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Heilbronner Falken siegen bei den Eispiraten Crimmitschau

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Von: Marc Thorwartl

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Klare Ansage der Falken-Fans in Crimmitschau. © Marc Thorwartl

Dank des Doppeltorschützen Jeremy Williams und eines überragenden Keepers Ilya Andryukhov können die Heilbronner Falken im Sahnpark bei den Eispiraten Crimmitschau punkten.

Es ist definitiv ein Schicksalsspiel, das die Heilbronner Falken heute bei den Eispiraten Crimmitschau in der DEL2 bestreiten. Zwei Tage nach dem desolaten Auftritt daheim gegen Aufsteiger Regensburg zählen nur Punkte, sollte der Playoff- beziehungsweise Pre-Playoffzug für die Unterländer nicht bereits nach dem ersten Saisondrittel abgefahren sein. Dabei ist Jason Morgan, Trainer der Heilbronner Falken, erneut zum Improvisieren gezwungen. Julius Ramoser und auch Alexander Lambacher haben sich krankgemeldet.

VereinHeilbronner Falken
LigaDEL2
Trainings- und SpielstätteEisstadion Heilbronn
TrainerJason Morgan, Christoph Schubert (Co-Trainer)

Dafür kann Malte Krenzlin wieder mitwirken, der am Freitag noch fehlte. Da vom Kooperationspartner Adler Mannheim heute keine Unterstützung erfolgt, treten die Heilbronner Falken mit elf Stürmern und sechs Verteidigern bei den Eispiraten an. Das Hinspiel vor wenigen Wochen hatten die Sachsen bei den Heilbronner Falken mit 6:4 gewonnen. Und auch heute sind sie Favorit, schließlich haben sie sieben Punkte mehr auf dem Konto, belegen den zehnten Tabellenplatz. Den letzten, der zur Teilnahme an den Pre-Playoffs berechtigt.

Heilbronner Falken können sich bei ihrem Keeper bedanken

Die Eispiraten starten auch gleich vehement. Sie sind es, die den Ton angeben. Ilya Andryukhov im Tor der Heilbronner Falken muss mehrfach eingreifen, um sein Team vor einem frühen Rückstand zu bezwingen. Dann kassiert Kapitän Christopher Fischer eine Strafe. Das Powerplay der Eispiraten richtig gut. Die Scheibe läuft durch die eigenen Reihen, immer kommt ein Spieler frei zum Schuss, sie scheitern aber am Falken-Keeper. Dann lassen sich die Hausherren sich selbst zu einem Foul hinreißen, jetzt haben die Heilbronner Falken Überzahl. Stefan Della Rovere wird am kurzen Pfosten angespielt - und mogelt den Puck irgendwie dem Eispiraten-Keeper durch die Schoner zum 0:1.

Bringt das Sicherheit? Nein, denn der Druck der Eispiraten Crimmitschau wird stärker. Sie zeigen schnelles Kombinations-Eishockey, wohingegen die Heilbronner Falken ein Fehlpass-Festival abliefern, kaum mal einen geordneten Angriffszug zustandebringen. Dann ein dämliches Foul von Judd Blackwater, weil er zu langsam ist, Powerplay Eispiraten, Tor. Das war hochverdient. Danach die Westsachsen spielen sich jetzt in einen Rausch. Eine Traumkombination schließt ihr Topscorer Filip Reisnecker zum 2:1 ab. Kurz vor der Pause dann Hoffnung bei den Heilbronner Falken. Sie bekommen ihr zweites Powerplay und starten mit 90 Sekunden Überzahl ins zweite Drittel.

Heilbronner Falken bleiben dank Andryukhov und Fortuna im Spiel

Aus der Überzahl können die Heilbronner Falken kein Kapital schlagen. Nächste Hiobsbotschaft: Der gerade erst nach langer Verletzungspause zurückgekehrte Judd Blackwater kann nach einem Check Ende des ersten Drittels nicht mehr mitwirken. Vermutlich ist die alte Rückenverletzung wieder aufgebrochen. Es spielen nur die Hausherren - und die Heilbronner Falken können sich bei Andryukhov und Fortuna bedanken, dass das Ding nicht schon längst durch ist. Dazu leisten sich die Unterländer unnötige Strafzeiten. Corey Mapes schlägt beim Klären den Puck über die Bande, das Powerplay der Sachsen wie am Schnürchen, doch es fällt kein weiterer Treffer.

Dann endlich mal ein schneller, strukturierter Angriff der Heilbronner Falken. Jeremy Williams lässt noch gekonnt Verteidiger und Keeper aussteigen und trifft zum 2:2. Das kam unerwartet, und sorgt für den Aufschwung bei den Gästen wohingegen jetzt die Eispiraten verunsichert wirken. Das geht so lange, bis es eine Strafe gegen die Heilbronner Falken gibt. Weil sechs Mann auf dem Eis sind. Strafe der Kategorie: dämlich. Da im Anschluss auch Alex Tonge raus muss, spielen die Hausherren doppelte Überzahl, die sie zum 3:2 nutzen. Kurz vor der Pause dann erneut Powerplay für die Falken. Wiederum starten sie ins nächste Drittel in Überzahl.

Heilbronner Falken erzwingen die Verlängerung

Auch im letzten Abschnitt können die Heilbronner Falken das Powerplay nicht nutzen. Allerdings sind jetzt auch die Eispiraten nicht mehr ganz auf der Höhe. Das Niveau der Partie sackt mächtig ab. Ein Fehlpass jagt den nächsten. Auch erfahrenen Spielern unterlaufen unerklärliche Fehler. Dann ein schneller Angriff, Cabana scheitert noch bei seinem Schuss, doch Williams verwertet den Rebound zum 3:3. Gegen Ende der Partie werden die Heilbronner Falken dann zusehends stärker, scheitern aber im Abschluss, die Zeit läuft herunter, es gibt Verlängerung.

Die dauert nur wenige Sekunden, dann kommt ein Angriff über Alex Tonge, der millimetergenau zu Freddy Cabana passt, der sich diese Chance nicht nehmen lässt und das 4:3 aus Sicht der Heilbronner Falken erzielt. Ein glücklicher Erfolg, aber danach fragt in der jetzigen Situation keiner mehr, Hauptsache, die Punkte sind auf der Habenseite. Eine erste Diagnose zu Judd Blackwater lieferte Coach Jason Morgan nach dem Spielende: „Keine guten Nachrichten, der Doktor meint, dass mehrere Bänder im Knie vermutlich gerissen sind.“ Das könnte das Saisonende für den Kanadier bedeuten. „Wir warten jetzt das MRT ab, dann werden wir in den kommenden Tagen entscheiden, was wir machen.“ Es könnte demnach sein, dass die Heilbronner Falken also nochmals auf dem Transfermarkt tätig werden.

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