1. echo24
  2. Sport
  3. Heilbronner Eishockey

Die Siegesserie der Heilbronner Falken hält auch beim EV Landshut

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Marc Thorwartl

Kommentare

In einer bis zum Schluss spannenden Partie gewinnen die Heilbronner Falken beim EV Landshut mit 6:3 und sichern den vierten Sieg in Folge.

Zum Verfolgerduell kommt es heute Abend, wenn die Heilbronner Falken beim EV Landshut antreten. Der Tabellensiebte zu Gast beim Achten - lediglich durch einen Punkt getrennt. Bei nur noch acht zu absolvierenden Spielen und immerhin vier Punkten Rückstand auf die Kassel Huskies, die derzeit den letzten direkten Playoff-Platz belegen - wobei die Hessen drei Spiele weniger absolviert haben - müssen die Heilbronner Falken gegen Landshut gewinnen, um noch eine Minimalchance auf den sechsten Platz zu haben. Gleiches gilt selbstverständlich auch für die Niederbayern.

Jason Morgan, Trainer der Heilbronner Falken, weiß genau, worauf es ankommt. „Wir müssen über die kompletten 60 Minuten aufmerksam sein.“ Aussetzer in der Verteidigung, wie zuletzt bei dem 3:1-Auswärtssieg in Selb, dürfen sich die Heilbronner Falken bei den offensivstarken Landshutern nicht erlauben, das wird sonst eiskalt bestraft. Immerhin können die Unterländer mit vollem Line-up antreten. Es laufen exakt dieselben Reihen auf, die drei Siege aus den letzten drei Spielen errungen haben.

Heilbronner Falken schlagen zweimal schnell zurück

Die Heilbronner Falken starten gut in die Partie, setzen die ersten, zaghaften Offensiv-Akzente, aber richtig gefährlich ist das nicht. Auch beim EV Landshut lautet die Devise „bloß keinen Fehler machen“, sodass in den ersten Minuten recht wenig Spektakuläres passiert. Beide Teams lauern auf den Fehler des Gegners. Den ersten machen die Heilbronner Falken. Missverständnis zwischen Philipp Preto und Arkadiusz Dziambor in der Abwehr, Sahir Gill kommt ganz allein vor Ilya Andryukhov zum Abschluss, 1:0. Die Freude über diesen Treffer währt aber nur 41 Sekunden, dann schlagen die Heilbronner Falken zurück. Christopher Fischer bringt die Scheibe vors Tor, Valentino Klos fälscht sie ab, 1:1. Das war die richtige und wichtige direkte Antwort.

Heilbronner Falken EV Landshut Eishockey DEL2 Valentino Klos
Valentino Klos zeigt eine überragende Vorstellung in Landshut. © Marc Thorwartl

Dann passiert lange Zeit nichts mehr, ein paar Möglichkeiten hüben wie drüben, aber die Keeper ohne Probleme. Bis er wieder kommt, der Fehler der Heilbronner Falken. Routinier Karl Fabricius mit einem Fehlpass im Angriffsdrittel, Yannik Valenti marschiert mit dem Puck übers Feld, halbherzige Defensivarbeit von Preto, ein strammer Schuss ins lange Eck, 2:1. Dieses Mal dauert es 61 Sekunden, bis die Heilbronner Falken zurückschlagen. Klos erkämpft sich eine eigentlich bereits verlorene Scheibe zurück, geht zum Tor, schießt, den Abpraller drückt Jeremy Williams über die Linie. Dann eine ganz starke Phase der Gastgeber. Sie schnüren die Heilbronner Falken ein, treffen Latte und Pfosten, weil nur Williams und Klos Gegenwehr leisten, der Rest ihrer Linie eher untätig zusieht. 47 Sekunden vor der Pause gibt es die erste Strafe. Gegen Landshut, die Heilbronner Falken mit Powerplay. Ohne Folgen, mit 2:2 geht es in die Pause.

