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Heilbronner Falken geben zweimalige Führung bei den Selber Wölfen aus der Hand - und machen es dann in der Overtime

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Von: Marc Thorwartl

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River Rymsha DEL2 Heilbronner Falken bei den Bayreuth Tigers
River Rymsha erzielte den Führungstreffer der Heilbronner Falken. © Marc Thorwartl

Nach mehr als zweimonmatiger Verletzungspause feiert Judd Blackwater in der Partie der Heilbronner Falken bei den Selber Wölfen sein Comeback. Er ist ein Lichtblick im Team, das mit 3:2 nach Verlängerung bei den Oberfranken gewinnt.

Eigentlich ist es bereits das erste von vielen Endspielen für die Heilbronner Falken. Die treten heute Abend in der DEL2 bei den Selber Wölfen an. Vor gar nicht allzu langer Zeit gab es diese Partie schon einmal. Die Heilbronner Falken gewannen da in Selb mit 6:1 und überholten die Oberfranken in der Tabelle. Allerdings nicht für lange Zeit. Während die Wölfe zuletzt Siege am Stück einfuhren - und die Falken viele Niederlagen fabrizierten - steht der Gastgeber auf einem sicheren achten Platz und hat zehn Punkte mehr auf dem Konto als die Heilbronner Falken als Vorletzter.

VereinHeilbronner Falken
LigaDEL2
Trainings- und SpielstätteEisstadion Heilbronn
TrainerMartin Jiranek
Cö-TrainerJanne Sinkkonen

Die Aufgabe, dort heute zu punkten, ist für die Heilbronner Falken durch den Ausfall von Kenney Morrison nicht leichter geworden. Der offensivstarke Verteidiger verletzte sich bei der Partie in Ravensburg und wird die kommenden vier Wochen nicht zur Verfügung stehen. Im Angriff muss Martin Jiranek, Trainer der Heilbronner Falken, auf den erkrankten Julius Ramoser verzichten. Dafür rückt Judd Blackwater zurück ins Team und übernimmt die Rolle von Julian Lautenschlager im zweiten Block.

Heilbronner Falken sind äußerst aufmerksam

Die Umstellungen bei den Heilbronner Falken, vor allem im Defensivbereich, tun dem Spiel der Unterländer gut. Sie agieren aufmerksam in der Defensive, schalten schnell in den Angriffsmodus, wenn sich die Chance dazu gibt. Zudem gewinnen die Falken viele Bullys, hier macht sich die Rückkehr von Blackwater positiv bemerkbar. Große Chancen bleiben auf beiden Seiten Mangelware, wenn dann doch etwas durchkommt, sind die Keeper auf dem Posten. Brenzlig wird es nur dann, wenn ein Fehler im Spielaufbau gemacht wird.

Die Heilbronner Falken bekommen einmal Powerplay, doch das wird nicht gut gespielt. Ausgerechnet Jeremy Williams, von der Eishockey News gerade zum Spieler des Monats gewählt, unterläuft ein Fehlpass, sodass Selb die Scheibe klären kann. Die beste Chance hat Julian Lautenschlager in der 19. Minute, nach einem Solo und Querpass von August von Ungern-Sternberg kann er die Scheibe aus der Nahdistanz aber nicht über die Linie drücken, weil im letzten Moment ein Selber Verteidiger dazwischenfunkt.

Heilbronner Falken gehen zweimal in Führung

Das Mitteldrittel beginnt für die Heilbronner Falken verheißungsvoll. Mit einem satten Schlagschuss trifft River Rymsha genau in den Winkel. Aber leider gibt der Treffer keine Sicherheit, Nur eine Minute später steht ein Wolf mutterseelenallein im Slot, Florian Mnich pariert. Es gibt Bully. Das gewinnen die Gastgeber, Schuss, 1:1. Nur 71 Sekunden nach der Falken-Führung! Das Tor gibt den Oberfranken Auftrieb, sie bestimmen jetzt meist die Richtung. Die Falken verfallen in alte Muster: Passivität, Ratlosigkeit und Ungenauigkeit.

Trotzdem gehen die Heilbronner Falken erneut in Führung. Justin Kirsch trifft aus der Halbposition zum 1:2. Jetzt sind die Gäste wieder aktiver, haben gar die Chance zum 1:3, doch ein schlechter Wechsel ermöglicht den Wölfen einen Konter, den sie eiskalt in der 38. Minute zum 2:2 nutzen. Das war einfach wieder viel zu einfach. Genauso wie das Powerplay, das die Heilbronner Falken 90 Sekunden vor der Pause bekommen. Wie beim ersten Überzahlspiel stehen Williams und Alex Tonge irgendwie neben sich, der Puck flitzt nicht wie gewohnt durch die Reihen, sie verschenken zwei sichere Scheiben durch schlechte Pässe. Es bleibt beim 2:2.

Jeremy Williams macht es für die Heilbronner Falken in der Overtime

Geht vielleicht in den restlichen 30 Sekunden des Powerplays etwas für die Heilbronner Falken? Sie bekommen noch einen Joker, ein weiterer Wolf wird in die Kühlbox geschickt. 30 Sekunden Fünf-gegen-drei-Überzahl, aber das ist zu ideenlos, was die Falken da produzieren. Sie laufen sogar in einen Konter. Kurz danach ein Puckverlust durch Lautenschlager im eigenen Abwehrdrittel, es brennt lichterloh vor Florian Mnich - und es gibt die erste Strafe gegen die Heilbronner Falken. Wie man aus einem Vorteil einen Nachteil macht? Einfach mal bei den Heilbronner Falken nachfragen.

Immerhin überstehen die Heilbronner Falken die Unterzahl unbeschädigt. Danach verliert die Partie zusehends an Struktur. Ein Fehlpass-Festival, beide Mannschaften mit unzähligen Stockfehlern. Nein, nix für Eishockey-Ästheten, die Partie lebt von der Spannung. Da beide Teams Geschenke verteilen, ist hier wirklich Spannung bis zum Schluss angesagt. Die Zeit läuft herunter, es bleibt beim 2:2. Es geht in die Verlängerung. Die dauert nur 21 Sekunden, dann ist es Williams, der mit einem trockenen Schuss ins lange Eck den Zusatzpunkt für sein Team erzielt. 3:2 nach Verlängerung. Der erste von elf Siegen, die Trainer Jiranek bis Saisonende gefordert hat, um doch noch Platz zehn zu erreichen. Ein erster, kleiner Schritt - weitere müssen folgen.

„Ein hart erkämpfter Sieg. Ich glaube, im ersten Drittel waren wir einen Tick besser. Die Punkteteilung geht für beide Mannschaften in Ordnung. In der Verlängerung reicht ein guter Angriff. Ich bin einfach froh, dass wir hier gewonnen haben, das war nicht einfach“, erklärt Falken-Trainer Jiranek nach der Partie.

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