Die Grenzen aufgezeigt bekommen

Heilbronner Falken geraten gegen den ESV Kaufbeuren unter die Räder

  • Marc Thorwartl
    vonMarc Thorwartl
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Im Get-Ready-Cup treffen die Heilbronner Falken auf den ESV Kaufbeuren. Die Allgäuer zeigen den Unterländern in allen Bereichen ihre Grenzen auf.

Im drittletzten Vorbereitungsspiel auf die neue DEL2-Saison treffen die Heilbronner Falken am Sonntag im heimischen Eisstadion auf den ESV Kaufbeuren. Im Vergleich zum Spiel vor zwei Tagen in Bietigheim, kommt es im Kader der Unterländer zu einem Wechsel. Verteidiger Brock Maschmeyer pausiert mit leichten, muskulären Problemen. Für ihn rückt der wiedergenesene Jan Pavlu ins Team, der sich ja vor sieben Wochen beim Trainingslager in Arosa verletzt hatte. Pavlu machte seine Sache solide - der Großteil seiner Mannschaftskameraden nicht. Die Falken gehen mit 3:7 unter.

Heilbronner Falken wieder mit Verteidiger Jan Pavlu

Die Allgäuer sind hoch motiviert und wollen nach dem Sieg am Freitag gegen die Ravensburg Towerstars den zweiten Erfolg an diesem Wochenende eintüten. Dabei müssen sie einen Aderlass im Kader verkraften. Im Tor fehlt Stefan Vajs, zudem sind zwei junge Nachwuchsstürmer nicht mit dabei. Deshalb kann der ESV nur drei Sturmreihen aufbieten. Aber die haben Qualität. So steht beispielsweise Patrick Reimer im ersten Block. Normalerweise ist der Kapitän der Nürnberg Ice Tigers in der DEL, doch die hatte ja noch keinen Trainingsauftakt, weshalb Reimer, der 2018 bei Olympia die Silbermedaille gewann, im November für seinen ehemaligen Verein Kaufbeuren aufläuft.

Diese Reihe ist es auch, die gleich für mächtige Dampf sorgt. Die beste Chance zu Beginn haben aber die Heilbronner Falken. Ein schneller Pass, Stefan Della Rovere ist auf und davon, scheitert aber an Gäste-Keeper Jan Dalgic. In der Folgezeit Chancen auf beiden Seiten mit dem Plus bei den Gästen. Trotzdem treffen die Hausherren zuerst. Einen Schuss von Kevin Maginot kann Justin Kirsch im Nachsetzen über die Linie drücken. Danach rückt Falken-Keeper Matthias Nemec mehrfach in den Fokus, doch er lässt nichts zu. Bis es wieder zu einem individuellen Falken-Fehler in der neutralen Zone kommt, die Gäste schalten schneller, und am langen Pfosten macht Sami Blomqvist das 1:1. Kurz vor der Pause die erste Strafzeit. Gegen die Gäste - die Falken starten also in Überzahl in den Mittelabschnitt.

Das Unglück bricht über die Heilbronner Falken herein

Allerdings ist dieses Powerplay wirklich nicht berauschend. Ganz im Gegenteil, kaum wieder komplett übernehmen die Gäste das Kommando. Und sie können sich auf die Heilbronner Falken verlassen. Dreimal haben die die Scheibe sicher im eigenen Abwehrdrittel, dreimal leisten sie sich einen Fehlpass, bis die Scheibe bei ihnen im Netz liegt. 1:2. Nichts ist zu sehen von dem schnellen Kombinationseishockey, das Trainer Michel Zeiter propagiert - und schon lange trainieren lässt. Eingespielter wirken die Allgäuer.

Stefan Della Rovere hat die große Chance zum frühen 1:0, scheitert aber bei seinem Break.

Dann kommt es wirklich knüppeldick. Matthias Nemec im Heilbronner Kasten ist die ärmste Sau. Nach vorne geht bei den Heilbronner Falken gar nichts mehr, die Gäste spielen geniales Kontereishockey, bei dem die Hintermannschaft der Hausherren zum Zusehen degradiert wird. Es ist grausam, die Allgäuer müssen nur auf die Fehler der Falken warten. Die verteilen fleißig Gastgeschenke: Immer zu weit weg, zu langsam, zu pomadig. Jedem der Treffer zum 1:3, 1:4 und sogar noch 1:5 gehen individuelle Fehler der Unterländer voraus. Das Ding ist durch. Ohne Übertreibung: Das schlechteste Drittel der Falken in der bisherigen Vorbereitung.

Kommt wenigstens eine Trotzreaktion der Heilbronner Falken?

Die Partie ist längst entschieden, im letzten Drittel kann es für die Heilbronner Falken nur noch darum gehen, ein bisschen Wiedergutmachung zu betreiben. Der Wille ist da, vor allem bei der Reihe um Dylan Wruck, Florian Elias und Davis Koch. Bis Koch verletzt das Eis verlassen muss. Dafür wird auf der anderen Seite Foul gepfiffen. Unterzahl Heilbronn. Ein energischer Antritt von Elias, der Pass auf Wruck, 2:5. Die 250 Zuschauer in Stadion sind dankbar für diese Aktion und spenden Applaus.

Davis Koch (rechts) muss nach 45 MInuten verletzt in die Kabine.

Dann wieder Powerplay der Gäste. Komisch, in dieser aussichtslosen Situation können die Heilbronner Falken plötzlich kämpfen und giftig sein, die Gäste bekommen nur eine einzige Einschuss-Möglichkeit. Warum nicht immer so? Fünf Minuten vor dem Ende erzielen die Gäste durch einen Konter das 2:6. Aber die Falken beißen zurück. Kirsch verkürzt auf 3:6. Und dann pasiert es doch noch. Strafzeit Heilbronn, Tor Kaufbeuren, 3:7. Wirklich kein Spiel der Unterländer, bei dem sie nicht mindestens ein Tor in Unterzahl kassieren. Fazit: Es wartet noch viel Arbeit auf Falken-Trainer Michel Zeiter. Bei nur noch knapp zwei Wochen bis zum Saisonstart.

Rubriklistenbild: © Thorwartl

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