Doppelschlag der Heilbronner Falken, aber der EV Landshut mit schnellem Anschlusstreffer

Vielleicht geht ja für die Heilbronner Falken etwas in der Überzahl zu Beginn des zweiten Drittels? Nein, nach 43 Sekunden erhält Simon Thiel die erste Strafe für die Unterländer. Eine unbeabsichtigte Kollision mit dem EVL-Keeper, aber die Strafe ist gerechtfertigt. In Unterzahl rettet Andryukhov mit dem Fanghandschuh gegen EVL-Topscorer Marco Pfleger. Das Powerplay des EVL überstehen die Falken unbeschadet, doch die Hausherren jetzt mit mehr Spielanteilen. Auch, weil die Fehlpassquote im Falken-Spiel steigt und zudem zu viele Zweikämpfe und Bullys verloren gehen. Und dann - völlig aus dem Nichts - das Tor für die Heilbronner Falken. Brock Maschmeyer bringt die Scheibe vors Tor, Judd Blackwater fälscht unhaltbar ab. Nur 55 Sekunden später ein Scheibengewinn von Klos, ein Traumpass in den Lauf von Stefan Della Rovere, der das 2:4 macht. Dieses Mal schlagen aber die Niederbayern zurück. Ein Schuss trifft Moritz Wirth in den Rücken, von dort fällt der Puck genau vor die Kelle von Maximilian Forster, 3:4 - lediglich 27 Sekunden später.

Heilbronner Falken EV Landshut Eishockey DEL2 Stefan Della Rovere
Stefan Della erzielt die erstmalige Führung der Falken. © Marc Thorwartl

Kurz darauf MUSS eigentlich das 4:4 fallen, aber Andryukhov mit zwei Rettungstaten im Sekundentakt für die Heilbronner Falken. Nach dem Powerbreak gibt es einen Torhüterwechsel bei den Gastgebern. Die Unterländer versuchen, daraus Kapital zu schlagen, schießen gleich aus jeder Situation auf den kalten Goalie, aber der pariert. Auf der anderen Seite rückt immer mehr Andryukhov in den Mittelpunkt, der sich wieder in Bestform präsentiert. Der Druck der Hausherren nimmt jetzt kontinuierlich zu. Die Falken agieren manchmal richtig fahrlässig in der Abwehrzone. Zum Glück kommt die Pausensirene. Das werden noch ganz schwere 20 Minuten im letzten Drittel.

Heilbronner Falken machen den Deckel drauf

Es ist zu erwarten, dass der EV Landshut mit viel Tempo aus der Kabine kommt. Für die Heilbronner Falken wird es darum gehen, diese Drangphase unbeschadet zu überstehen und bestenfalls selbst einen weiteren Treffer nachzulegen. Und wirklich, sie schaffen es! Williams aus der Drehung zum 3:5. Aber die Schiedsrichter gehen zum Videobeweis - und nehmen das Tor zurück. Das ist eine harte Entscheidung, da wurden schon ganz andere Treffer für gültig erklärt. Drei Minuten später gibt es dann aber keinen Zweifel mehr am Tor für die Falken, Justin Kirsch düpiert Keeper Olafr Schmidt aus spitzestem Winkel durch die Beine zum 3:5.

Heilbronner Falken EV Landshut Eishockey DEL2 Luca Tosto
Luca Tosto setzt den Schlussstrich unter die Partie. © Marc Thorwartl

Es ist zum ersten Mal in dieser Partie, dass nicht die andere Mannschaft prompt auf einen Treffer reagiert und zurückschlägt. Zehn Minuten sind noch zu spielen. Dann bringt Wirth seinen eigenen Keeper durch einen Fehlpass in Bedrängnis. Die Falken MÜSSEN weiter konzentriert bleiben, das Ding ist noch lange nicht durch! Langsam läuft die Zeit herunter, fast vier Minuten vor dem Ende nehmen die Hausherren bereits den Keeper für einen weiteren Feldspieler vom Eis. Das nutzt Tosto zum 3:6 ins verwaiste Tor. Die Siegesserie der Heilbronner Falken erhöht sich auf vier Spiele.

„Was mir im ersten Drittel gefallen hat, war, dass wir immer sofort zurückgeschlagen haben, wenn Landshut einen Treffer erzielt hat. Es war eine ausgeglichene Partie. Ein Extralob geht an meinen Goalie, der heute unglaublich gehalten hat“, erklärt Coach Morgan. EVL-Coach Heiko Vogler konnte Entwarnung bei seinem Keeper geben: „Er hat mir im Powerbreak erklärt, dass er ein wenig Nackenschmerzen hat, seine Auswechslung war eine reine Vorsichtsmaßnahme.“

Auch interessant

Kommentare