Am Ende ohne Chance

Heilbronner Falken stemmen sich vergebens gegen die Übermacht der Löwen Frankfurt

  • Marc Thorwartl
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Mit acht Stürmern und sieben Verteidigern müssen die Unterländer heute gegen die Hessen bestehen. Die lassen sich allerdings nicht einmal von einem Feueralarm stoppen.

Vor einer Woche war das Maß voll. Die Löwen Frankfurt unterlagen bei den Kassel Huskies mit 0:7. Nur einen Tag später zogen die Hessen die Reißleine und suspendierten Coach Olli Salo. Sportdirektor Franz Fritzmeier sprang als Feuerwehrmann an der Bande ein, es folgten zwei Siege. Die Hessen wollen unbedingt in die DEL aufsteigen - somit bekommen es die Heilbronner Falken heute Abend mit einem Favoriten der Liga zu tun.

Keine leichte Aufgabe, wenn man bedenkt, wer bei den Heilbronner Falken alles fehlt. Tiefensee, Elias und Schumacher sind bei der U20-WM, Brady und Koch verletzt, Brune, Wirth und Valenti bei den Adler Mannheim, Kirsch und Preto im Back-to-play-Modus nach Corona-Quarantäne. Zudem verzichtet Falken-Trainer Michel Zeiter wegen seiner Verfehlungen im Spiel bei Bad Tölz aus disziplinarischen Gründen auf Tim Miller. Brock Maschmeyer kehrt zurück ins Team und wird sechster Verteidiger. Dafür rückt Jan Pavlu aus der Defensive in die Offensive. Somit stehen den Unterländern genau drei Sturmreihen zur Verfügung. Die Hessen werden ihrer Favoritenrolle gerecht und gewinnen mit 3:1.

Heilbronner Falken gehen in Führung

Die Heilbronner Falken starten gut in die Partie, die ersten Minuten gehören ihnen, auch wenn erstklassige Chancen eher die Ausnahme bilden. In der 6. Minute gibt es die erste Strafzeit. gegen die Hessen. Das Powerplay der Hausherren nicht zwingend, immer wieder können die Löwen stören und sich befreien. Just in dem Moment, als sie wieder komplett sind, startet Kevin Maginot einen Alleingang von der eigenen Torlinie, marschiert übers ganze Feld, durch die Gäste-Abwehr, verlädt auch noch den Keeper - es steht 1:0 für die Heilbronner Falken. Die Antwort der Gäste: wütende Angriffe. Jetzt zeigen sie ihr ganzes Potenzial. Minutenlang schnüren sie die Heilbronner Falken im Abwehrdrittel ein.

Kevin Maginot bejubelt seinen Treffer nach einem tollen Sololauf.

Die stemmen sich mit allen Mitteln gegen den Ausgleich. Sie werfen sich in die Schüsse, blocken Pässe - und was durchkommt, wird Beute von Matthias Nemec im Heilbronner Tor. Dann ein Fehler im Spielaufbau, die Löwen laufen einen Konter, Querpass, Tor, 1:1 in der 15. Minute. Die Hessen haben jetzt Blut geleckt, Dauerbelagerung des Falken-Tors. Der zweite Treffer liegt mehrfach in der Luft - bis ein Feueralarm dem Sturmwirbel ein jähes Ende setzt. 1:26 Minuten vor Ende des Drittels muss die Halle geräumt werden, die Feuerwehr fährt vor. Zum Glück ist es ein Fehlalarm, trotzdem wird das Drittel beendet, die Restzeit im zweiten Abschnitt nachgeholt.

Treffer der Heilbronner Falken wird aberkannt

Die Gäste machen nach Wiederbeginn da weiter, wo sie zuvor aufgehört hatten. Es geht ausnahmslos in Richtung Tor der Heilbronner Falken. Die haben Glück, ein Schuss landet am Aluminium. Dann beginnt das zweite Drittel offiziell - mit übermächtigen Frankfurter Löwen. Einen ihrer unzähligen Angriffe schließen sie mit dem 1:2 ab. Dann die zweite Strafzeit der Partie. Erneut gegen die Gäste. Und wirklich, mit ihrer ersten Chance im zweiten Drittel, machen die Heilbronner Falken den Ausgleich. Doch plötzlich überprüfen die Referees ihre Entscheidung beim Videobeweis. Es dauert gefühlte Ewigkeiten, bis sie wieder zurück aufs Eis kommen - und dem Treffer die Anerkennung verweigern.

Nach einem Alarm musste die Feuerwehr anrücken, das erste Drittel 1:26 Minuten vor Schluss beendet werden.

Danach Eishockey wie gehabt. Die Löwen im Vorwärtsgang. Wieder scheitern sie am Gehäuse der Heilbronner Falken, und wiederum ziehen sie eine Strafzeit. Geht da was für die Unterländer? Sollte eigentlich, zumal die Hessen kurz danach noch ein Foul begehen. 71 Sekunden doppelte Überzahl! Die spielen sie gut, erarbeiten viele Chancen, feuern gute Schüsse ab - aber Frankfurts Keeper ist unbezwingbar. Dann die erste Strafe gegen die Heilbronner Falken, wenig später noch eine. Jetzt doppelte Überzahl für die Gäste - und sie finden die Lücke. 1:3, damit geht es in die zweite Pause.

Wirkungsloses Powerplay der Heilbronner Falken

Mangelnde Einsatzbereitschaft kann man den Heilbronner Falken nicht vorwerfen. Im letzten Drittel versuchen sie nochmals alles, um eine Resultatsverbesserung herbeizuführen. Der Einsatz stimmt, doch technisch sind die Gäste einfach eine Klasse für sich. Immer wieder können sie dem Zugriff der Unterländer entziehen. In der 48. Minute dann Powerplay für die Heilbronner Falken. Um irgendwie noch zurückzukommen, muss jetzt ein Tor fallen. Aber es soll einfach nicht sein.

Matthias Nemec war der beste Falke, an den Gegentoren konnte er gar nichts machen.

Die Löwen Frankfurt hingegen bleiben bei ihren Vorstößen brandgefährlich, bereits zum dritten Mal in der Partie rettet das Gestänge für die Heilbronner Falken. Mit dem 1:3 sind die Hausherren definitiv bisher gut bedient. Dann gleich zwei Herausstellungen gegen die Gäste. 113 Sekunden doppelte Überzahl. Jetzt oder nie. Aber es ist einfach nicht zwingend genug, was die Falken zeigen. Routiniert spielen die Gäste die Zeit herunter. Der 3:1-Sieg ist hochverdient.

Rubriklistenbild: © Thorwartl

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