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Heilbronner Falken holen den ersten Saison-Punkt in Regensburg

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Von: Marc Thorwartl

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August von Ungern Sternberg hinter dem Tor.
August von Ungern-Sternberg erzielt den Anschlusstreffer für die Heilbronner Falken © Marc Thorwartl

Mit dem letzten Aufgebot fahren die Heilbronner Falken zum Spiel bei den Eisbären Regensburg - und verlieren erst im Penalty-Schießen. Damit haben sie den ersten Saisonpunkt auf der Habenseite.

Keine Verschnaufpause für die Heilbronner Falken. In der DEL2 müssen sie heute Abend beim Aufsteiger Eisbären Regensburg antreten. Lediglich zwei Tage nach der schmerzhaften Heimniederlage gegen die Eispiraten Crimmitschau. Weiterhin ist kein Ende der personellen Notlage in Sicht. Mit Jeremy Williams, Judd Blackwater und Kenney Morrison fehlen immer noch drei von vier Ausländern. Zu allem Überfluss muss auch noch Justin Kirsch krank zu Hause bleiben, außerdem hat Kooperationspartner Adler Mannheim Arkadiusz Dziambor abgezogen.

Im Gegenzug schicken die Adler mit Luca Tosto und Simon Thiel zwei Hochkaräter im Sturm zu den Heilbronner Falken und mit nach Regensburg. Zudem ist Moritz Elias nach überstandener Krankheit wieder fit. Trotzdem muss Jason Morgan, Trainer der Heilbronner Falken, wieder improvisieren. Wie zuletzt schon spielt Stürmer Alex Lambacher Verteidiger. Und Lukas Mühlbauer feiert heute seine Premiere als Defender. Im Tor steht Florian Mnich.

Heilbronner Falken mit schnellem Rückstand

Die Favoritenrolle ist klar verteilt. Die Eisbären Regensburg haben ihre acht Punkte der bisherigen Saison allesamt daheim geholt. Zudem können die Donau-Städter mit dem vollen Line-up auflaufen. Vor allem die erste Reihe gilt es zu neutralisieren. Und die Heilbronner Falken sollten Strafzeiten tunlichst vermeiden. Das gelingt wieder nicht. Keine zwei Minuten sind gespielt, da muss Luke Volkmann auf die Strafbank. Die Heilbronner Falken verteidigen aufopferungsvoll. Gerade ist die Strafe abgelaufen, da schlägt es dann doch zum 1:0 für die Hausherren ein. Schlechter kann eine Partie gar nicht beginnen. Allerdings begegnen sich beide Mannschaft im Anschluss auf Augenhöhe.

VereinHeilbronner Falken
LigaDEL2
Spiel- und TrainingsstätteEisstadion Heilbronn
TrainerJason Morgan

Dann das erste Überzahlspiel für die Heilbronner Falken. Sie finden schnell die Aufstellung, lassen die Scheibe kreisen, es gibt einige Schüsse, aber nichts Zählbares. Kurz danach ein Drei-auf-zwei-Konter der Eisbären, und schon macht sich die Aufstellung Mühlbauers als Verteidiger bezahlt, er rettet in höchster Not. Dann wieder ein langer Pass aus der Abwehr, Topscorer Richard Divis ist auf und davon - Mnich mit einer Glanzparade. Das war wieder viel zu einfach, jeder Mannschaft gelingt das gegen die Falken, da stimmen die Basics einfach nicht. Denn die Falken haben kurze Zeit später die gleiche Möglichkeit, doch der Pass des Verteidigers ist zu hart, zu ungenau und viel zu weit. Mit der Schluss-Sirene tauschen Stefan Della Rovere und Xaver Tippmann Nettigkeiten auf, damit starten beide Teams mit einem Mann weniger ins zweite Drittel. Mit dem 1:0 geht es in die Pause. Ein verdienter Vorsprung der Eisbären, die das aktivere Team stellen und klar die besseren Chancen haben.

