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Heilbronner Falken mit Zittersieg bei den Selber Wölfen

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Von: Marc Thorwartl

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Und er trifft und trifft und trifft - Justin Kirsch - der am Samstag seinen Vertrag bei den Falken verlängert hat - sorgt für das frühe 0:1. © Marc Thorwartl

Die Selber Wölfe liegen den Heilbronner Falken einfach nicht. Nach der Gala am Freitag gegen Nauheim, gibt es beim 3:1-Erfolg in Selb Magerkost.

Heute müssen die Heilbronner Falken in der DEL2 bei den Selber Wölfen antreten. Gerade einmal vier Tage nach dem letzten Aufeinandertreffen beider Teams in Heilbronn. Während die Falken jeden Punkt benötigen, um die Pre-Playoffs abzusichern, haben sich die Selber Wölfe als Tabellenschlusslicht längst mit den Playdowns abgefunden. „Wir haben bis dahin Zeit, uns zu entwickeln, um dann auf den Punkt fit zu sein“, erklärte Wölfe-Coach Herbert Hohenberger am Mittwoch in Heilbronn.

Dabei kommt ihm zugute, dass sich sein Kader, der wochenlang schwer durch Verletzungen und Corona gebeutelt war, in den vergangenen vier Tagen weiter gefüllt hat. Gegen die Heilbronner Falken stehen ihm heute sechs Verteidiger und elf Stürmer zur Verfügung. Mit vollem Line-up (sieben Verteidiger und zwölf Stürmer) können hingegen die Heilbronner Falken auflaufen. Trainer Jason Morgan kann exakt dieselben Spieler wie beim überzeugenden Auftritt am Freitag gegen Bad Nauheim zurückgreifen. Er hat keine Veranlassung, an der Reihenzusammenstellung etwas zu ändern.

Heilbronner Falken stechen vorne, hinten sind sie etwas lässig

Ohne dass es despektierlich klingen soll, die Heilbronner Falken sind klarer Favorit bei den Oberfranken. Doch in der Vergangenheit - unter anderem auch am Mittwoch gegen denselben Gegner - hatten sie sich mit dieser Rolle häufig schwergetan. Unter anderem auch beim ersten Aufeinandertreffen in Selb. Klar ist eins: Sollten die Heilbronner Falken den Gegner unterschätzen, dann wird der Schuss nach hinten losgehen. Ein erstes „Hallowach“ bekommen die Heilbronner Falken nach 30 Sekunden, die Selber mit einer Doppelchance. Die Gäste müssen die Zügel anziehen. Und wie, dritte Minute, Bullygewinn, Justin Kirsch - der gestern seinen Vertrag bei den Falken verlängert hat - zieht ab, der Puck saust durch Freund und Feind zum 0:1. Allerdings sind die Selber Wölfe nicht geschockt, sie suchen weiter ihre Chancen, Ilya Andryukhov hat alle Hände voll zu tun, um den Vorsprung zu sichern.

Die Heilbronner Falken scheinen noch nicht mit 100 Prozent bei der Sache zu sein, sie lassen auch nach dem Powerbreak gefährliche Schüsse der Wölfe zu. Wer vorne nicht trifft, wird hinten bestraft. Beim Spielaufbau ein Fehlpass der Wölfe, Stefan Della Rovere nimmt das Geschenk dankbar an, erhöht auf 0:2. Doch der Wille der Hausherren ist noch lange nicht gebrochen. Sie machen Dampf, die Heilbronner Abwehr ist etwas lethargisch, meist landen auch die Rebounds bei den Gästen. AUFWACHEN, Andryukhov kann nicht immer alles halten. Dann ein offensives Lebenszeichen der Heilbronner Falken. Jeremy Williams trifft die Latte. Dabei aber ein Foul der Wölfe, Powerplay Heilbronn. Ohne Erfolg, mit dem 0:2 geht es in die Pause.

