Brandgefährliches Powerplay

Falken bieten dem Spitzenreiter Kassel lange Zeit Paroli

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Yannik Valenti ist zurück bei den Heilbronner Falken.
  • Marc Thorwartl
    vonMarc Thorwartl
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Gegen den Liga-Primus aus Kassel können die Unterländer mit dem vollen Line-up antreten - und müssen sich erst im Penalty-Schießen geschlagen geben.

Der Letzte gegen den Ersten – in der DEL2 treffen die Heilbronner Falken heute Abend auf die Kassel Huskies. Von der Tabellenkonstellation also eine klare Sache. Allerdings ging bereits das erste Aufeinandertreffen beider Teams nur hauchdünn – die Hessen trafen 30 Sekunden vor dem Ende zum 4:3 – zugunsten der Schlittenhunde aus. Die Unterländer sind auch dieses Mal nicht gewillt, sich kampflos zu ergeben, drängen vielmehr auf eine Revanche.

Und da können sie auf neues Personal zurückgreifen. Vom Kooperationspartner Adler Mannheim ist Yannik Valenti wieder zu den Heilbronner Falken gestoßen. Der „Rookie des Jahres“ der vergangenen Saison soll nach seiner Verletzung jede Menge Spielpraxis sammeln – und wird bei denen ganz sicher im Powerplay gesetzt sein. Gerade auf seiner Außenposition hatten die Unterländer zuletzt Probleme bei numerischer Überlegenheit. Diese sollten mit den One-Timern von Valenti ab sofort wieder der Vergangenheit angehören.

Heilbronner Falken schlagen im Powerplay zurück

Michael Knaub hingegen wird den Heilbronner Falken fehlen. Er wurde vom Disziplinarausschuss der DEL2 für sein Foul bei der Niederlage in Bietigheim für fünf Spiele gesperrt. Laut Insider-Informationen war der Beschluss im Gremium gegen den 26-Jährigen einstimmig und Big Mike hat somit ausgiebig Zeit, über sein Fehlverhalten nachzudenken. Denn mit dieser Aktion hatte er seinem Team einen Bärendienst erwiesen. Wer weiß, wie die Partie ohne seine Fünfminutenstrafe ausgegangen wäre?

Florian Mnich hütet das Falken-Tor und macht einen fantastischen Job.

Im Tor vertraut Falken-Trainer Bill Stewart den Fangkünsten von Florian Mnich. Der hat anfangs gar nicht so viel zu tun, da die Heilbronner Falken wirklich nur ganz wenig zulassen. Was durchkommt, hat er sicher. Man merkt den Hessen zwar eine spielerische Überlegenheit an, doch immer gehen die Falken dazwischen. Es ist kein Klassenunterschied auszumachen. Bis er wieder kommt, der Fehler im Heilbronner Abwehrbereich. Niklas Länger mit einem Fehlpass direkt auf die Kelle von Ryon Moser lässt sich nicht zweimal bitten. Und nur 17 Sekunden später jubeln die Huskies erneut, die Unterländer einfach unsortiert. Sollten sie sich ihr gutes Spiel in der 14. Minute selbst zerstört haben? Nein, denn die Gäste bekommen eine Strafe. Valenti zieht ab - und trifft den Gästekeeper hart auf die Brustpanzerung. Dann muss der nächste Schlittenhund in die Kühlbox. 1:23 doppelte Überzahl für die Falken. 13 Sekunden sind davon gespielt, da macht Kevin Maginot das 1:2 und 21 Sekunden vor dem Ende trifft Justin Kirsch bei einfacher Überzahl zum 2:2. Was für ein Comeback. Pause.

Heilbronner Falken weiterhin hellwach

Diese beiden späten Tore sorgen für mächtig Verdruss bei den Kassel Huskies. Sie kommen mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch aus der Kabine - und nach wenigen Sekunden treffen sie nur den Pfosten. Aber die Heilbronner Falken machen das geschickt, nehmen das Tempo aus dem Spiel und kommen dann immer besser in selbiges. In der 31. Minute dann Powerplay für die Unterländer. Sie werden doch nicht schon wieder? Doch. Und wie. Sieben Sekunden dauert es, da trifft Stefan Della Rovere zum 3:2. Die Hessen jetzt richtig sauer, sie bauen unglaublich viel Druck auf. Mnich im Tor der Falken einfach überragend. Bis zur 37. Minute, da wird ein Schuss abgefälscht, es steht 3:3. Damit geht es in die Pause.

Die Huskies bauen im zweiten Drittel viel Druck auf.

Die Gäste wollen im letzten Abschnitt alles klarmachen. Und sie bekommen die ganz große Chance dazu, denn gleich zwei Heilbronner Falken müssen auf die Strafbank. 120 Sekunden doppelte Überzahl! Aber die verbliebenen Feldspieler machen einen unglaublichen Job, überstehen diese prekäre Situation unbeschadet. Danach geht die Partie hin und her. Die Hessen im Stil einer Spitzenmannschaft, doch immer wieder ist Mnich Endstation. Die Heilbronner Falken verteidigen mit allem, was sie haben. Und wirklich, sie bringen das Unentschieden über die Zeit und haben somit mindestens einen Punkt sicher.

In der Verlängerung gibt es Möglichkeiten für beide Mannschaften. Mnich entschärft einen Alleingang von Ryan Olsen. Keiner Mannschaft gelingt es, einen weiteren Treffer zu erzielen, der Sieger muss im Penalty-Schießen ermittelt werden. Dort trifft nur Lukas Laub für die Gäste, die damit 4:3 gewinnen.

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