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Der Doppelschlag im Mitteldrittel bringt die Falken aus der Spur

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Von: Marc Thorwartl

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Heilbronner Falken Ravensburg Towerstars Eishockey DEL2 Leon Fern Charlie Sarault
Leon Fern im Duell mit Charlie Sarault. © Marc Thorwartl

Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche treffen die Unterländer auf die Oberschwaben. Dieses Mal bleibt die Überraschung jedoch aus, Ravensburg gewinnt mit 5:1.

Genau eine Woche ist es her, da gewannen die Heilbronner Falken in der DEL2 daheim gegen den Spitzenreiter Ravensburg Towerstars mit 3:2 nach Verlängerung. Die Oberschwaben verloren dadurch ihre Spitzenposition kurzfristig an die Löwen Frankfurt, holten sich diese am Donnerstag aber wieder zurück. Jetzt kommt es zum erneuten Aufeinandertreffen zwischen den Unterländern und den Ravensburgern, dieses Mal in der Puzzle-Stadt. Und wieder ist die Ausgangsposition ähnlich.

Während die Ravensburg Towerstars nahezu mit einem kompletten Kader antreten können, müssen die Heilbronner Falken erneut auf viele Akteure verzichten. Da der Kooperationspartner Adler Mannheim kurzfristige Ausfälle zu beklagen hatte, sind Verteidiger Philipp Preto und Stürmer Valentino Klos heute in der Kurpfalz an der Scheibe. Falken-Trainer Jason Morgan stehen exakt drei Reihen zur Verfügung, wobei er mit Kenney Morrison in der Verteidigung einen Rückkehrer begrüßen kann. Das Tor hütet Neuzugang Ilya Andryukhov, der ja bereits am Donnerstag gegen Bayreuth so exzellent gehalten hatte. Aber keine Frage, klarer Favorit in dieser Begegnung sind die Ravensburg Towerstars.

Heilbronner Falken können sich vom Druck befreien

Die zeigen sofort, dass sie hier ihrer Favoritenrolle gerecht werden wollen. In den ersten beiden Minuten ist die Scheibe wirklich nur im Abwehrdrittel der Heilbronner Falken. Aber richtig gefährlich wird es nicht, weil die Unterländer eine gute Defensivarbeit verrichten. Die erst gute Chancen für die Falken hat dann Morrison, der mit einem Blueliner scheitert. Jetzt sind die Gäste besser im Spiel, Julian Lautenschlager wartet einen Tick zu lange, sodass sein Schuss noch abgefälscht wird.

Die größte Chance für die Gastgeber hat in der 13. Minute Andreas Driendl, der allein vor Andryukhov auftaucht, aber ebenso an ihm scheitert, wie kurz darauf Georgiy Saakyan aus spitzem Winkel. Die Heilbronner Falken setzen immer wieder kleine Nadelstiche, sehr gut dabei erneut die dritte Reihe, die allerdings etwas zu hektisch die Chance versemmelt. Die Oberschwaben dann mit Pech, ein Gewaltschuss landet am Pfosten, den Rebound sichert der Falken-Goalie. In der 18. Minute wird Judd Blackwater von Jeremy Williams geschickt, der leider nur die Latte trifft. Mit einem gerechten 0:0 geht es in die Pause. „Wir sind nicht richtig wach und spielen nicht als Team“, erklärt Driendl im Pauseninterview.

Doppelschlag gegen die Heilbronner Falken

Im zweiten Drittel erhöhen die Hausherren die Schlagzahl. Die Heilbronner Falken kommen kaum geordnet aus dem Abwehrdrittel, werden dort fast schon eingekesselt. Zwangsläufig ergeben sich Chancen für Ravensburg, doch Andryukhov ist immer da. Es dauert knappe acht Minuten, dann kommen die Heilbronner Falken erstmals gefährlich vors Tor. Justin Kirsch scheitert zweimal, Williams hat auch eine gute Einschussmöglichkeit. In der 30. Minute dann die erste Strafe der Partie. Ein Ravensburger muss raus, Powerplay für die Heilbronner Falken. Da hat Morrison eine gute Chance, scheitert aber an den Torhüter-Schonern.

Und dann kommt sie wieder, die Kette von Fehlern in der Abwehr der Heilbronner Falken. Brock Maschmeyer vertändelt eine sichere Scheibe, dann haben zwei weitere Falken die Möglichkeit, die Scheibe aus dem Drittel zu spielen. Das gelingt nicht, Schuss, Tor. Nur kurze Zeit später wieder zu passive Abwehrarbeit der Falken, Pass in den Slot, Schuss, 2:0. Die Oberschwaben haben innerhalb 129 Sekunden eine Vorentscheidung erzielt. Auch in der Folgezeit geben sie den Ton an, Andryukhov hält aber alles. Lautenschlager gibt die Marschrichtung für die letzten 20 Minuten vor: „Beim zweiten Gegentor sind wir wild im eigenen Drittel herumgelaufen, haben die Positionen nicht gehalten. Wir müssen Gas geben und wollen noch mindestens zwei Tore erzielen.“

Schnelles Gegentor beendet die Hoffnungen der Heilbronner Falken frühzeitig

Diese Hoffnung ist schnell Makulatur. Keine zwei Minuten sind gespielt, da steht es 3:0. Ganz schlechte Defensivarbeit der Heilbronner Falken. Jetzt lassen der Glaube an einen möglichen Sieg und die Kräfte bei den Unterländern sichtlich nach. Hinten fällt jeder Schritt zusehends schwere, das Aufbauspiel wird zerfahrener, immer häufiger ermöglichen Fehlpässe den Gastgebern den Scheibenbesitz. Das 4:0 ist die logische Konsequenz - trotz eines verschobenen Tores numerischer Überlegenheit vor dem Tor und Videobeweises. Jetzt ist die endgültige Entscheidung gefallen.

Eines muss man den Heilbronner Falken allerdings lassen: Sie geben nicht auf, wollen unbedingt eine Resultatsverbesserung. Die gelingt, Williams macht das 1:4 aus Heilbronner Sicht. Das bringt allerdings nicht viel, da die Hausherren postwendend - im Stile einer Spitzenmannschaft - das 5:1 nachlegen. In der 56. Minute dann die zweite Strafzeit - erneut gegen die Towerstars, gelingt das zweite Tor? Justin Kirsch ist ganz nah dran, ansonsten ist dieses Überzahlspiel unterirdisch. 84 Sekunden vor dem Ende die erste Strafe gegen die Heilbronner Falken. Ohne weitere Folgen, die Partie endet mit 5:1 für die Oberschwaben. Etwas zu hoch ausgefallen, nach der guten Leistung der Falken in den ersten 34 Minuten. Am verdienten Sieg der Oberschwaben gibt es aber nichts zu diskutieren.

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