Nicht mehr Schlusslicht

Falken-Attacke läuft: Brock Maschmeyer erklärt das Erfolgskonzept

Heilbronner Falken Eishockey DEL2 Stefan Della Rovere Topsocrer
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Stefan Della Rovere muss den Helm des Topscorers jetzt an Dylan Wruck abgeben. Er wird es gerne tun.
  • Marc Thorwartl
    vonMarc Thorwartl
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Mit der spielerisch wohl besten Leistung der Saison gelingt den Heilbronner Falken der vierte Sieg in Serie - und der Sprung vom Tabellenende.

Mit dem Match am Dienstagabend starten die Heilbronner Falken ihre Nachholspiele in der DEL2. Corona-bedingt hatten sie ja bereits acht Partien versäumt, jetzt stehen die Nachholtermine auf dem Programm. Dabei treffen die Unterländer erneut auf die Lausitzer Füchse. Gerade einmal vier Tage, nach dem 5:4-Sieg in Weißwasser im Penaltyschießen.

Michel Zeiter, Trainer der Heilbronner Falken, kann auf exakt dieselbe Mannschaft wie am Sonntag beim Erfolg über die Eispiraten Crimmitschau zurückgreifen. Allerdings nimmt er eine Änderung vor: Im Tor vertraut er auf die Fangkünste von Youngster Arno Tiefensee, der ja die vergangenen vier Wochen mit der U20-Nationalmannschaft bei der WM in Kanada war.

Verteidiger der Heilbronner Falken erwartet harten Kampf

Brock Maschmeyer, Verteidiger bei den Heilbronner Falken, hat vor jedem Spiel dasselbe Aufwärmritual. Abseits von den anderen Spielern macht er Dehn- und Stretchübungen. „Das wird ein richtig harter Kampf heute Abend. Wir werden alles dafür tun, den vierten Sieg in Folge einzufahren.“ Die kleine Erfolgsserie hat dem Team Auftrieb gegeben: „Das hat Selbstvertrauen gebracht. Wir sind im neuen Jahr nochmals näher zusammengerückt, haben jetzt den Anschluss an die anderen Teams gefunden. Das wollen wir fortsetzen.“

Brock Maschmeyer gibt im Powerplay die Vorlage zum 1:0.

Warum es plötzlich läuft, dafür hat er eine einfache Erklärung: „Es hat sich eigentlich nicht viel verändert, aber jeder von uns macht jetzt auch die kleinen Dinge richtig. Das sieht man im Hockey dann sofort, da du plötzlich als Team ganz anders auftrittst, erfolgreich spielst und plötzlich die Partien gewinnst.“ Und er gibt die Devise aus: „Erfolgreich sein, den letzten Platz verlassen und dann nach oben kommen.“

Heilbronner Falken stechen im Powerplay zu

Im ersten Drittel spielen die Gäste optisch besser, ohne allerdings wirklich daraus Kapital schlagen zu können. Die Scheibe läuft klasse durch die eigenen Reihen, aber beim Abschluss hapert es. Ganz anders die Heilbronner Falken. Powerplay, da läuft fast gar nichts, dann ein Schuss von Justin Kirsch, 1:0. Kurz vor Drittelpause erneut Powerplay, dieses Mal richtig gut, gerade sind die Gäste wieder komplett, da trifft Kevin Maginot zum 2:0. Das ist Effizienz. Das zweite Drittel bleibt torlos, aber eines muss man den Falken zugestehen: Sie haben richtig gute Spielzüge im Repertoire, das 3:0 liegt gleich mehrfach in der Luft.

Im zweiten Drittel zeigen die Heilbronner Falken geradliniges, modernes und schnelles Eishockey. Das macht Lust auf mehr.

Im letzten Abschnitt warten die Heilbronner Falken die Anfangsoffensive der Gäste ab, stehen hinten kompakt, lassen nichts zu. Dann ein hoher Stock, Maginot sinkt blutend zu Boden. 2+2 Minuten Strafe gegen die Lausitzer Füchse. Ein bärenstarkes Powerplay der Unterländer. Dylan Wruck auf Bryce Gervais, der hält die Kelle hin, 3:0. Das gibt Sicherheit. Die Gäste provozieren. Brad Ross fordert Matt Neal zum Faustkampf. Da sie die Handschuhe ausziehen, gibt es 2+2+10+Spieldauerstrafe für beide Akteure. Drei Minuten vor Schluss riskieren die Gäste alles, nehmen den Keeper vom Eis. Tim Miller verpasst das leere Tor, im Gegenzug treffen die Füchse zum 3:1. Noch zwei Minuten. 30 Sekunden vor dem Ende trifft Kirsch zum 4:1- Endstand.

„Wir haben die kleinen Dinge richtig gemacht und man hat heute gesehen, dass wir ein Team mit Herz und Seele sind. Unser Powerplay war heute einfach überragend. Es fühlt sich super an“, erklärt Maschmeyer nach der Partie. Und was geht heute noch? „Wir werden den Sieg mit einem Bierchen feiern - und uns dann ab morgen wieder voll auf die Partie am Freitag in Dresden konzentrieren und vorbereiten.“

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