1. echo24
  2. Sport
  3. Heilbronner Eishockey

Heilbronner Falken laden die Wölfe Freiburg zum Toreschießen förmlich ein

Erstellt:

Von: Marc Thorwartl

Kommentare

Kenney Morrison Heilbronner Falken Tor beim EHC Freiburg
Kenney Morrison rettet die Heilbronner Falken in die Verlängerung. © Marc Thorwartl

Es ist ein Sechs-Punkte-Spiel der Heilbronner Falken beim EHC Freiburg - und wieder verpassen die Unterländer den Dreier. Die Partie wird erst im Penalty-Schießen mit 5:4 für Heilbronn entschieden.

Mit elf Stürmern und sechs Verteidigern haben die Heilbronner Falken den Weg zum DEL2-Auswärtsspiel beim EHC Freiburg angetreten. Somit kann Falken-Trainer Jason Morgan nicht auf sein präferiertes Vier-Reihen-System zurückgreifen. „Freddy Cabana , Julian Lautenschlager und Alex Tonge werden teilweise Doppelschichten fahren, damit auch die vierte Reihe Einsatzzeiten hat.“ Wie er das Spiel in Freiburg gewinnen will? „Wir müssen vor allem von der Strafbank fernbleiben.“

VereinHeilbronner Falken
LigaDEL2
Trainings- und SpielstätteEisstadion Heilbronn
TrainerJason Morgan, Co-Trainer Martin Jiranek

Die Gastgeber können zwar ein volle Line-up aufbieten, müssen aber auch auf einige Akteure verzichten. Am meisten schmerzt wohl der Verlust von Tor Immo, dem Topscorer der Breisgauer. Die Ausgangslage ist klar. Sowohl die Heilbronner Falken als auch der EHC Freiburg müssen diese Partie gewinnen. Die Unterländer, um den Abstand zu den Pre-Playoff-Plätzen zu verkürzen, die Freiburger, um nicht näher an die Playdowns zu geraten.

Heilbronner Falken bestrafen sich selbst

Die ersten Minuten gehören den Hausherren, ohne allerdings richtig gute Chancen herauszuspielen. Die erste Chance der Heilbronner Falken hat es gleich in sich. Stefan Della Rovere mit der Rückhand aus dem Slot. Der Puck scheint an der Latte zu sein - die Referees überprüfen das aber mit dem Videobeweis. Die Entscheidung auf dem Tor lautete „kein Tor“ - und sie hält der Überprüfung stand, es bleibt beim 0:0. In der Folgezeit gibt es Chancen auf beiden Seiten. Die Heilbronner Falken haben etwas mehr vom Spiel, nur beim entscheidenden Pass hapert es noch. In der elften Minute ist dann der Bann gebrochen. Erst hat Lautenschlager die Chance bei einem Break. Die vergibt er noch, doch kurze Zeit später ein Fehlpass der Breisgauer, Lautenschlager passt zu Noah Dunham, der das 0:1 erzielt.

Heilbronner Falken Tor Noah Dunham beim EHC Freiburg
Noah Dunham lässt sich für seinen Führungstreffer feiern. © Marc Thorwartl

Völlig unnötig aus Heilbronner Sicht dann in der 15. Minute das 1:1. Alles fängt damit an, dass Corey Mapes einen schlechten Aufbaupass spielt, danach haben die Unterländer noch dreimal die Chance, den Puck aus der Abwehrzone zu klären, doch es gelingt nicht, die Badener nutzen das zum Ausgleich. Kurz vor der Pause haben die Heilbronner Falken dann richtig Dusel. 13 Sekunden sind noch zu spielen, Bully vor dem Freiburger Tor, daraus entwickelt sich ein Konter der Gastgeber, Jackson Cressey taucht allein vor Florian Mnich aus - und schießt knapp vorbei. Solche Szenen dürfen einfach nicht passieren.

