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Heilbronner Falken mit unglaublicher Moral gegen die Kassel Huskies

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Von: Marc Thorwartl

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Fight Kenney Morrison Denis Shevyrin Heilbronner Falken Kassel Huskies DEL2 Eishockey
Kenney Morrison (links) und Denis Shevyrin geraten im zweiten Drittel aneinander. © Marc Thorwartl

Mit vollem Line-up und Neuzugang River Rymsha treffen die Heilbronner Falken daheim auf den Aufstiegsfavoriten Kassel Huskies. Die Hessen sehen nach 30 Minuten wie der sichere Sieger aus, dann drehen die Falken fast noch das Spiel und verlieren durch einen späten Treffer in der 58. Minute mit 3:4.

Die Stimmung bei den Heilbronner Falken ist gut. Sehr gut sogar. Das liegt nicht nur an den beiden Siegen in Crimmitschau und bei den Selber Wölfen. Irgendwie ist ein Ruck durchs Team gegangen. Bestes Beispiel hierfür: Das Team kam am Mittwochmorgen gegen 3 Uhr aus Selb in Heilbronn wieder an. Für Mittwoch war erst Stretching um 12.15 Uhr und dann Eistraining um 13.15 Uhr auf freiwilliger Basis angesetzt. Und wirklich alle Spieler kamen! Die personellen Wechsel haben anscheinend Wirkung gezeigt. Während Trainer Jason Morgan in der Kabine sitzt, um die Videoanalyse vorzubereiten, leitet sein neuer Co-Trainer Martin Jiranek das Training der Heilbronner Falken.

VereinHeilbronner Falken
LigaDEL2
Trainings- und SpielstätteEisstadion Heilbronn
TrainerJason Morgan, Co-Trainer Martin Jiranek

Da ist richtig Zug drin. Neuzugang River Rymsha hinterlässt einen hervorragenden Eindruck. Schnell, technisch versiert und mit einem guten Schuss ausgestattet, absolviert er die Trainingseinheit. Und heute Abend feiert er gegen die Kassel Huskies seine Premiere im Dress der Heilbronner Falken. Dabei beordert ihn der Coach an die Seite von Kenney Morrison, sodass die beiden Ausländer zusammen ein Defender-Pärchen bilden. Simon Thiel muss kurzfristig zu den Adler Mannheim, dafür steht aber Luca Tosto im Aufgebot. Die Heilbronner Falken spielen mit dem vollen Line-up.

Kassel Huskies treten bei den Heilbronner Falken im Stil einer Spitzenmannschaft auf

Das Tor der Heilbronner Falken hütet Ilya Andryukhov. Der muss von Beginn an hellwach sein. Die ersten Szenen gehören zwar den Heilbronner Falken, Rymsha prüft nach 28 Sekunden Keeper Jake Kielly, doch die Kassel Huskies fangen sich ziemlich schnell. Das ist Spitzen-Eishockey, was die Nordhessen hier zeigen. Schnell und direkt läuft die Scheibe durch die eigenen Reihen, Fehler der Heilbronner Falken werden eiskalt bestraft. Rymsha will entlang der Bande klären, die Schlittenhunde können die Scheibe stoppen, ein Pass vors Tor, Andryukhov kann den ersten Schuss noch parieren, beim Nachschuss ist er machtlos. Die Hausherren immer dann gefährlich, wenn die erste Formation auf dem Eis ist. Stefan Della Rovere scheitert an Kiellys Schonern, den Nachschuss von Alex Tonge pariert der Husky-Goalie spektakulär im Hechtsprung mit der Schulter.

In der 13. Minute dann eine ganz bittere Szene für die Heilbronner Falken. Ein Schuss der Hessen geht nebens Tor, doch von dort springt die Scheibe im hohen Bogen zurück - Tristan Keck nimmt sie aus der Luft, trifft Andryukhov am Rücken, und von dort springt der Puck ins Tor. Die Hausherren sind nicht geschockt, doch häufig macht sich die Bully-Schwäche bemerkbar. Außer Freddy Cabana gewinnt kaum einer die Anspiele, deshalb laufen sie meist der Scheibe hinterher. Und vorne spielen es die Falken manches Mal zu kompliziert. In der 20. Minute hat August von Ungern-Sternberg eigentlich eine gute Schussposition, entscheidet sich dann aber zum Querpass, den Noah Dunham nicht trifft, weil die Scheibe als Lob gespielt ist. Noch ist nichts verloren, aber im zweiten Drittel müssen die Falken ihre Chancen auch mal verwandeln.