Philipp Preto stoppt den Sturmlauf seiner Heilbronner Falken

Coach Morgan scheint in der Kabine die richtigen Worte an die Heilbronner Falken gerichtet zu haben, sie starten mit deutlich mehr Zug ins Drittel. Della Rovere fälscht ab, knapp neben das Tor. Luca Tosto scheitert mit dem Bauerntrick. Dann ein schlechtes Zuspiel von Brock Maschmeyer im eigenen Abwehrdrittel, Monstersave von Andryukhov. Auf der Gegenseite eine schöne Einzelaktion von Kenney Morrison, ohne Erfolg. Dann muss je ein Spieler beider Teams in die Kühlbox, viel Platz auf dem Eis. Traumkombination der zweiten Reihe, Christopher Fischer scheitert, Kirsch trifft den Pfosten. Dann ist es endlich so weit, Williams ungedeckt am langen Pfosten hämmert er den Puck mit einer Direktabnahme ins kurze Eck, 0:3!

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Jeremy Williams verlängert erhöht kompromisslos auf 0:3. © Marc Thorwartl

Jetzt suchen die Heilbronner Falken die Vorentscheidung. Simon Thiel scheitert an Wölfe-Keeper Michael Bitzer. Dann ein Fehlpass von Noah Dunham im Abwehrdrittel, Andryukhov holt den nächsten 100-Prozentigen raus. Die Falken sollten ihr Glück nicht überstrapazieren, zumal es Powerplay für die Hausherren gibt. Die größte Chance hat da Judd Blackwater, der eine Scheibe abfängt, dann aber in Bitzer seinen Meister findet. Philipp Preto kommt von der Strafbank zurück - und muss gleich wieder raus. Eine Strafe der Marke „kann man, muss man nicht geben“. Dieses Powerplay besser, aber die Falken kämpfen aufopferungsvoll, lassen keinen Treffer zu. Es ist nicht zu glauben: Preto bekommt auch die nächste Strafe. Er vertändelt den Puck - und zieht das nächste Foul. Dreimal ab in die Kühlbox nacheinander, in der 11., 13. und 17. Minute, damit erweist er seinem Team einen Bärendienst. Aber die Unterländer verteidigen das 0:3. In der 40. Minute ist es dann Maschmeyer, der den Anschlusstreffer verhindert, weil er den Puck mit dem Bein auf der Linie blockt.

Heilbronner Falken geraten mächtig unter Druck

Die ersten Duftmarken im Schlussabschnitt setzen die Selber Wölfe. Das ist manchmal schon fahrlässig, wie die Heilbronner Falken bei der Abwehrarbeit agieren. Kaum haben sie sich wieder sortiert und starten Angriffe nach vorne, nehmen sie sich den Schwung wegen einer Strafe. Andryukhov wieder mit einem Monstersave, aber dann ist er geschlagen. Eine Einzelaktion im Powerplay sorgt für das 1:3, jetzt müssen die Heilbronner Falken aufpassen und mal wieder etwas Zählbares zustande bringen. Aber erneut sind es die Hausherren, die in Erscheinung treten.

Nochmals: das ist VIEL zu lässig, wie manche Heilbronner Falken nach hinten arbeiten. Die Unsicherheit ist förmlich spürbar, die Unterländer mit Zweikampf- und Bullyschwäche, hinzu kommen Fehlpässe, so bekommt man diese Partie womöglich nicht unbeschadet über die Zeit. Dann endlich wieder ein guter Angriff der Falken, doch Dunham scheitert. Immerhin, das setzt zusätzliche Energie frei, Doppelchance durch Tosto und Lautenschlager. Danach aber eine Strafe gegen die Heilbronner Falken, knapp sechs Minuten vor dem Ende, das ist fahrlässig. Selb nimmt eine Auszeit. Die Heilbronner Abwehr mächtig unter Druck, doch sie verhindern zusammen den Anschlusstreffer. Mit vereinten Kräften bringen sie letztendlich das 1:3 über die Zeit. Ein Erfolg, ohne zu glänzen, aber im Endeffekt zählen nur die drei Punkte.

„Wir hatten einen guten Start, doch Selb war offensiv viel stärker als noch am Mittwoch. Preto hat mit seinen drei Strafen im Mittelabschnitt dann den Selbern das Momentum geschenkt. Zum Glück hat Maschmeyer in der 40. Minute mit einer tollen Aktion den Anschlusstreffer verhindert“, erklärt Coach Morgan nach der Partie. Sein Gegenüber Hohenberger bemängelte die Chancenverwertung seines Teams: „Heute wäre für uns mehr drin gewesen, deshalb bin ich etwas enttäuscht.“

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