Probleme mit dem Nachwuchs

Wegen Corona: HEC-Chef erwartet schlimme Folgen für das gesamte Eishockey

  • Olaf Kubasik
    vonOlaf Kubasik
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Unter den Corona-Maßnahmen leidet das Eishockey ganz besonders: Der Nachwuchs bricht weg.

Die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus schränken das öffentliche Leben stark ein. Unter anderem ist seit 2. November der Amateursport auf Eis gelegt. Für zahlreiche Vereine hat das schwerwiegende Folgen - besonders für den Heilbronner Eishockey Club (HEC), der zwar gemeinnützig ist, aber auch gleichzeitig das Eisstadion Heilbronn betreibt. Im Lockdown bedeutet das: keine Einnahmen, aber weiterhin laufende Kosten. Der einst kerngesunde Verein ist dadurch in Schieflage geraten - und kämpft jetzt mit allen Mitteln ums Überleben. Doch selbst wenn der HEC die Corona-Krise finanziell übersteht, sieht Geschäftsführer Michael Rumrich ein bleibendes Problem. Und das betrifft dann den gesamten Eishockeysport...

VereinHeilbronner Eishockey Club (HEC)
GeschäftsführerMichael Rumrich
HeimstätteEisstadion Heilbronn
AmateurmannschaftHEC Eisbären Heilbronn (Regionalliga Südwest)
ausgegliederte ProfimannschaftHeilbronner Falken (DEL2)

Michael Rumrich kennt das Eishockey wie kaum ein anderer in Heilbronn. Als Aktiver wurde er 1995 deutscher Meister mit den Kölner Haien, nahm als 74-maliger Nationalspieler an den Olympischen Winterspielen 1992 und 1994 teil. Als HEC-Geschäftsführer hat er gemeinsam mit seinem Team für einen Boom im Nachwuchsbereich gesorgt. Und wird honoriert: Der Verein erhält für seine Nachwuchsarbeit den dritten Stern im anspruchsvollen Fünf-Sterne-Programm des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB). Doch die Corona-Krise kann all das Geschaffene schnell wieder zerstören. DENN: „Es haben schon einige Mitglieder gekündigt, wodurch uns der Nachwuchs wegbricht.“

Corona/Heilbronn: HEC-Geschäftsführer warnt vor Folgen für das Eishockey

Im Gegensatz zu anderen Mannschaftssportarten funktioniert effektives Eishockey-Training bloß auf dem Eis. Denn lediglich dort können die Fähigkeiten der Kinder verbessert werden. HEC-Geschäftsführer Michael Rumrich erklärt: „Wenn du als Kind einige Monate nicht auf dem Eis stehst, machst du nicht nur keine Fortschritte, sondern auch noch Rückschritte dazu.“ Als Nachwuchs-Basketballer zum Beispiel bestehe selbst im Corona-Lockdown immer die Möglichkeit, ein paar Körbe zu werfen - „Eishockeyspieler hingegen können bloß individuell ihre Fitness verbessern“.

Deshalb wird die Corona-Krise Michael Rumrich zufolge „große Auswirkungen“ auf das Eishockey in ganz Deutschland haben - DENN: „Der Zuspruch nimmt ab, da Kinder die Lust an ihrem Sport verlieren, wenn sie ihn in keinster Form mehr ausüben können - und zwar nicht einmal im Einzeltraining auf dem Eis.“ Diese fatalen Folgen werden auch Profi-Teams wie die Heilbronner Falken zu spüren bekommen. Zumal die Stammvereine auch nicht mehr die Möglichkeit haben, durch Schnuppertage neuen Nachwuchs zu akquirieren.

Der Zuspruch nimmt ab, da Kinder die Lust an ihrem Sport verlieren, wenn sie ihn in keinster Form mehr ausüben können.

HEC-Geschäftsführer Michael Rumrich

Eishockey in Heilbronn: Das ist das Spendenkonto, um den HEC zu retten

Kreissparkasse Heilbronn DE10 6205 0000 0000 0818 16
Verwendungszweck #RettetDenHEC.
Zudem gibt es die Möglichkeit für alle Anhänger des Eishockeysports in Heilbronn, die Spendenaktion über Paypal zu unterstützen.

Eishockey-Schnuppertage wie der „Kids on Ice“-Day des HEC sind wegen Corona verboten.

Rubriklistenbild: © Olaf Kubasik

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