1. echo24
  2. Sport
  3. Heilbronner Eishockey

Justin Kirsch ist der Held bei den Heilbronner Falken gegen die Krefeld Pinguine

Erstellt:

Von: Marc Thorwartl

Kommentare

Heilbronner Falken Krefeld Pinguine Eishockey DEL2 Justin Kirsch Tor
Falken-Stürmer Justin Kirsch bejubelt sein Traumtor gegen die Krefeld Pinguine. Am Ende gelingt ihm ein Hattrick. © Marc Thorwartl

Wieder einmal wachsen die Heilbronner Falken in einem DEL2-Spiel über sich hinaus und erreichen gegen die Krefeld Pinguine das Penalty-Schießen.

Mit dem Selbstbewusstsein von zwei Siegen in Folge und acht Punkten aus den vergangenen vier Spielen treffen die Heilbronner Falken heute Abend daheim auf die Krefeld Pinguine. Der DEL-Absteiger hat sich den direkten Wiederaufstieg als Saisonziel gesetzt, musste aber zuletzt - nach einem sehr guten Saisonstart - Federn lassen und feststellen, dass in der DEL2 auch andere Klubs richtig gutes Eishockey spielen.

VereinHeilbronner Falken
LigaDEL2
Trainings- und SpielstätteEisstadion Heilbronn
TrainerJason Morgan

Trotzdem wäre es vermessen, die Heilbronner Falken als Favoriten anzusehen. Dafür ist der Kader einfach weiterhin zu dünn besetzt. Ohne Jeremy Williams, Judd Blackwater, Corey Mapes und Malte Krenzlin fehlen den Falken sowohl vorne als auch hinten ganz wichtige Spieler. Immerhin kann Lukas Mühlbauer nach seiner abgesessenen Strafe aus dem Spiel gegen Bayreuth wieder mitwirken. Da Stürmer Stefan Della Rovere ein überragendes Spiel als Verteidiger vor zwei Tagen beim Sieg in Ravensburg abgeliefert hatte, darf er heute Abend wieder in der Defensive auflaufen, Mühlbauer hingegen rückt in den Sturm auf seine angestammte Position.

Heilbronner Falken setzen den Nadelstich durch ein Traumtor

Schnell wird klar, dass die Heilbronner Falken mit derselben Strategie wie am Freitag in Ravensburg ins Spiel gehen. Dicht gestaffelt machen sie die Räume eng, hinten wird versucht, den Puck nicht ins Zentrum kommen zu lassen und nach vorne soll es schnell gehen. Optisch haben die Krefeld Pinguine so zwar mehr vom Spiel, echte Chancen sind aber Mangelware. In der achten Minute kommt dann so ein schneller Tempogegenstoß. Julian Lautenschlager trägt den Puck artistisch ins Angriffsdrittel, spielt eine Bogenlampe in Richtung Justin Kirsch, der den Puck volley in die Maschen drischt. Ein Wirkungstreffer, die Rheinländer sind etwas neben der Spur. Alex Tonge erkämpft den Puck an der eigenen blauen Linie, marschiert übers Feld, spielt auf Marco Haas am langen Pfosten, der sofort abzieht, doch Hendrik Hane im Krefelder Tor verhindert mit einem Monstersave den ersten Punkt des Eisbären, der seit einiger Zeit im DEL2-Kader aushilft.

Gefährlich werden die Gäste immer dann, wenn sie sich ins Angriffsdrittel kombinieren und dort festsetzen. Langsam bauen sie eine Dominanz auf, aber die Heilbronner Falken sind weiterhin äußerst aufmerksam in der Abwehr. Und was dann aufs Tor kommt, wird Beute von Falken-Keeper Florian Mnich. Das Falken-Bollwerk hält, bis es die erste Strafzeit gibt. Gegen die Unterländer. Kenney Morrison muss auf die Strafbank. Die Heilbronner Falken kämpfen aufopferungsvoll können sich immer wieder befreien, sodass es beim knappen Vorsprung zur ersten Pause bleibt.

