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Eishockey in Heilbronn boomt - doch der HEC hat ein massives Problem

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Von: Olaf Kubasik

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Jan Hey, hauptamtlicher HEC-Nachwuchstrainer, und HEC-Chef Michael Rumrich vor der Fan-Kulisse der Heilbronner Falken.
Eishockey in Heilbronn boomt, der Erfolg stimmt - doch der HEC verkündet ein großes Problem. © Olaf Kubasik/Mario Berger

Der Heilbronner Eishockey Club ist eine Vorzeige-Verein in Sachen Eishockey-Ausbildung, droht aber an Frustration zu scheitern. Wegen eines Umstands.

Die Gegenwart des regionalen Eishockeys sieht rosig aus: 14 Nachwuchsspieler hat der Heilbronner Eishockey Club (HEC) aktuell in den Württemberg-Kader gebracht, zwei sogar zu Nationalmannschaftssichtungen in ihren jeweiligen Altersklasse. Die HEC Eisbären Heilbronn kämpfen als Amateurmannschaft des Vereins derzeit in der Regionalliga Südwest (RLSW) um die Meisterschaft. Und das vom Stammverein ausgegliederte Profiteam der Heilbronner Falken visiert in der DEL2 die Playoffs an. Die Zukunft der Sportart Nummer eins in Heilbronn scheint eine goldene zu sein. Scheint aber nur...

Denn der HEC hat eine Art Sisyphos-Problem. Die Figur aus der griechischen Mythologie muss – zur Bestrafung für seine List – in der Unterwelt einen Fels einen steilen Berg hinaufrollen. Doch jedes Mal entgleitet ihm der Brocken kurz vor Erreichen der Kuppe, rollt hinunter – und Sisyphos muss aufs Neue beginnen. HEC-Geschäftsführer Michael Rumrich, der immer wieder für Überraschungen sorgt, erklärt: „Uns ergeht es so ähnlich – nur dass uns jemand wenige Meter vor dem Gipfel den Fels entreißt und ihn erfolgreich auf der anderen Seite ins Ziel rollt, während wir den nächsten Fels im Tal für den mühsamen Weg bereits in Stellung bringen.“

VereinHeilbronner Eishockey Club (HEC)
GeschäftsführerMichael Rumrich
Spiel- und TrainingsstätteEisstadion Heilbronn
AmateurmannschaftHEC Eisbären Heilbronn (RLSW)
ausgegliederte ProfimannschaftHeilbronner Falken (DEL2)

Eishockey Heilbronn: HEC betreibt laut DEB Nachwuchsarbeit „auf höchstem Niveau“

Heißt: Der HEC betreibt zwar „Nachwuchsarbeit auf höchstem Niveau“, wie ihm auch der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) immer wieder bestätigt, hat aber ein Problem. Jan Hey, hauptamtlicher Nachwuchstrainer, bringt dieses auf den Punkt: „Unsere besten Spieler verlassen uns nach der U15 Richtung Mannheim, Bietigheim und Co., weil wir schlichtweg für das entscheidende RLSW- oder DEL2-Bindeglied U17 nicht genügend Eiszeiten zur Verfügung haben.“ Da dem Verein als Betreiber des den Stadtwerken gehörenden Eisstadions am Europaplatz bei nur einer vorhandenen Eisfläche die Kapazitäten ausgehen.

Der zweimalige Olympia-Teilnehmer Rumrich sieht die öffentliche Lust auf Eis und die daraus resultierenden Einnahmen als Segen, aber auch als Fluch für professionelles Eishockey in Heilbronn: „Ab 15 Uhr müssen wir außerhalb der Schulferien sehen, wie wir unseren Ausbildungsbetrieb überhaupt zeitlich realisieren können.“ Teilweise müssten sich drei Nachwuchsteams die Eisfläche teilen – „nur um das Mindestprogramm zu erfüllen“.

HEC stößt an Grenzen: Top-Eishockey in Heilbronn rückt aus einem Grund in weite Ferne

Mindestprogramm? Ja, denn das gibt der DEB mit seinem Fünf-Sterne-Programm den ambitionierten Eishockey-Vereinen mit Profiteams vor. Drei davon hat der HEC – aber mehr können’s aufgrund der momentanen Kapazitäten auch nicht werden. Zur Frustration von Rumrich, Hey und ihrem Team: „Wir geben alles, um Heilbronns Sportart Nummer eins noch größer, noch attraktiver zu machen, werden aber unter momentanen Umständen irgendwann an Frustrationshürden scheitern.“

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