1. echo24
  2. Sport
  3. Heilbronner Eishockey

Bei den Heilbronner Falken öffnen sich immer wieder neue Baustellen

Erstellt:

Von: Marc Thorwartl

Kommentare

Heilbronner Falken Krefeld Pinguine Eishockey DEL2 Justin Kirsch Tor
Die Formkurve von Justin Kirsch zeigt nach oben, seit Freddy Cabana als Center in seinen Block rückte. © Marc Thorwartl

Nein, die Heilbronner Falken agieren derzeit überhaupt nicht erfolgreich in der DEL2. Trainer Martin Jiranek hat die Fehler dafür ausgemacht und versucht gegenzusteuern. Damit am Ende der Saison nicht der Abstieg steht.

Die Heilbronner Falken sind derzeit in der DEL2 so erfolgreich wie Christine Lambrecht als Bundesverteidigungsministerin. Hinten ist spieltäglich „Tag der offenen Tür“ für den Gegner – vorne läuft es so rund wie auf viereckigen Rädern. Wird eine Baustelle halbwegs geschlossen, öffnet sich an anderer Stelle die nächste. So geschehen am Sonntag beim Spiel in Bad Nauheim.

VereinHeilbronner Falken
LigaDEL2
Trainings- und SpielstätteEisstadion Heilbronn
TrainerMartin Jiranek
Co-TrainerJanne Sinkkonen

Die Heilbronner Falken haben Powerplay. Statistisch gesehen das Beste der Liga. Ausgerechnet Routinier Jeremy Williams unterläuft ein katastrophaler Fehlpass, die Nauheimer kontern und machen das vorentscheidende 3:0. Die zweite Powerplay-Formation erzielt dann zwar in Überzahl gleich das 3:1, aber das Kind war bereits in den Brunnen gefallen.

Fehler bei der Kaderplanung: den Heilbronner Falken fehlen Mittelstürmer

Es ist gar nicht lange her, da war es genau umgekehrt. Der erste Block wirbelte und scorte – die zweite Reihe brachte nichts zustande. Trainer Martin Jiranek sieht die Probleme ganz genau, kann aber die Fehler der Vergangenheit bei der Kaderzusammenstellung nicht rückgängig machen: Den Falken fehlen zwei weitere, gute Mittelstürmer. Jiranek beorderte den besten Falken-Center Freddy Cabana von der ersten in die dritte Formation. Seitdem blühen Justin Kirsch und August von Ungern-Sternberg an seiner Seite förmlich auf. Doch im ersten Block muss Alex Tonge jetzt wieder Center spielen, obwohl er sich auf der Außenposition viel wohler fühlt.

Stefan Della Rovere, der für Cabana in die Reihe kam, kann diesen spieltechnisch nicht annähernd ersetzen. Jiranek gab seinen Spielern nach dem Spiel am Sonntag zwei Tage frei und eine klare Ansage mit auf den Weg: „Sie sollen sich erholen, den Kopf frei bekommen, vom Hockey abschalten, die Zeit mit Partnerin und Familie verbringen. Ich habe ausdrücklich davor gewarnt, in den Party-Modus zu verfallen.“ Da die vergangenen Wochen bei einigen Falken Konditionsmängel zeigten, zieht der Trainer das Ausdauerprogramm nochmals an: „Das geht, da wir keine Englische Wochen haben.“ Er legt nach: „Frische führt zu kurzfristigem Erfolg – nur Fitness kann ihn dauerhaft gewähren.“ Das hört sich an, als ob er mit den Playdowns rechnet? „Man muss den Tatsachen ins Auge blicken.“

Auch interessant

Kommentare