Heilbronner Falken am Ende mit brutaler Effizienz

Im zweiten Drittel sind es zunächst die Heilbronner Falken, die den Ton angeben. Sie sind häufig in der Angriffszone, es gibt ein paar Chancen, aber nichts wirklich Zwingendes. Ärgerlich dann die 26. Minute. Strafe gegen Freiburg. Jeremy Williams wurde in die Bande gecheckt. Alex Tonge „rächt“ seinen Teamkameraden - und erhält auch eine Strafzeit. Jetzt fehlt er im Powerplay, das wirklich nicht gut ist. Kaum ist Freiburg wieder komplett, erzielt es das 2:1. Vorausgegangen war ein Puckverlust von Williams. Jetzt der EHC Freiburg mit Oberwasser. Auch, weil es ihnen die Heilbronner Falken häufig zu einfach machen und sich mit ungenauen Pässen selbst in Bedrängnis bringen.

River Rymsha Heilbronner Falken Tor für den EHC Freiburg
Freiburg erzielt das 2:1, River Rymsha kommt zu spät. © Marc Thorwartl

Zum Glück ist Mnich aufseiten der Heilbronner Falken hellwach. Ein paar Mal rettet er ganz prekäre Situationen. Das 3:1 liegt mehrfach in der Luft. Bis Tonge einen Puck erkämpft, zu Della Rovere passt, der auf Williams weiterleitet. Der ehemalige NHL-Crack vollstreckt eiskalt in den Winkel, 2:2. In der 37. Minute erfolgt der große Auftritt von Kenney Morrison. Erst fängt er an der eigenen blauen Linie einen Pass ab, dann schnappt er sich die Scheibe, läuft über das gesamte Eis, schüttelt den Freiburger Verteidiger einfach ab, passt in die Mitte, wo Cabana mit einer Direktabnahme zum 3:2 aus Sicht der Heilbronner Falken trifft. Kurz danach erhalten die Heilbronner Falken sogar noch ein Powerplay und gehen mit 90 Sekunden Überzahl in den letzten Abschnitt.

Heilbronner Falken lassen die Chancen liegen, kommen dann aber zurück und siegen im Penalty-Schießen

Das Powerplay können die Heilbronner Falken nicht nutzen, doch jetzt haben sie Oberwasser. Nach einem grandiosen Sololauf scheitert Cabana nur um Zentimeter, kurz danach zwingt Justin Kirsch den Freiburger Keeper zu einer Glanzparade. Dann passiert es wieder. Ein schlechter Pass, die Freiburger laufen einen Drei-auf-zwei-Konter und Mnich lässt sich über die Schulter ins kurze Eck zum 3:3 überraschen. Ein Treffer aus dem Nichts, der den Breisgauern sichtlich Auftrieb gibt. Hier ist jetzt wieder alles offen.

Zehn Minuten sind noch zu spielen, da wird es für die Heilbronner Falken gefährlich. Tonge muss auf die Strafbank, das erste Mal Powerplay für Freiburg. Und prompt rappelt es in der Heilbronner Kiste. Unter freundlicher Mithilfe der Gäste, die die Scheibe wieder nicht klären können. Die Heilbronner Falken jetzt mit ordentlich Wut im Bauch. Lautenschlager scheitert am Lattenkreuz, August von Ungern-Sternberg mit dem Backhander am Keeper. 74 Sekunden werden die Heilbronner Falken wenigstens für ihre Mühen belohnt. Kenney Morrison, besorgt mit einem Knaller von der blauen Linie das 4:4. Es gibt Verlängerung.

In dieser haben die Heilbronner Falken die erste Chance, doch Lautenschlager scheitert. Auf der anderen Seite blockt erst Morrison, dann Williams in höchster Not Schüsse von Freiburg. Eine Direktabnahme von Kirsch entschärft der Keeper. Dann ist Mnich bereits geschlagen, doch Tonge holt den Puck volley von der Linie. Die Zeit läuft ab, es gibt Penalty-Schießen. Justin Kirsch trifft als einziger Schütze und sichert so seinem Team den Zusatzpunkt.

Auch interessant

Kommentare