Heilbronner Falken schlagen ganz spät zu

Die Krefelder Pinguine kommen mit viel Schwung aus der Kabine. Sie haben noch 15 Sekunden Überzahl - und haben wirklich eine hochkarätige Chance, doch Mnich ist auf dem Posten. Aber die Gäste mit Oberwasser. Dann bekommen sie auch noch Überzahl. Die Scheibe läuft klasse durch die Reihen, da weiß jeder, wo der Mitspieler steht. Doch wieder hält das Penalty-Killing der Heilbronner Falken. Gerade sind sie wieder komplett, da fällt das 1:1. Ein Pass von hinter dem Tor, Direktabnahme - keine Chance für Mnich, 1:1. Jetzt wollen die Pinguine sich die Butter hier nicht mehr vom Brot nehmen lassen, die Partie spielt sich hauptsächlich im Abwehrdrittel der Heilbronner Falken ab. Bis die Krefelder eine Strafe ziehen. Das Powerplay der Heilbronner Falken gut, aber dieses Mal will die Scheibe nicht über die Linie. Pech für die Gäste: Dominik Tiffels wird voll getroffen und muss verletzt vom Eis geführt werden.

Im Anschluss scheinen die Heilbronner Falken langsam dem knappen Kader Tribut zu zollen, manches Mal wird eine Scheibe leichtfertig hergeschenkt, woraus sich zwangsläufig Chancen für die Gäste ergeben. Aber die Hausherren kämpfen wirklich bis zum Umfallen. Haas nimmt eine Scheibe, kurvt durch die gesamt Hintermannschaft der Pinguine wie ein Skifahrer durch den Slalom-Parcours, scheitert mit seinem Backhander aber knapp. In der 39. Minute erobern die Heilbronner Falken den Puck in der eigenen Abwehrzone. Alex Lambacher passt zu Julian Lautenschlager, der Kirsch mit einem Lob auf die Reise schickt. Der Deutschkanadier zieht ab, Hane hält, der Rebound kommt direkt wieder auf die Kelle von Kirsch, und jetzt macht er das 2:1. Pause.

Heilbronner Falken kommen zurück und kämpfen sich ins Penalty-Schießen

Im letzten Drittel geht es eigentlich nur in eine Richtung: auf das Tor der Heilbronner Falken. Die Krefelder spielen ihre ganze technische Klasse aus, die Unterländer halten mit bedingungslosem Kampf dagegen. Das machen sie lange Zeit sehr gut - bis die Schiedsrichter eingreifen. Luke Volkmann und Mike Fischer werden beide zusammen auf die Strafbank geschickt - wobei der Heilbronner Volkmann wirklich gar nichts gemacht hatte. Beide Teams haben einen Spieler weniger auf dem Eis, das nutzen die Krefelder zum 2:2.

In der 56. Minute kommt es für die Heilbronner Falken ganz dicke. Ein eigentlich harmloser Schuss der Krefelder Pinguine rutscht Mnich über die Fanghand, die Gäste führen erstmals mit 3:2. War es das etwa? Nein, nur 25 Sekunden später ist es aufseiten der Heilbronner Falken erneut Kirsch, der zum 3:3 trifft. Dieses Tor regt die Pinguine so auf, dass sie eine Strafe erhalten. Powerplay Falken. Leider nicht von Erfolg gekrönt, allerdings können die Hausherren so etwas durchschnaufen, bringen das 3:3 über die Zeit. Es geht in die Verlängerung. Dort hat Alex Lambacher die Entscheidung für die Heilbronner Falken auf der Kelle, vergibt aber. Es geht ins Penalty-Schießen - dort trifft als letzter Schütze Marcel Müller für die Gäste, die damit den Zusatzpunkt bekommen.

Auch interessant

Kommentare