Heilbronner Falken kämpfen sich zurück ins Spiel

Im zweiten Drittel sind die Heilbronner Falken besser sortiert. Zudem gewinnen sie Bullys, sind häufiger in Puckbesitz. Bis dann wieder eine Strafzeit ausgesprochen wird. Thiel hat sich nach dem Abpfiff zu einem Stockschlag hinreißen lassen. Kategorie: unnötig. Prompt fällt das 2:0. Im direkten Gegenzug fängt Alex Tonge einen Pass ab, leitet die Scheibe zu Della Rovere, der weiter auf August von Ungern-Sternberg, der keine Mühe hat, den Anschlusstreffer zu erzielen. Nur 16 Sekunden nach dem Tor der Eisbären, das war enorm wichtig. Danach wird es unkontrolliert, hüben wie drüben einige Stockfehler. Die bessere Spielanlage haben die Eisbären, auch das Scheibenglück ist nicht aufseiten der Heilbronner Falken. Mit dem knappen 2:1 geht es in die zweite Pause, somit ist hier für die Heilbronner Falken immer noch alles drin.

Im letzten Drittel schenken sich beide Teams nichts. Es wird um jeden Zentimeter Eis gekämpft. Eine tolle Kombination der Heilbronner Falken landet bei Christopher Fischer, der scheitert. In der 46. Minute dann eine knifflige Situation. Luke Volkmann bekommt einen Stockstich ab - allerdings nicht in den Augen der Referees, da haben die Eisbären Regensburg richtig Glück gehabt. Gleich danach hält Mnich sein Team mit zwei Glanzparaden im Spiel. Morgan reagiert auf die Verletzung von Volkmann, stellt auf zwei Verteidigungsreihen um, Lambacher spielt jetzt im Sturm. Dann der beste Angriff der Heilbronner Falken. Tonge sichert hinten eine Scheibe, spielt einen weiten Pass auf Della Rovere, der zieht drei Eisbären auf sich, spielt dann einen No-Look-Rückhandpass auf den nachgerückten Tonge, der eiskalt zum 2:2 abschließt. Jetzt drücken die Unterländer. Della Rovere scheitert, Thiel gleich zweimal. Jetzt ist das Unentschieden längst verdient. Es bleibt beim 2:2, die Falken haben ihren ersten Saisonpunkt geholt. Klappt es auch mit dem Sieg?

Heilbronner Falken geraten in der Verlängerung unter Druck, retten sich aber ins Penalty-Schießen

In der Verlängerung haben die Heilbronner Falken Glück, nach 30 Sekunden treffen die Eisbären nur den Pfosten. Dann wird es gefährlich, Strafe gegen die Unterländer, Lautenschlager muss an alter Wirkungsstätte in die Kühlbox. Mnich wieder mit einem herausragenden Save. Er ist ganz klar der beste Heilbronner Falke an diesem Abend. Unglaublich, was die drei Mann und der Keeper alles blocken und fangen. Es spielt nur Regensburg, aber es fällt kein weiteres Tor, und schier hätte Lautenschlager mit der Schluss-Sirene noch den Siegtreffer für die Heilbronner Falken erzielt.

Es bleibt beim 2:2, die Partie muss im Penalty-Schießen entschieden werden. Dort trifft Lautenschlager für die Heilbronner Falken, für die Eisbären sind zwei Schützen erfolgreich. Nach großem Kampf müssen sich die Falken geschlagen geben - aber immerhin haben sie den ersten Punkt geholt. Darauf können sie aufbauen. „Wir gehen gerade durch eine harte Zeit mit Verletzungen und Krankheiten. Die Jungs haben heute hart gekämpft. Ein Sonderlob geht an Florian, der heute hervorragend gehalten hat“, erklärt Morgan nach der Partie. „Am Freitag gegen Kassel kommt auf alle Fälle ein Spieler zurück, vielleicht werden es auch noch mehr. Kassel ist ein Top-Team, wir müssen dort das einfache Hockey spielen.“ Marco Merz, Geschäftsführer der Heilbronner Falken, kann nach Spielende Entwarnung geben: „Luke Volkmann hat einen Schläger voll in den Unterleib bekommen, wird aber am Freitag sicher in Kassel spielen können. Ebenso wie Kenney Morrison.“

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