Unnötig wie ein Kropf

Tölzer Löwen triumphieren beim Duell der Mini-Kader gegen die Falken

  • Marc Thorwartl
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Durch ihre eigenen Undiszipliniertheiten befördern sich die Unterländer bei den Oberbayern auf die Verliererstraße.

Wer bietet weniger? Unter diesem Motto könnte die heutige Partie der Heilbronner Falken bei den Tölzer Löwen stehen. Denn beide Mannschaften müssen mit einem extrem kleinen Kader auskommen. Die Gastgeber haben gerade einmal acht Stürmer und fünf Verteidiger, können somit nicht einmal drei komplette Reihen aufbieten. Bei den Falken ist es nicht viel besser. Fünf Verteidiger und zehn Stürmer sind nach Tölz angereist, wobei Falken-Trainer Jason Morgan - der gestern Geburtstag feierte - Luke Volkmann als Verteidiger auflaufen lässt, sodass er mit exakt drei Reihen spielen kann.

Überraschung bei den Heilbronner Falken auf der Torhüter-Position. Arno Tiefensee, der am Freitag beim 4:0-Erfolg gegen die Dresdner Eislöwen noch einen Shut-out feiern durfte, ist heute Abend beim Kooperationspartner Adler Mannheim als zweiter Torhüter. Dafür darf Florian Mnich Spielpraxis bei den Heilbronner Falken in der DEL2 sammeln. Ein gutes Omen? Immerhin stand Mnich auch vergangene Woche beim Sieg in Ravensburg im Kasten.

Heilbronner Falken viel zu undiszipliniert

Irgendwie erinnert die Partie auch an ein Ehemaligen-Treffen. Mit Marcus Götz und Ian Brady stehen zwei Akteure, die vergangene Saison noch bei den Heilbronner Falken spielten, heute für die Tölzer Löwen auf dem Eis. Dafür ist Kenney Morrison von den Oberbayern an den Neckar gewechselt. Klar, dass diese drei Akteure besonders heiß auf die Partie sind. Die beginnt mit etwas Verspätung, da die Heilbronner Falken in einer Vollsperrung auf der Autobahn steckten. Trotzdem kommen sie besser in die Partie. Luke Volkmann vergibt für die Heilbronner Falken in der vierten Minuten einen Penalty. Kurz darauf erstes Powerplay der Unterländer, Jeremy Williams scheitert an der Latte.

Brock Maschmeyer leistet sich in der 16. Minute ein übles Foul und erhält eine Matchstrafe.

Dann wird es brenzlig. Noah Dunham foult, die Schiedsrichter bemühen den Videobeweis - und geben fünf Minuten. Aber das Penalty-Killing der Falken erneut erstklassig, nur ein Schuss kommt durch, den hat Mnich sicher. Kaum wieder komplett, übernehmen die Unterländer das Kommando. Julian Lautenschlager scheitert mit einer Großchance. Dann der nächste Knaller. Brock Maschmeyer hämmert Grant Besse von hinten in die Bande - und kassiert eine Matchstrafe. Das ist einfach nur dämlich, weitere fünf Minuten Unterzahl! Die Falken bringen das 0:0 in die Pause, starten aber ins zweite Drittel mit noch 55 Sekunden Unterzahl.

Heilbronner Falken geraten schnell in Rückstand

Die überstehen die Heilbronner Falken unbeschadet, doch in der 22. Minute fällt das 1:0. Nach katastrophalem Fehler von Filip Hadamczik, der seinen Gegenspieler sträflich alleine lässt. Die Strafe für die schlechte Chancenverwertung im ersten Drittel - und die Disziplinlosigkeit. Ach ja, zwei weitere Strafminuten für Heilbronn, Lautenschlager muss raus. Und dieses Mal klingelt es im Kasten, 2:0, das war überfällig. Tölz am Drücker, die Falken völlig ungeordnet, mit Mnich und viel Glück bleibt es beim 2:0.

Als Julian Lautenschlager auf der Strafbank sitzt, erzielt Tölz das 2:0.

Dann wie aus dem Nichts der Anschlusstreffer. Morrison mit dem Hammer von der blauen Linie, Dunham fälscht ab, nur noch 2:1. Doch gleich danach wieder Unterzahl der Heilbronner Falken, immerhin ohne Folgen. Dann ein Blackout der Schiedsrichter. Götz knallt Fabricius den Schläger ins Gesicht, der blutet, verschwindet in den Katakomben bei der medizinischen Abteilung, wird genäht. Der Referee steht daneben - und macht nichts! Dafür schickt er Morrison wegen einer Nichtigkeit auf der anderen Seite in die Kühlbox - acht Sekunden vor deren Ablauf zappelt die Scheibe im Netz, 3:1. Verdient, angesichts der vielen Tölzer Chancen, aber letztendlich haben die Heilbronner Falken die Löwen selbst stark gemacht.

Heilbronner Falken mit viel Druck, aber ohne Erfolg

Die beste Nachricht zu Beginn des letzten Drittels: Fabricius kann bei den Heilbronner Falken wieder mitspielen. Und die Gäste jetzt auch mit richtig viel Druck in Richtung Tölzer Tor. in der 43. Minute verkürzt Simon Thiel aus der Drehung zum 2:3. Dann endlich mal Powerplay Falken. Das ist richtig gut, bis die Schiedsrichter wieder eingreifen und Morrison für was auch immer auf die Strafbank schicken. Dann wieder Überzahl Heilbronner Falken. Mehrfach liegt der Ausgleich in der Luft, aber das Flache will nicht in das Eckige.

So langsam läuft den Heilbronner Falken die Zeit davon. Die Moral stimmt, sie sind es, die diesem Drittel den Stempel aufdrücken. Coach Morgan nimmt Mnich zugunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis. Doch das Überzahlspiel hat heute nicht die gewünschte Durchschlagskraft. Es bleibt beim 3:2 für die Löwen. Die Heilbronner Falken haben entscheidenden Eigenanteil an dieser Niederlage.

Rubriklistenbild: © Marc Thorwartl

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