1. echo24
  2. Sport
  3. Heilbronner Eishockey

Heilbronner Falken sind bei den Selber Wölfen nicht wiederzuerkennen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Marc Thorwartl

Kommentare

Eishockey Heilbronner Falken Julian Lautenschlager Tor in Selb
Falken-Stürmer Julian Lautenschlager bejubelt seinen Führungstreffer bei den Selber Wölfen. © Marc Thorwartl

Die Heilbronner Falken spielen bei den Selber Wölfen wie ausgewechselt. Hinten sind sie aufmerksam, vorne schlagen sie zu. Nach zwei Dritteln ist die Partie bereits entschieden.

Nach dem ereignisreichen Tagen bei den Heilbronner Falken mit vielen Personalveränderungen, steht heute wieder der DEL2-Liga-Alltag auf dem Programm. Dabei müssen die Heilbronner Falken bei den Selber Wölfen antreten. Ein Kellerduell, Dritt- gegen Vorletzter. Für beide Teams gilt: verlieren verboten! Die Falken können mit vier Sturmreihen antreten, wobei Trainer Jason Morgan wirklich alle Blöcke neu gemischt hat. Also nix mit: Never change a winning Team nach dem Sieg in Crimmitschau. Wenn es nach 60 Minuten gutgegangen ist, dann hat er alles richtig gemacht. Hat er, die Heilbronner Falken gewinnen bei den Selber Wölfen mit 6:1.

VereinHeilbronner Falken
LigaDEL2
Trainings- und SpielstätteEisstadion Heilbronn
TrainerJason Morgan

Das Tor der Heilbronner Falken hütet Arno Tiefensee, der von den Adler Mannheim ebenso wie Stürmer Simon Thiel, der im zweiten Sturm aufläuft, abgestellt wurde. Unterstützung der besonderen Art erfahren die Falken von Neuzugang River Rymsha. Der reiste mit dem Zug von seinem ehemaligen Arbeitgeber an, stieg an der Grenze ins Taxi und wird nach der Partie mit den Heilbronner Falken im Bus die Heimreise antreten. „Ich bin erst kurz vor dem Warm-up hier angekommen und habe die Jungs noch nicht gesehen, aber ich kann mir heute einen guten Eindruck vom Team verschaffen.“ Was können die Fans von ihm erwarten? „Ich versuche immer einfach und clever zu spielen, dann spielst du auch erfolgreich. Ich kann sowohl defensiv als auch offensiv agieren, wobei ich das Körperspiel bevorzuge.“

Heilbronner Falken konzentriert und mit einem kuriosen Treffer

Dass auch ein anderer Heilbronner Falke das Körperspiel beherrscht, zeigt Stefan Della Rovere, der nach 65 Sekunden den Ex-Falken Richard Gelke hart - aber fair - in die Bande checkt. Gelke kann nach kurzer Zeit weiterspielen. Die ersten Szenen gehören den Selber Wölfen. Schnell kombinieren sie sich ins Angriffsdrittel, haben auch zwei Chancen, doch Tiefensee ist auf der Hut. Dann sind die Heilbronner Falken im Spiele. Thiel hat das 0:1 auf dem Schläger, scheitert aber noch. Kurz danach läuft es besser. Della Rovere erobert den Puck, schickt Julian Lautenschlager auf die Reise - und der macht dieses Mal kurzen Prozess, 0:1.

River Rymsha Heilbronner Falken ist auch in Selb
River Rymsha unterstützte sein neues Team als Zaungast in Selb. © Marc Thorwartl

Dann Unterzahl Heilbronner Falken. Das machen sie richtig gut, setzen den puckführenden Spieler immer unter Druck, verhindern so den Ausgleich. Noch besser machen sie es dann, als sie ihr erstes Powerplay haben. Einen Schuss von Jeremy Williams fälscht ein Selber Abwehrspieler zum 0:2 ab. Jetzt die Heilbronner Falken mit Oberwasser. Jede Reihe kreiert Chancen - bis Philipp Preto eine Strafe kassiert. Es kommt noch schlimmer, denn auch Della Rovere begeht kurz darauf ein Foul, das Spiel läuft weiter, weil die Selber in Scheibenbesitz sind. Deren Keeper verlässt sein Tor. Einen Schuss wehrt Tiefensee ab, der Puck springt über die Bande aus der Falken-Abwehrzone übers ganze Feld und landet im Tor! 0:3 in der 20. Minute, was ein kurioser Treffer. Da Tiefensee als letzter Spieler am Puck war, bekommt er dieses Tor gutgeschrieben. Pause.

