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Heilbronner Falken holen zwei Punkte bei den Eisbären Regensburg

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Von: Marc Thorwartl

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Jeremy Williams erzielt die Führung der Heilbronner Falken und legt auch das 1:2 nach. © Marc Thorwartl

Es war gleich ein ganz wichtiges Spiel, das Neu-Trainer Martin Jiranek mit den Heilbronner Falken bei den Eisbären Regensburg bestreiten muss. Sein Team geht dreimal in Führung, zieht viele Strafen, gewinnt aber mit einem Kraftakt 4:3 nach Verlängerung.

Es ist das erste Spiel der Heilbronner Falken in der DEL2 nach der Trainer-Ära Jason Morgan. Sie treten heute Abend bei den Eisbären Regensburg an. Der Aufsteiger spielte lange Zeit eine überraschend gute Saison, ist aber zuletzt doch etwas aus dem Tritt gekommen. Den haben die Heilbronner Falken bisher nur temporär gefunden, nach 32 Spielen lügt die Tabelle einfach nicht. Sie sind Tabellen-Vorletzter, müssen eine echte Serie starten, um der Abstiegsrunde irgendwie noch zu entrinnen. Die Heilbronner Falken sollten gewohnt sein, beide bisherigen Partien gegen die Donaustädter gingen verloren - wobei vor allem die 1:5-Heimpleite Anfang November richtig deprimierend war.

VereinHeilbronner Falken
LigaDEL2
Spiel- und TrainingsstätteEisstadion Heilbronn
TrainerMartin Jiranek

Morgan war nach der 0:1-Pleite gegen Crimmitschau am Mittwoch angezählt und am Donnerstag von seinen Aufgaben entbunden worden. Bereits da leitete sein bisheriger Co-Trainer Martin Jiranek das Training. Dass er innerhalb von nur 24 Stunden groß etwas bewegen kann, ist eher unwahrscheinlich, aber auf alle Fälle hat er die Angriffsformationen geändert. Zu Top-Scorer Alex Tonge und Jeremy Williams hat er Freddy Cabana gestellt. Damit kann Tonge endlich auf seiner Lieblingsposition als Außenstürmer auflaufen und muss nicht gezwungenermaßen als Center agieren. Stefan Della Rovere rückt in den zweiten Block. Und Jiranek vertraut weiterhin den Fangkünsten von Ilya Andryukhov, der am Mittwoch überragend spielte.

Heilbronner Falken treffen im Powerplay

Das, was beide Teams zu Beginn zeigen, darf getrost als kontrollierte Offensive bezeichnet werden. Die Heilbronner Falken versuchen, erst einmal Schaden vom eigenen Gehäuse abzuwenden. Vorne setzen sie nur wenige Akzente. Die Eisbären sind zielstrebiger, allerdings finden sie in Andryukhov ihren Meister. Die erste Strafzeit trifft die Heilbronner Falken. Julian Ramoser muss wegen eines Bandenchecks im Angriffsdrittel raus. Genau solche Strafen sollte man gegen eines der besten Überzahlteams der Liga vermeiden. Die Regensburger zeigen auch gleich, warum sie die Statistik so weit vorne führt, die Heilbronner Falken verrichten in der Abwehr Schwerstarbeit.

Dann aber auch Strafe gegen die Hausherren, als die Falken komplett sind, haben sie 46 Sekunden Überzahl. Die reichen aus, damit Cabana den Puck an der Bande erkämpft, Tonge auf Kenney Morrison, der zu Williams, dessen verdeckter Schuss genau in den Winkel einschlägt. Direkt nach dem Treffer die beste Chance für die Regensburger, sie scheitern an der Querlatte. Auch danach haben die Hausherren einige Hochkaräter - da die Heilbronner Falken sie mit Fehlpässen im eigenen Abwehrdrittel in Szene setzen. Tonge scheitert dann bei einem Konter an der Latte. Vier Minuten vor dem Ende wieder Powerplay für die Heilbronner Falken. Das endet nach zehn Sekunden, der Referee wurde getroffen, überall ist Blut, das erste Drittel wird vorzeitig beendet.

