Nicht schön, aber immerhin teilweise erfolgreich

Ein ganz zähes Ding der Falken bei den Eispiraten

  • Marc Thorwartl
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Die Unterländer reisen im Sturm mit einer Notbesetzung nach Crimmitschau an - und können trotzdem etwas mitnehmen

Mit Neuzugang Leon Fern in der Verteidigung treten die Heilbronner Falken am Freitagabend in Crimmitschau zum DEL2-Spiel bei den Eispiraten an. Erstmals auch mit im Kader der Unterländer: Defender Moritz Wirth, der seine Verletzung auskuriert hat und vom Kooperationspartner Adler Mannheim nach Heilbronn geschickt wurde, um hier viel Spielpraxis zu sammeln.

Allerdings muss Falken-Trainer Jason Morgan auch mit einigen Rückschlägen zurechtkommen. Karl Fabricius fehlt noch verletzt, allerdings stehen auch Alexander Lambacher und Julian Lautenschlager nicht in der Aufstellung. Da geht jede Menge Offensivpower verloren, die Heilbronner Falken können gerade einmal mit drei Sturmreihen agieren, wohingegen der Gastgeber aus dem Vollen schöpfen kann. Die Heilbronner Falken haben gegen die Sachsen noch etwas gutzumachen: Beim Saisonauftakt verloren sie daheim 1:5. Die Frage des Abends: Gelingt es dieses Mal, den damals überragenden Eispiraten-Goalie Luka Gracnar zu überwinden? Ja, aber bei der 1:2-Niederlage nach Penalty-Schießen wieder nur einmal.

Heilbronner Falken mit defensiver Taktik

Beide Mannschaften starten verhalten in die Partie. Die Heilbronner Falken sind primär bemüht, Schaden von ihrem Tor abzuhalten. Vieles spielt sich in der neutralen Zone ab, hinzu kommen ungenaue Pässe und - wie in Freiburg vor einer Woche - ist auch das Eis nicht das beste. Die Eispiraten haben etwas mehr vom Spiel, gewinnen mehr Zweikämpfe an der Bande. Trotzdem ist es einer Einzelleistung zu verdanken, dass sie in Führung gehen. Scott Feser marschiert übers Feld. Jeremy Williams hilft als Verteidiger bei den Falken aus, kann den Schuss aber nicht verhindern, der genau ins kurze Eck passt.

Auch im Anschluss sind die Eispiraten Crimmitschau das agilere Team. Sie suchen zielstrebiger das Tor, setzen den Pucks schneller nach und suchen den Abschluss. Florian Mnich im Tor der Heilbronner Falken muss noch zweimal richtig gute Chancen der Sachsen vereiteln. Kurz vor dem Pausenpfiff dann das erste Foul. Überzahl für die Unterländer. Doch in der verbleibenden Zeit können sie keine Akzente setzen. Pause.

Heilbronner Falken gelingt der Ausgleich

Obwohl sie in Überzahl starten, gelingt den Heilbronner Falken auch zu Beginn des Mitteldrittels fast gar nichts. Weiterhin fehlt der Zug zum Tor - und ausgerechnet die sonst so treffsichere erste Reihe tut sich unglaublich schwer. Offensiv findet sie gar nicht statt. Die Sachsen arbeiten zielstrebig am zweiten Treffer, der dann auch fällt. Allerdings gibt es vorher eine Abseitssituation, deshalb wird dem Tor die Anerkennung zu Recht verweigert. Diese Situation wirkt auf die Heilbronner Falken wie ein Weckruf. Sie spielen jetzt nicht richtig besser, aber aggressiver, gehen den Pucks hinterher. Wie Valentino Klos, der die Scheibe ins Angriffsdrittel bringt, zu Brock Maschmeyer passt, der ganz genau zielt und in der 37. Minute zum 1:1 trifft. Damit geht es in die zweite Pause.

Der Beginn des letzten Drittels sorgt bereits nach wenigen Sekunden für Bluthochdruck bei den Fans der Heilbronner Falken. Wirth mit einem schlampigen „Ich-spiele-es-lässig-Pass“ und gleich zwei super Einschuss-Chancen für Crimmitschau, die Mnich glänzend pariert. Dann die Gäste mit gutem Power-Hockey, endlich können sie die Sachsen in deren Drittel mal einschnüren. Aber ohne Tor. In der 45. Minute die erste Strafe gegen Heilbronn - ohne Folgen. Danach verflacht die Partie wieder, keine Mannschaft will den nächsten Fehler machen. Die Zeit läuft herunter, gibt es hier Verlängerung?

Heilbronner Falken müssen in die Verlängerung und ins Penalty-Schießen

Ja, die Heilbronner Falken müssen in die Extraschicht. Obwohl sie in den letzten fünf Minuten der regulären Spielzeit richtig Druck gemacht hatten und durch Stefan Della Rovere, Judd Blackwater und Kenney Morrison richtig gute Chancen hatten. Nach 24 Sekunden Overtime hat Williams schon den Torschrei auf den Lippen, doch irgendwie kann Gracnar den Schuss parieren. Auch Maschmeyer scheitert. Es geht ins Penalty-Schießen. In der Lotterie haben dann die Gastgeber das bessere Ende für sich. Beide Keeper bleiben dreimal Sieger. Dann trifft André Schietzold zum Extra-Punkt für die Eispiraten.

Rubriklistenbild: © Marc Thorwartl

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