Heilbronner Falken eiskalt und Premierentreffer für Julius Ramoser

Die 20 Sekunden doppelte Unterzahl zu Beginn des zweiten Drittels überstehen die Heilbronner Falken unbeschadet. Kurz danach ein Foul der Selber Wölfe, die Unterländer erst bei Vier-gegen-Vier mit guten Szenen, im Powerplay dann drückend überlegen, doch das vierte Tor will nicht fallen. Gerade ist die Strafzeit der Hausherren abgelaufen, da krümmt sich Della Rovere vor Schmerzen auf dem Eis. Die Schiedsrichter schauen sich das nochmals auf Video an und schicken dann Verteidiger Kevin Lavallée wegen Stockstichs zum Duschen. In Überzahl bestraft Della Rovere dieses Foul und macht das 0:4.

Heilbronner Falken Torhüter Arno Tiefensee bei den Selber Wölfen
Zugepackt: Arno Tiefensee war jederzeit ein sicherer Rückhalt der Heilbronner Falken. © Marc Thorwartl

In der Folgezeit sind nur noch die Heilbronner Falken am Drücker. Wenn man ihnen einen Vorwurf machen kann, dann höchstens, dass sie mit Zauber-Eishockey versuchen, den Puck ins Tor zu tragen, doch das klappt nicht. Ganz anders dann Youngster Julius Ramoser in der 40. Minute. Erst setzt er sich an der Bande durch, dann pflückt er den Puck aus der Luft, kommt von der Seite Richtung Tor und zirkelt den Puck urplötzlich mit der Rückhand genau in den Winkel ins lange Eck. Sein erstes Tor im Profi-Eishockey. 0:5, hier sollte für die Heilbronner Falken nichts mehr anbrennen.

Heilbronner Falken bringen den Sieg nach Hause

Im letzten Drittel geht es für die Heilbronner Falken darum, ein schnelles Tor der Gastgeber zu verhindern, damit diese nicht noch eine zweite Luft bekommen. Das klappt hervorragend, die Unterländer leisten sich hinten weiterhin kaum eine Unaufmerksamkeit und vorne liegt der sechste Treffer mehrfach in der Luft. Der bleibt dann Ramoser vorbehalten, der einen Konter zum 0:6 abschließt. Kurz danach eine ganz tolle Aktion der Selber Fans. Alle Zuschauer halten die „52“ hoch, es ist mucksmäuschenstill in der Netzsch-Arena. Damit denkt der Selber Anhang an Max Gimmel, der an selber Stelle vergangene Woche von einem Puck schwer verletzt wurde.

In der 53. Minute Strafzeit gegen die Heilbronner Falken. Auch diese überstehen sie unbeschadet, die Selber Wölfe allerdings auch nicht mehr mit dem letzten Einsatz. Jetzt geht es nur noch darum, Arno Tiefensee seinen Shut-out zu sichern. Wirklich alle Heilbronner Falken kämpfen für ihren Schlussmann. Dann muss Williams in die Kühlbox - und dieses Mal kann auch Tiefensee nichts mehr machen, den Hausherren gelingt das 1:6. Zwei Minuten vor dem Ende muss zwar auch noch Ramoser auf die Strafbank, allerdings ohne weitere Folgen. Mit dem 6:1-Sieg überholen die Heilbronner Falken die Selber Wölfe in der Tabelle.

„Im Vergleich zu Crimmitschau haben uns einige Spieler gefehlt, deshalb habe ich die Umstellungen vorgenommen. Letztendlich war das Spiel mit vier starken Reihen der Schlüssel zum Erfolg“, erklärt Trainer Morgan auf der Pressekonferenz.

Auch interessant

Kommentare