Heilbronner Falken schwimmen in der Abwehr, setzen aber wichtige Nadelstiche

Die restliche Strafzeit passiert nichts, die Heilbronner Falken zu ungenau und nicht zielstrebig genug. Als die Seiten gewechselt werden, sind es die Gastgeber, die das Kommando übernehmen. Immer wieder durch Fehlpässe der Unterländer begünstigt. Nur 58 Sekunden dauert es, da steht es 1:1. Andrew Schembri mutterseelenallein im Slot, da steht im Umkreis von fünf Metern kein Falke! Die Gastgeber jetzt mit viel Druck, die Heilbronner Falken schwimmen in der Abwehr. Mitten in die Drangphase dann ein idealer Move von Williams, der die Abwehr und den Keeper austanzt und zum 1:2 trifft.

Warum im direkten Gegenzug ausgerechnet das dritte Verteidigerpärchen auf dem Eis steht, bleibt ein Geheimnis von Trainer Jiranek. Pierre Preto verliert die Übersicht, Corey Mapes zieht ein Foul. Powerplay Eisbären, 1:1. Nur 59 Sekunden nach der Führung. Das beflügelt die Regensburger. Hinten brennt es bei den Heilbronner Falken lichterloh. Bis sich die Hausherren zu einem Foul hinreißen lassen. Acht Sekunden dauert die Überzahl, da zündet River Rymsha die Direktabnahme, Fischer verwertet den Rebound zum 2:3. Aber durch ist hier noch gar nichts, 15 Sekunden vor der Pause muss erneut Mapes in die Kühlbox. Die Heilbronner Falken gehen in Unterzahl ins letzte Drittel.

Heilbronner Falken machen mit Kampf und Moral in der Verlängerung den Sack zu

Die prekäre Situation überstehen die Heilbronner Falken, weil Andryukhov einen Monstersave auspackt. Doch die Regensburger spielen sich fest im Drittel - und schon wieder Strafzeit gegen die Unterländer, da Della Rovere zwei Minuten wegen Spielverzögerung kassiert. Das kostet so viel Kraft und ist vor allem völlig unnötig. Andryukhov läuft zur Hochform auf und hält auch Pucks, nachdem er seinen Schläger verloren hatte. Es bleibt beim 2:3, jetzt sollten die Heilbronner Falken sich wieder aufs Eishockey konzentrieren. Die Partie lebt von der Spannung, viele Fehlpässe auf beiden Seiten, man merkt, dass es um viel geht. Die Heilbronner Falken spielen es bereits zehn Minuten vor dem Ende auffällig defensiv, sie wollen Zeit von der Uhr nehmen. Nach vorne wird gar nicht mehr richtig die Chance gesucht.

Und es gibt schon wieder eine Strafzeit gegen die Unterländer. Ramoser mit halbherziger Abwehrarbeit, Luke Volkmann muss das Foul ziehen. Wieder ackert das Penalty-Killing-Team aufopferungsvoll, verhindert erneut den Ausgleich. Viereinhalb Minuten vor dem Ende werden die Heilbronner Falken dann doch bestraft. Der Puck liegt im Netz. Der Schiedsrichter bemüht den Videobeweis, da eine klare Berührung am Keeper vorliegt. Diesen Treffer darf man auch aberkennen, aber Schiedsrichter Ulpi Sicorschi hat längst sein Herz für Regensburg entdeckt.

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Justin Kirsch erzielt den Siegtreffer für die Heilbronner Falken. © Marc Thorwartl

Auch bei der nächsten Szene. Es ist eine dumme Aktion von Maximilian Leitner, der 13 Sekunden vor dem Ende im ANGRIFFSDRITTEL!!! die Faust auspackt und eine Strafe zieht. Aber auch sein Gegenspieler hat nicht ganz fair attackiert. Aber nur Leitner muss raus. Immerhin retten die Heilbronner Falken das 3:3 in die Verlängerung. Kaum zu glauben, auch dieses Unterzahlspiel überstehen die Heilbronner Falken. Und es kommt noch besser. Justin Kirsch mit einem Verzweiflungsschuss 100 Sekunden vor dem Ende, mit dem er den Regensburger Keeper im kurzen Eck überrascht. 4:3 nach Verlängerung, Martin Jiranek hat zwei ganz wichtige Punkte bei seinem Debüt geholt, aber über die Disziplin muss er sich Gedanken machen. „Das war ein Kampfspiel. Ich muss die Jungs für ihren Einsatz loben, aber wir haben zu viele Fehler gemacht und im letzten Drittel haben wir zu viele Strafzeiten gezogen“, sagt der Falken-Coach.

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