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Offenbarungseid der Heilbronner Falken gegen die Eisbären Regensburg

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Von: Marc Thorwartl

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Stefan Della Rovere Eishockey DEL2 Heilbronner Falken Eisbären Regensburg
Im Powerplay fälscht Stefan Della Rovere die Scheibe ab - leider über das Tor. © Marc Thorwartl

Eigentlich sollte heute Abend die neue Zeitrechnung bei den Heilbronner Falken beginnen, endlich sind die verletzten Spieler zurück. Was die Mannschaft dann aber gegen die Eisbären Regensburg zeigt, spottet jeder Beschreibung.

Die gute Nachricht zuerst: Das Lazarett der Heilbronner Falken hat sich schlagartig geleert. Im DEL2-Spiel heute Abend gegen die Eisbären Regensburg meldet sich ein ganzes Quartett zurück zum Dienst. Die beiden Langzeitverletzten Jeremy Williams und Corey Mapes, dazu Julian Lautenschlager, der nach seinen beiden Spielen Sperre, die er sich in der Partie gegen die Lausitzer Füchse geholt hatte, wieder mitwirken kann. Völlig überraschend läuft zudem Judd Blackwater auf, mit dessen Rückkehr überhaupt nicht gerechnet wurde.

VereinHEilbronner Falken
LigaDEL2
Trainings- und SpielstätteHeilbronner Eisstadion
TrainerJason Morgan

Somit kann Jason Morgan, Trainer der Heilbronner Falken, endlich mal aus dem Vollen schöpfen. Er entscheidet sich, Stefan Della Rovere weiterhin als Verteidiger auflaufen zu lassen, zusammen mit Kenney Morrison. Dazu packt er viel Offensivpower in seine erste Sturmformation. Mit Neuzugang Freddy Cabana als Center, dazu Williams und Alex Tonge als Außenstürmer. Eine Reihe, die sicherlich zu den Top-Formationen der Liga gehört. Aber auch die Niederbayern können mit einem vollen Lineup aufwarten. Zudem haben die Eisbären die Aufstiegseuphorie mitgenommen, stehen derzeit auf dem achten Platz mit 23 Punkten. Wollen die Heilbronner Falken in der Tabelle den Anschluss nicht verlieren, dann zählt heute nur ein Sieg.

Heilbronner Falken werden klassisch auseinandergenommen

„Wir wollen euch kämpfen sehen“, skandieren die Heilbronner Fans in der 20. Spielminute. Im Drittel zuvor haben die Heilbronner Falken ihnen wenig Grund zur Freude gemacht. Zweieinhalb Minuten sind gespielt, da bremst Blackwater einen Querpass durch den Torraum perfekt für die Eisbären ab, die nur noch ins leere Tor einschieben müssen, 0:1. In der 13. Minute erhält Kenney Morrison eine Strafzeit, um die er förmlich gebettelt hat. Zweimal lässt der Schiedsrichter den Stockcheck noch durchgehen, beim dritten Mal hebt er den Arm. Powerplay Regensburg, die Scheibe wird vors Tor gebracht, Nachschuss, 0:2. In der 20. Minute lässt sich Alex Lambacher von Corey Trivino austanzen, Schuss, Ilya Andryukhov pariert, doch wieder sind es die Gäste, die den Rebound verwerten, 0:3.

Andryukhov ist die ärmste Sau. Er hält, was zu halten ist, aber seine MItspieler lassen ihn einfach ein ums andere Mal schmählich im Stich. Gefahr kommt bei den Heilbronner Falken nur auf, wenn der Paradesturm auf dem Eis ist. Der verzeichnet gute Chancen, doch im Abschluss fehlt einfach das Glück. Wohingegen bei der Defensivarbeit die üblichen Fehler erfolgen. Da werden schlampige Pässe und der Puck fast intuitiv in die falsche Richtung gespielt und die Abstimmung klappt überhaupt nicht. Schon wieder drei Treffer im ersten Drittel, die Gegentore 66 bis 68 - da darf die Frage erlaubt sein, warum das Abwehrverhalten überhaupt nicht klappt?

Heilbronner Falken ohne Plan und ohne großes Aufbäumen

Auch nach 40 Minuten sind die Fans der Heilbronner Falken lautstark zu vernehmen: „Wir haben die Schnauze voll“, skandieren sie von den Rängen. Die Coaches hatten auf die Leistung der ersten 20 Minuten reagiert, die Reihen zwei und drei komplett geändert - es bringt nichts. Planlos, einfallslos, hilflos, so lässt sich das Spiel der Heilbronner Falken am besten beschreiben. Als dann auch noch Morrison nach einem Bandencheck für fünf Minuten auf die Strafbank muss, fällt das 4:0 für die Gäste. Das war einfach viel zu einfach. Die Heilbronner Falken glänzen durch Passivität und unstrukturiertes Spiel, auch mit der Brechstange will nichts gelingen. Sie taumeln ihrem nächsten Waterloo entgegen.

Auch im letzten Drittel wird das Spiel der Heilbronner Falken nicht wirklich besser. Im Arbeitszeugnis würde „stets bemüht“ stehen, und das ist vielsagend. Immer noch ist viel zu viel Stückwerk, die Laufwege passen nicht, Pässe über kürzeste Distanzen landen im Nirgendwo. Wenn die Unterländer nicht eine doppelte Überzahl bekommen hätten, es wäre wohl die zweite Heimpartie in Folge ohne eigenes Tor geworden. Morrison drischt den Puck ins Netz. Vier Minuten vor Schluss nimmt Coach Morgan erst eine Eiszeit und dann den Keeper vom Eis. Mittlerweile fordern die Fans lautstark „Morgan raus!“. Natürlich nutzen die Gäste das zum 1:5. „Unten auf dem Eise, spielen wir große Schei**, wieder keine Punkte, HEC“, singen die 1.826 Zuschauer bis zum Schlusspfiff. Eine Partie, die viele Fragen aufwirft.

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