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Horror-Nachricht: Wegen Coronavirus sagt die DEL2 die Saison ab 

Horror-Nachricht: Wegen Coronavirus sagt die DEL2 die Saison ab 
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Ausgejubelt: Die Heilbronner Falken werden ihre Erfolgsgeschichte in den Playoffs nicht fortsetzen können. 
  • Marc Thorwartl
    VonMarc Thorwartl
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Nach der Anordnung mehrerer Bundesländer, keine Großveranstaltungen zuzulassen, beendet die Liga die Saison und schickt die Vereine frühzeitig  in die Sommerpause

  • DEL2-Saison ist beendet.
  • Falken-Trainer Alexander Mellitzer ist sprachlos.
  • Das Team reagiert geschockt.

DEL2-Entscheidung folgt der offiziellen Empfehlung

Update vom 10. März: Jetzt ist es offiziell: Vor wenigen Minuten hat die DEL2 den Beschluss bekanntgegeben, die aktuelle Saison vorzeitig zu beenden. Wegen der Corona-Problematik sah die Liga keine andere Möglichkeit, als so zu handeln. "„Gerade in Folge einer so spannenden und sportlich extrem ausgeglichenen Saison, wie wir sie in der Hauptrunde erleben durften, tut uns dieses vorzeitige Ende der Saison weh und wir bedauern dies für die gesamte DEL2-Familie", erklärt DEL2-Geschäftsführer René Rudorisch. 

Grund für die Absage waren die Verfügungen weiterer Bundesländer, Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Besuchern zu untersagen.  Die DEL2 folgt damit den offiziellen Empfehlungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie Gesundheitsminister Jens Spahn und reagiert zugleich auf die örtlichen Behörden und deren Entscheidungen. Eine Saison, die endet, bevor sie ihren Höhepunkt erreicht. Gleiches gilt für die HEC Eisbären Heilbronn in der Eishockey-Regionalliga Südwest (RLSW), die bereits im Finale um die Meisterschaft standen.

Geschockte Falken-Spieler und Offizielle

"Katastrophe, ich bin sprachlos" - so lautet Falken-Trainer Alexander Mellitzers erste Reaktion auf die Schreckensnachricht. Akribisch hatte er seine Mannschaft auf den Saisonhöhepunkt - die Playoffs - vorbereitet, hätte womöglich den größten sportlichen Erfolg der Käthchenstädter im vergangenen Jahrzehnt erreicht - alles für die Katz. 

Die Spieler selbst waren kaum in der Lage, ihre Gefühle in Worte auszudrücken. "Unglaublich", oder "Ich bin total schockiert" - mehr war nicht zu vernehmen. Auch für sie ist ein Traum geplatzt. Besonders bitter ist das erzwungene Saisonende für Kapitän Derek Damon, der die Mannschaft so stark gemacht hatte. Vermutlich ist es die letzte Spielzeit seiner aktiven Karriere gewesen. Und die hatte so ein Ende nicht verdient. 

Corona-Verdachtsfall: Das war es dann wohl mit den DEL2-Playoffs

Originalmeldung vom 10. März: Noch am Dienstagvormittag äußerte sich René Rudorisch, Geschäftsführer der DEL2, gegenüber echo24.de gedämpft optimistisch: "Stand jetzt starten die Playoffs und Playdowns der Liga wie geplant am Freitag." Allerdings schiebt er auch gleich hinterher: "Aber alles ist möglich, von weiterspielen mit weniger Zuschauern über Verkürzung der K.-o.-Runde, gegebenenfalls bis hin zur frühzeitigen Beendigung der Saison." 

Für René Rudorisch, Geschäftsführer der DEL2, bedauert das frühzeitige Saisonende, sah aber keine andere Möglichkeit. 

Der Grund für die Unruhe: das Corona-Virus. Nicht nur die Fans der Heilbronner Falken sind gespannt auf die kommenden Tage. Rudorisch: "Die Liga steht in ständigem Austausch und bewertet die Entwicklung täglich aufs Neue." Für die in der DEL2 spielenden Vereine wird es primär darum gehen, die wirtschaftliche Situation abzuwägen, den Schaden möglichst gering zu halten. Rudorisch: "Wir müssen abschätzen, was den Vereinen am wenigsten schadet." Wohin die Reise führt, zeigt vielleicht, dass es seit heute ist nicht mehr möglich, im Vorverkauf für die Playoffs der Heilbronner Falken gegen die Tölzer Löwen Karten im Internet zu bestellen. 

Corona-Virus: befürchten Länderparlamente Regressansprüche?

Warum wird die Runde nicht von oberster Stelle, also aus Regierungskreisen abgesagt und warum handhaben dies Regierungen von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich? Vermutlich wegen Regressansprüchen. Wenn die Landesparlamente Massenveranstaltungen einschränken, beispielsweise nur noch weniger Besucher zulassen, dann wird so mancher Veranstalter von sich aus gezwungen sein, das geplante Event abzusagen, weil es sich nicht mehr rechnet - dann kann er auch keine Ansprüche stellen.

Rudorisch: "Der Spielbetrieb ist bisher noch nicht verboten. Doch wir müssen weiterdenken. Was passiert beispielsweise, wenn sich ein Spieler ansteckt? Was ist dann mit ihm, seinem Team, den Familien der Spieler?" Wenn er zu diesem Zeitpunkt gewusst hätte, dass das fast schon prophetische Äußerungen sind, er hätte sie wohl nicht getätigt.

Corona-Virus in der DEL2 bei den Lausitzer Füchsen

Denn am Mittag bestätigten sich die schlimmsten Befürchtungen. Da vermeldete das Fachmagazin Eishockey News, dass es im Team der Lausitzer Füchse - ebenfalls ein DEL2-Verein - zu einem ersten Corona-Verdachtsfall gekommen ist. "Möglicherweise müssen Teile unserer Mannschaft für zwei Wochen unter Quarantäne gestellt werden", zitiert das Magazin den Füchse-Geschäftsführer Dirk Rohrbach.

Spätestens wenn sich der Verdacht bestätigt und die Spieler unter Quarantäne gestellt werden, dann ist an eine Durchführung der K.-o.-Runde nicht mehr zu denken. Mit einer logischen Konsequenz: Die Saison wird für beendet erklärt. Spätestens dann dürfte es Ersatzansprüche hageln. Nur gegen wen? Was ist mit den ambitionierten Oberligisten, die unbedingt in die DEL2 aufsteigen wollen? Derzeit ist nur eines sicher: Wenn es zur Absage kommt, dann wird es ein heißer Sommer.