstellung

Die Hausherren starten mit ganz viel Tempo. Begünstigt durch Fehler der Heilbronner Falken. Nur wenige Sekunden sind gespielt, da unterläuft Stefan Della Rovre ein katastrophaler Fehlpass, Keeper Ilya Andryukhov pariert. In der dritten Minute der Fehler von Moritz Elias, erneut ist Andryukhov zur Stelle. In der fünften Minute ist es dann so weit. Die erste Reihe der Falken viel zu passiv in der Defensivarbeit, ein Pass durch die komplette Abwehr. Andryukhov ist die Sicht verdeckt, der Schuss geht ins kurze Eck. Dieser Treffer kam mit Ansage, die Unterländer einfach viel zu lethargisch. Auch in der neunten Minute brennt es lichterloh vor Andryukhov, wieder ist es der erste Block, der vorne die Scheibe verliert, und dann nicht nach hinten kommt, die Nauheimer mit einer Vier-gegen-zwei-Überzahl vergeben die Chance, weil das Tor verschoben wird. Diese Heilbronner Reihe ist es auch, die die nächste Chance der Hessen zulässt. Die Arbeit nach hinten wird einfach viel zu schlampig angegangen, Andryukhov pariert mit dem Schoner. Im Gegenzug dann die erst Chance der Heilbronner Falken, Jeremy Williams scheitert.

Ansonsten die Gäste weiterhin unter Druck. Immer zu langsam, ideenlos, unzählige Fehlpässe, technische Unzulänglichkeiten. Diese gehen auch dem 2:0 vorbei. Fischer ist zu langsam - vielleicht eine Folge seiner Verletzung - als er einer Scheibe hinterherläuft, sie wird ihm abgenommen, Pass in die Mitte, Direktabnahme, Tor. Dann auch noch die erste Strafe. Natürlich gegen Heilbronn. August von Ungern-Sternberg verliert erst die Scheibe, dann folgt das Foul. Im Angriffsdrittel! Das ist einfach nur schlecht, wie die Mannschaft sich hier bisher präsentiert. Auch das Penalty-Killing der Unterländer viel zu statisch, nur mit viel Glück überstehen sie die Situation unbeschadet. Das Beste an diesem Drittel aus Heilbronner Sicht ist der Pausenpfiff. Das ist unsäglich, was die Mannschaft bisher abliefert. Man ist den Hessen in allen Bereichen hoffnungslos unterlegen.

Heilbronner Falken mit bedeutend mehr Biss - aber wieder einem Shorthander

Eins ist sicher, in der Kabine der Heilbronner Falken wird es eine Standpauke gegeben haben. Die Gäste kommen ganz anders aus der Kabine. Wenige Sekunden sind gespielt, da fängt Alex Tonge einen Pass ab, läuft alleine auf den Nauheimer Keeper, scheitert aber. Das war bisher die klarste Chance der Unterländer. Jetzt wird auch endlich mit Forechecking gearbeitet, immer häufiger spielt sich das Geschehen im Nauheimer Angriffsdrittel ab. Die Falken schießen jetzt öfter, aber noch will die Scheibe nicht über die Linie.

Vielleicht im Powerplay? Endlich wird eine Strafe gegen die Hausherren gepfiffen, nachdem sie schon ein paar Mal ahndungswürdige Fouls begangen haben. Die Heilbronner Falken sind schnell in der Aufstellung, Tonge scheitert ebenso wie Stefan Della Rovere. Und dann kommt er wieder, dieser katastrophale Pass. Jeremy Williams spielt direkt auf die Kelle eines Nauheimers, der marschiert übers ganze Feld, passt zum Mitspieler, der nur noch ins leere Tor einschieben muss. Der wievielte Shorthander in den letzten zehn Spielen war das eigentlich? Immerhin schlägt die zweite Reihe im Powerplay zurück, macht nur wenige Sekunden später das 3:1. Und ins letzte Drittel starten die Falken in Überzahl, weil Nauheim noch ein Foul zieht.

Zwei schnelle Gegentreffer erledigen die Falken

Das hilft nur nix. Nauheim ist gerade komplett, da machen die Teufel das 4:1. Gespielt sind 58 Sekunden. Vorausgegangen ist eine katastrophale Abwehrleistung der Falken. Das Tor zeigt Wirkung. Dann ist es wieder die erste Formation, die sich nur nach vorne orientiert, die Nauheimer kommen an die Scheibe, ein langer Pass, Christoph Körner taucht allein vor Andryukhov auf und tunnelt ihn durch die Schoner zum 5:1. Erst jetzt gibt Jiranek der vierten Reihe eine Chance, der Block kam zuvor nur zu wenigen Kurzeinsätzen. Die jungen Spieler sind richtig heiß, fahren ein gutes Forechecking, warum dürfen sie das nicht vorher zeigen?

Jetzt hapert es wieder an allen Ecken und Enden. Fehlpässe der Falken wie im ersten Drittel. Man darf fragen, welche Einstellung hier manche Spieler an den Tag legen? Es ist völlig ideenlos, was gezeigt wird. Die Verteidiger spielen die Scheibe einfach planlos tief, kaum ein Stürmer geht hinterher. Es mangelt an Qualität, Übersicht und Einsatzwillen. Trotzdem fällt noch das 5:2. Julian Lautenschlager profitiert von einem Fehlpass der Nauheimer, zögert nicht, sondern schießt sofort ins lange Eck. Schnörkellos, einfach und effizient.

Schrecksekunde für die Falken, jetzt auch noch River Rymsha verletzt

Zu allem Überfluss verletzt sich dann auch noch River Rymsha bei einem Check fünf Minuten vor Ende. Die schwache Leistung der Falken wird nur noch von der der Referees überboten. Der Nauheimer Spieler springt hoch zum Check und Rymsha mit der Schulter ins Gesicht - und die Zebras geben nicht einmal zwei Minuten. In der 59. Minute belohnt sich Freddy Cabana für seine gute Leistung mit dem Endstand zum 5:3. An ihm könnten sich andere Spieler eine dicke Scheibe abschneiden. Im Bereich Fitness, Spielverständnis und Einsatzwillen.

„Die ersten zehn Minuten hatten wir Busbeine, aber das soll keine Ausrede sein. Wir waren einfach nicht bereit zu kämpfen. Das zweite Drittel war besser, aber wir müssen 60 Minuten gut spielen. Die erste Reihe hat heute -3 in der Statistik, das geht nicht. Nauheim war die bessere Mannschaft, das war einfach nicht genug von uns“, erklärt Jiranek auf der Pressekonferenz.

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