1. echo24
  2. Sport
  3. Heilbronner Eishockey

Heilbronner Falken sind beim ESV Kaufbeuren chancenlos

Erstellt:

Von: Marc Thorwartl

Kommentare

Eishockey Heilbronner Falken beim ESV Kaufbeuren
Die Heilbronner Falken haben im zweiten Drittel dem Angriffswirbel der Kaufbeurer nur wenig entgegenzusetzen. © Marc Thorwartl

Die Heilbronner Falken stehen heute vor einer Mammutaufgabe: Sie müssen in der DEL2 beim Tabellenzweiten ESV Kaufbeuren antreten. Das erste Aufeinandertreffen in dieser Saison hatten die Allgäuer mit 2:1 in Heilbronn für sich entschieden. Gelingt den Heilbronner Falken die Revanche? Nein, sie verlieren mit 1:5

Auch wenn die Trauben heute sehr hoch hängen, die Heilbronner Falken müssen unbedingt weiter punkten, wollen sie ihre gute Ausgangslage seit vergangenen Freitag nicht aufs Spiel setzen. Denn mit dem 5:2-Erfolg am Freitag gegen den EC Bad Nauheim hatten sie den Anschluss an die Pre-Playoff-Plätze hergestellt - und wollen diesen natürlich halten. Personell keine einfache Aufgabe, denn neben den verletzten Spielern Simon Thiel und Malte Krenzlin sowie dem erkrankten Moritz Elias müssen sie auch auf den zuletzt so überragenden Torhüter Florian Mnich verzichten, der heute mit den Adlern in München im Einsatz ist.

VereinHeilbronner Falken
LigaDEL2
Trainings- und SpielstätteEisstadion Heilbronn
TrainerJason Morgan
Co-TrainerMartin Jiranek

Jason Morgan, Trainer der Heilbronner Falken, hat gegenüber der Aufstellung vom Sonntag einen Block anders aufgestellt. Freddy Cabana rückt in die nominell dritte Reihe als Center zu August von Ungern-Sternberg und Julius Ramoser, für ihn rückt Noah Dunham in den zweiten Block zu Julian Lautenschlager und Justin Kirsch. Im Tor bekommt Ilya Andryukhov seine Bewährungsprobe - und wer den Deutsch-Russen kennt, weiß, dass er darauf brennt, denn schließlich will er den Nummer-eins-Status für sich gewinnen. Die Heilbronner Falken haben nur elf Stürmer dabei, will Morgan also mit vier Sturmreihen spielen, muss ein Center Doppelschichten fahren.

Heilbronner Falken treffen im Powerplay - und kassieren ein Tor in Unterzahl

Die Partie geht gleich ohne großes Abtasten los. Die erste dicke Chance haben die Heilbronner Falken, ein Schuss von Jeremy Williams blockt der ESV-Keeper, der Puck geht in die Höhe kommt runter und springt auf die Latte, das hätte die frühe Führung bedeuten können. Die Hausherren ziehen ihr schnelles Direktpass-Spiel auf und suchen den schnellen Abschluss, doch Andryukhov steht bombensicher. Dann gibt es die erste Strafe. Gegen die Gastgeber. Cabana gewinnt das Bully, die Scheibe kommt zu Kenney Morrison, der zu Williams, der wieder zu Cabana, der aus der Drehung genau in den Winkel trifft. Exakt sieben Sekunden hatte die Überzahl gedauert. Und fast hätte Williams kurze Zeit später das 0:2 nachgelegt, doch das Lattenkreuz verhindert den Treffer.

Eishockey Freddy Cabana Heilbronner Falken Tor beim ESV Kaufbeuren
Freddy Cabana trifft für die Heilbronner Falken zum 0:1 in Kaufbeuren. © Marc Thorwartl

In der zwölften Minute hat der ESV Powerplay. Die Scheibe läuft gut, doch was aufs Tor kommt, schnappt sich Andryukhov. Die Heilbronner Falken überstehen diese prekäre Situation unbeschadet. Im Anschluss geht es hin und her, wobei sich vieles in der neutralen Zone abspielt, dort wird um jeden Zentimeter Eis gekämpft. Ein zweites Powerplay der Unterländer ist nicht von Erfolg gekrönt, dann setzen sich die Gastgeber in der Abwehrzone der Heilbronner Falken fest. Ramoser begeht ein Foul. Überzahl ESV. Das ist brandgefährlich, einen abgefälschten Schuss kann Andryukhov noch spektakulär halten doch Sekunden später ist auch er machtlos. Eine Scheibe von der blauen Linie wird vor dem Tor unhaltbar abgefälscht. Mit dem 1:1 geht es in die Pause.

Heilbronner Falken werden förmlich überrollt

Im zweiten Abschnitt packen die Hausherren noch eine Schippe oben drauf. Gleich zweimal kommen sie dazu, im Slot den Puck abzufälschen, beide Male ist Andryukhov zur Stelle. Das 2:1 fällt dann in der 24. Minute doch. Weil die Heilbronner Falken mithelfen. Philipp Preto verspringt im eigen Abwehrdrittel eine Scheibe, dann wird Cabana von dem Puck im Gesicht getroffen und außer Gefecht gesetzt, bis die Scheibe zum einschussbereiten Alex Thiel kommt, der trocken abschließt. Danach herrscht Konfusion in der Heilbronner Defensivzone. Sie bekommend en Puck kaum raus, dann gelingt es doch, ein ganz schlechter Wechsel, die Hausherren fahren einen Zwei-auf-eins-Konter, und es steht in der 26. Minute 3:1.

Allerdings bekommen die Heilbronner Falken die Chance, zurückzuschlagen. Zeitgleich werden zwei Kaufbeurer in die Kühlbox geschickt. Zwei Minuten doppelte Überzahl. Doch dieses Mal sticht das Powerplay nicht, der ESV übersteht diese Situation unbeschadet und ist danach wieder Herr im Haus. Für Heilbronn hat Kirsch noch eine Chance, ansonsten geht offensiv nur wenig - bis sich die Kaufbeurer einen kapitalen Ausrutscher im eigene Abwehrdrittel leisten. Cabana marschiert allein auf den Keeper zu, scheitert aber denkbar knapp. In der 39. Minute erweist Lautenschlager seinem Team dann einen Bärendienst, weil er sich zu einem Ellbogencheck hinreißen lässt. Das passt zu seiner insgesamt schwachen Vorstellung an diesem Abend. Er wird mit fünf Minuten plus Spieldauer zum Duschen geschickt.

Am Ende noch ein Eigentor der Heilbronner Falken

Ins letzte Drittel starten die Heilbronner Falken deshalb noch mit drei Minuten und 30 Sekunden Unterzahl. Die will der ESV natürlich nutzen, um hier die endgültige Entscheidung herbeizuführen. Und 58 Sekunden vor dem Ablauf der Strafe finden sie die Lücke zum 4:1. Das ist hier mehr als die Vorentscheidung. Die Körpersprache der Unterländer spricht Bände. Da läuft nicht mehr viel zusammen, und weiterhin können sie die einfachen Fehler hinten nicht abstellen. Nach vorne ist vieles Stückwerk, Chancen sind Mangelware, hinten kann häufig die Situation nicht geklärt werden, intuitiv meist die falsche Entscheidung getroffen. Dazu passt der lezte Treffer im Spiel. Die Falken haben Überzahl, nehmen den Keeper vom Eis, Morrison spielt die Scheibe nach hinten - und der Puck rollt übers ganze Feld ins eigene Tor zum 5:1. Das war heute überhaupt nichts von den Falken.

Auch interessant

Kommentare