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Schon wieder: Spielabsage für Heilbronner Falken wegen Corona-Pandemie

  • Marc Thorwartl
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Eigentlich wollten die Heilbronner Falken heute Abend ihre Aufholjagd in der DEL2 gegen den EC Bad Nauheim fortsetzen. Daraus wird jetzt nichts.

Das kann doch einfach gar nicht wahr sein. Sieben Spiele haben die Heilbronner Falken in der DEL2 in dieser Saison bereits wegen Corona-Absagen verpasst und verschoben, ab heute Abend kommt das achte dazu. Beim EC Bad Nauheim gab es mehrere positive Verdachtsfälle - und damit erfolgte die Absage der Partie, die um 20 Uhr in Heilbronn hätte stattfinden sollen. „Das spielt uns natürlich überhaupt nicht in die Karten“, erklärt Falken-Geschäftsführer Stefan Rapp gegenüber echo24.de.

Eine Ansicht, die auch Corey Mapes, Kapitän der Heilbronner Falken, teilt: „Das ist einfach extrem ärgerlich, vor allem nach dem vergangenen Spiel gegen den EV Landshut. Wir wollten den Schwung aus dieser Partie unbedingt mitnehmen. Aber wir können es nicht ändern. Eigentlich sind wir die Absagen ja bereits gewohnt. Wir müssen uns jetzt auf das Match in Weißwasser am Freitag vorbereiten.“ Deshalb hat Falken-Trainer Michel Zeiter den Trainingsplan umgestellt, dem Team heute einen freien Tag gewährt.

Heilbronner Falken mit knallhartem Programm

Die Heilbronner Falken hatten im Januar eh schon ein Mammutprogramm auf dem Plan stehen. Jeden Dienstag, Freitag und Sonntag wäre ein Spiel gewesen, eine echte Tortur. Mapes: „Das ist eine Ausnahmesituation, wie wir sie in Heilbronn noch nie erlebt haben. Natürlich sind wir Englische Wochen gewohnt, aber über eine Dauer von Wochen oder gar Monaten, da kann niemand sagen, ob und wie wir das durchhalten. Fakt ist aber: Jeder im Team hat lieber Spiele als Training.“ Immerhin ein kleiner Lichtblick.

Für die Heilbronner Falken kommt die Absage zur Unzeit. Erinnerungen werden wach an Ende November. Da hatten die Unterländer ihren ersten Dreier in Crimmitschau eingefahren, wollten den Schwung des Sieges mitnehmen - und wurden dann selbst von Corona voll getroffen, hatten fast vier Wochen kein Spiel mehr, keinen Spielrhythmus. Vier Niederlagen in Folge nach Wiederaufnahme der Saison waren die Folge. Und jetzt gelang der erste Heimdreier - und wieder folgt eine Zwangspause.

Das macht bei den Heilbronner Falken Mut

Einen kleinen Vorteil hat die Spielabsage dann für die Heilbronner Falken aber vielleicht doch. Weil sie erst am Freitag wieder antreten müssen, könnten sie auf die von der U20-WM zurückgekehrten Arno Tiefensee und Jan-Luca Schumacher wieder zurückgreifen. Ob auch Florian Elias - der eine überragende Rolle in Kanada gespielt hat - wieder in der Käthchenstadt oder gleich beim Kooperationspartner Adler Mannheim aufschlägt, steht noch nicht fest.

Aber auch ohne die Akteure blickt Zeiter zuversichtlich in die Zukunft: „Ich habe mich für Matt Neal über seinen Auftritt gegen Landshut gefreut, er hat seine Linie richtig gut geführt.“ Der Kanadier, der bisher nicht richtig in Tritt gekommen war, bereitete drei Treffer vor. Zudem attestierte der Coach Tim Miller ein „sehr gutes Spiel“ und er lobte die Youngster Lukas Ribarik und Simon Thiel: „Sie hatten in den Spielen zuvor einige Puckverluste. Wir haben eine Videoanalyse gemacht. Da zeigte ich ihnen, wie Stefan Della Rovere den Puck abdeckt. Er ist in meinen Augen einer der am schwersten vom Puck zu trennenden Spieler der Liga. Das haben sie verinnerlicht und gegen Landshut dann fehlerfrei umgesetzt. Das war wirklich knallharte Arbeit, die die Jungs da geleistet haben.“

Jan Pavlu (links) bekam ein Extralob von Trainer Michel Zeiter: „Er hat sich super fürs Team aufgeopfert.“

Aber der Coach der Heilbronner Falken sah auch noch einige Defizite: „Wir haben wieder im direkten Gegenzug nach einem Tor einen Gegentreffer kassiert. Da muss das Team fokussiert bleiben.“ Im Powerplay hatte er auch Veränderungen vorgenommen: „Die Spielzüge sind da, es fehlten nur Kleinigkeiten, das muss sich verbessern.“ Die Spielabsage gegen Nauheim ärgert ihn schon ein wenig: „Wir haben am Sonntag direkt nach Spielende mit der Videoanalyse der Partie begonnen, am Montagmorgen dann die Präsentation für das Nauheim-Spiel zusammengestellt, die Spieler auf den Gegner vorbereitet - und jetzt müssen wir wieder alles über den Haufen werfen.“ Nein, es ist derzeit wirklich kein einfacher Job bei den Heilbronner Falken.

Rubriklistenbild: © Thorwartl

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