1. echo24
  2. Sport
  3. Heilbronner Eishockey

Debakel der Heilbronner Falken beim EC Bad Nauheim

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Marc Thorwartl

Kommentare

Ilya Andryukhov, Torhüter der Heilbronner Falken.
Nein, die Niederlage in Nauheim ist nicht Falken-Keeper Ilya Andryukhov anzuhängen, aber Fakt ist, dass er noch nicht wieder die Form des Dezember und Januars erreicht hat. © Marc Thorwartl

Die Heilbronner Falken haben die Chance, dem EC Bad Nauheim ganz nah auf die Pelle zu rücken. Doch ausgerechnet bei den Hessen will fast gar nichts klappen, nach zwei Dritteln liegen sie bereits aussichtslos zurück.

Heute Abend treten die Heilbronner Falken in der DEL2 beim EC Bad Nauheim an. Die Hessen haben fünf Punkte mehr auf dem Konto und stehen derzeit auf Platz sieben der Tabelle. Allerdings haben die Heilbronner Falken die Möglichkeit, mit einem Erfolg bei den Kurstädtern bis auf zwei Punkte an diese heranzurücken. Das ist leichter gesagt als getan, denn immer noch ist das Lazarett aufseiten der Unterländer riesig. Jeremy Williams, Judd Blackwater, Corey Mapes, Philipp Preto und Malte Krenzlin fehlen verletzungsbedingt. Hinzu gesellen sich die erkrankten Justin Kirsch und auch August von Ungern-Sternberg, wohingegen der EC Bad Nauheim auf den vollen Kader zurückgreifen kann.

VereinHeilbronner Falken
LigaDEL2
Trainings- und SpielstätteEisstadion Heilbronn
TrainerJason Morgan

Somit muss Jason Morgan, Trainer der Heilbronner Falken, erneut improvisieren. Vom DEL-Kooperationspartner Adler Mannheim kam zum Glück Hilfe, Verteidiger Arkadiusz Dziambor darf heute für den Zweitligisten spielen. Morgan beordert den zuletzt in der Verteidigung durchaus überzeugenden Stefan Della Rovere in die erste Reihe zu Alex Tonge und Moritz Elias, der drei Treffer gegen Freiburg erzielte. Da auch Marco Haas heute nicht dabei ist - er ist für die Eisbären Heilbronn am Puck - haben die Heilbronner Falken genau drei Sturmreihen und fünf Verteidiger auf dem Spielberichtsbogen stehen. Im Tor darf heute Ilya Andryukhov sein Können unter Beweis stellen. Der Deutsch-Russe brennt auf seinen Einsatz, will die Form vom Dezember und Januar zeigen, damit er wieder dauerhaft das Tor der Unterländer hüten darf.

Heilbronner Falken werden im ersten Drittel die Grenzen aufgezeigt

Die Teufel werden ihrer Favoritenrolle vom Eröffnungsbully an gerecht. Was bei den Heilbronner Falken auffällt: Sie wollen wieder aus einer kompakten Defensive spielen, doch die Abwehr ist von Beginn an immer einen Tick langsamer als die Hausherren. Sicherlich auch eine Frage der Kraft. Alles, was in denvergangenen Spielen so gut geklappt hatte, ist weg. Klärungsversuche schaffen es nicht über die blaue Linie, sondern landen beim Gegner. So ist es auch nicht verwunderlich, dass das 1:0 fällt. EIn Schuss durch Freund und Feind in der fünften Minute. Im direkten Gegenzug hat Della Rovere den Ausgleich für die Heilbronner Falken auf dem Schläger, scheitert aber. Danach sind die Bad Nauheimer drückend überlegen.

Und diese Überlegenheit wandeln sie in Treffer um. Einmal als Rebound, dann ein abgefälschter Puck und kurz vor Ende des Drittels noch eine Traumkombination, schon steht es 4:0 zur Pause. Ein total gebrauchtes Drittel für die Falken, außer der Reihe um Tonge strahlt kein Block Torgefahr aus. Julian Lautenschlager bemängelt im Pausen-Interview die Gegebenheiten im offenen Nauheimer Stadion: „Das Eis ist eine absolute Katastrophe, wir sehen unsere eigenen Spieler nicht.“ Noch gibt er sein Team nicht auf: „Wir müssen mehr Schüsse blocken, härter auf den Körper spielen und benötigen schnell ein Tor, vielleicht im Powerplay, um wieder ins Spiel zu finden.“

Heilbronner Falken kommen erst im letzten Drittel etwas in Schwung

Fast hätte er seinen Worten Taten folgen lassen. Keine zwei Minuten sind gespielt, da tankt sich Lautenschlager durch, macht alles richtig, spielt den Keeper aus - und trifft nur den Pfosten. Ganz anders die Bad Nauheimer. Schlagschuss, wieder fälscht ein Heilbronner Falke ab, der Puck verändert die Flugrichtung, 5:0. Der Stadionsprecher gibt gerade den Torschützen durch, da ist der Puck erneut im Netz. Dieses Mal hat Andryukhov danebengegriffen. Dann wieder fehlerhaftes Falken-Spiel, mehrfach bekommt man die Scheibe nicht aus der Gefahrenzone, dazu auch noch ein schlechter Wechsel, die Hessen fahren eine Drei-gegen-eins-Situation, 7:0. Jetzt müssen die Heilbronner Falken aufpassen, dass es hier nicht zweistellig wird. In der Folgezeit ist es mehr ein Trainingsspielchen für Bad Nauheim, sie können sich nahezu ungehindert die Scheibe zurechtlegen. Pause.

Da Lautenschlager mit der Schluss-Sirene auch noch eine Strafzeit wegen Stockschlags erhält, starten die Heilbronner Falken ins letzte Drittel in Unterzahl. Kein gute Idee, angesichts der spielerischen Überlegenheit der Bad Nauheimer. Allerdings können die kein Kapital aus dem Powerplay schlagen, vielmehr kassieren sie einen Shorthander. Alex Lambacher erzielt das 1:7 aus Sicht der Heilbronner Falken. In der Folgezeit spielen die Gäste plötzlich das Eishockey, das sie zwei Drittel lang vermissen ließen. Jetzt klappen auch Kombinationen. Das einzige Manko: Es werden zu viele Chancen fahrlässig liegengelassen. In der 57. Minute gelingt Mühlbauer noch das 2:7. Das war es dann aber auch. Am Sonntag MUSS daheim ab 17 Uhr gegen die Lausitzer Füchse eine ganz andere Mannschaft von Beginn an auf dem Eis stehen.

„Der Sieg für den EC Bad Nauheim war in allen Bereichen verdient. Wir hatten viele kranke und verletzte Spieler, dazu kam der Nebel, aber all das darf nicht als Entschuldigung gelten. Das war 40 Minuten lang das schlechteste Eishockey, das wir in dieser Saison gezeigt haben“, erklärt Jason Morgan auf der Pressekonferenz.

Auch interessant

Kommentare