Heilbronner Falken drehen im Powerplay richtig auf

Den Heilbronner Falken ist klar, wenn sie hier etwas holen wollen, dann benötigen sie schnell einen Treffer. In der 27. Minute der erste Aufreger, Kenney Morrison checkt Oleg Tschwanow. Der bleibt benommen liegen, woraufhin Denis Shevyrin gegen Morrison einen Faustkampf startet. Beide Akteure gehen für fünf Minuten in die Kühlbox. Kurz danach dann das erste Powerplay des Abends. Für die Gäste. Eigentlich alles gut, Cabana gewinnt das Bully, doch Kapitän Christopher Fischer springt der Puck von der Kelle genau vor den Keeper, wo Keck mit seinem zweiten Tor das 0:3 erzielt. War es das etwa schon?

Falken-Stürmer Freddy Cabana erzielt zwei Treffer im Mitteldrittel.
Überragend: Freddy Cabana war an allen Heilbronner Treffern im Mitteldrittel beteiligt. © Marc Thorwartl

Nein, denn in der 32. Minute zieht Fischer von der blauen Linie ab, Cabana fälscht den Puck ab, 1:3. Dann die 34. Minute. Tom Geischeimer mit einem ganz fiesen Foul gegen den bereits am Boden liegenden Alex Tonge. Die Schiedsrichter sprechen eine große Strafe aus, überprüfen den Videobeweis und schicken den Husky zum Duschen. Fünf Minuten Powerplay für die Heilbronner Falken. Cabana gewinnt das Anspiel, Tonge zieht ab, 2:3. Nach sechs Sekunden Powerplay! Die Heilbronner Falken jetzt mit der zweiten Luft. Immer noch in Überzahl, Tonge passt in den Slot, Cabana fälscht ab, 3:3. Drei Tore in fünf MInuten gegen Kassel, Chapeau. Pause.

Eine Unaufmerksamkeit kostet die Heilbronner Falken am Ende das Spiel

Klar, nachdem die Hukies die Dreitore-Führung aus der Hand gegeben haben, sind sie mächtig sauer und setzen die Heilbronner Falken gleich unter Druck. Doch die sind jetzt hellwach, geben keine Zentimeter Eis verloren. Dann wird es ganz kritisch, Luke Volkmann erhält eine Strafe wegen hohen Stocks. Urplötzlich rufen die Huskies dann den Referee zur Bank - und der gefoulte Spieler hat plötzlich eine Wunde. Die Konsequenz, zwei plus zwei Strafminuten. Die Hausherren mit einem bedingungslosen Kampf, sie überstehen die prekäre Situation unbeschadet. Dann kommt der nächste Faustkampf, dieses Mal geraten Della Rovere und Hans Detsch aneinander. Beide bekommen zwei plus fünf Minuten.

Die Huskies mit spielerischer Überlegenheit, doch langsam läuft die Zeit herunter. Bis zur 58. Minute, da passiert der Fehler der Heilbronner Falken. Der bis dahin überragende Keeper Andryukhov fährt hinter das Tor, um eine Scheibe zu stoppen und will sie spielen, das misslingt, der Puck kommt direkt zu einem Huskie, den Schuss pariert der Falken-Keeper noch, doch beim Nachschuss ist er machtlos, 3:4. Eine Minute später liegt der Puck erneut im Tor, doch die Schiedsrichter geben den Treffer nach Videoanalyse nicht. Die Heilbronner Falken ziehen den Keeper, machen viel Druck, doch die Scheibe will nicht mehr zum Ausgleich über die Linie, es bleibt beim 3:4. Trotz der Niederlage feiern die knapp 1.700 Zuschauer ihr Team nach Spielende.

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