Gnadenlose Effizienz

Heilbronner Falken zerlegen den EHC Freiburg im zweiten Drittel

  • Marc Thorwartl
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Eine Partie, in der es für beide Teams um viel geht. Am Ende gewinnen die Unterländer mit 7:3 und können weiter nach oben blicken.

Die Heilbronner Falken wollen heute Abend im Spiel beim EHC Freiburg den Aufwärtstrend des vergangenen Wochenendes fortsetzen und in der Tabelle weiter Boden gutmachen. Allerdings kann Falken-Trainer Jason Morgan dieses Mal nicht auf vier Sturmreihen bauen, da Valentino Klos beim Kooperationspartner Adler Mannheim in der DEL am Start ist. Somit haben die Unterländer nur elf Stürmer im Aufgebot.

Auch in der Verteidigung der Heilbronner Falken muss der kanadische Coach umstellen. Denn Philipp Preto ist heute ebenfalls für die Kurpfälzer an der Scheibe. Dafür sind die beiden von den Jungadlern nachlizenzierten Malte Krenzlin und Lukas Bender mit an Bord, sodass die Heilbronner Falken drei komplette Verteidigungsreihen aufbieten können. Der EHC Freiburg hingegen tritt mit vollem Line-up auf. Die Badener, in den vergangenen zwei Saisons im vorderen Tabellenfeld angesiedelt, sind diese Saison noch nicht richtig in Schwung gekommen. Und wenn es nach den Heilbronner Falken geht, dann darf das heute auch gerne so bleiben.

Heilbronner Falken treffen im Powerplay

Die gute Nachricht im ersten Drittel: Die Heilbronner Falken kassieren dieses Mal nicht einen schnellen Gegentreffer. Anfangs haben sie mehr Probleme mit dem Eis als mit dem EHC Freiburg. Die Pucks verspringen, hüpfen vom Schläger, finden ihren Anspielpartner nicht. Erstmals gefährlich wird es in der fünften Minute. Ein langer Pass aus der EHC-Abwehr, Alleingang Simon Danner, doch er kann die Chance nicht nutzen. Im Gegenzug Foul der Breisgauer, Powerplay Heilbronner Falken, und mit einem Billardtor sorgt Justin Kirsch für das 1:0 aus Heilbronner Sicht.

Das Tor der Heilbronner Falken macht die Partie aber nicht unbedingt besser. Viele Stockfehler auf beiden Seiten, das Eis ist eine Katastrophe, vielfach rutschen die Profis einfach aus. In der 18. Minute dann ein ganz schlechter Wechsel der Unterländer, die Zuordnung in der Abwehr stimmt nicht, das nutzen die Freiburger zum 1:1. Julian Lautenschlager ist so sauer über den Treffer, dass er sich kurz danach zu einem Foul hinreißen lässt. Überzahl der Hausherren, aber ohne Erfolg, mit 1:1 geht es in die Kabine.

Kenney Morrison mit dem Dosenöffner für die Heilbronner Falken

Das zweite Drittel startet mit mehr Tempo. Luca Tosto profitiert von einem Fehlpass der Freiburger, doch der Stürmer der Heilbronner Falken scheitert am Pfosten. Dann lässt sich Brock Maschmeyer von einer Körpertäuschung austricksen, Freiburg macht das 2:1. Nur eine Minute später ist Falken-Neuzugang Christian Obu desorientiert, lässt Sofiene Bräuner nicht nur einmal schießen, sondern auch zwei Rebounds von ihm zu, bis die Scheibe drin ist. Geht für die Heilbronner Falken vielleicht im Powerplay etwas? Nein, die Überzahl verpufft, ohne eine einzige Chance.

Zum Glück gibt es gleich eine weitere Überzahl. Dieses Mal dauert es 22 Sekunden, da macht Kenney Morrison mit einem Hammer von der blauen Linie das 3:2. Das ist der Dosenöffner. Nächster Angriff, Kirsch kommt über die linke Seite, zieht trocken ab, 3:3. Jetzt die Heilbronner Falken nur noch im Vorwärtsgang. Luke Volkmann versenkt den Puck im Rutschen zum 3:4! Freiburgs Coach nimmt eine Auszeit. Ohne Erfolg. Lautenschlager gewinnt das Laufduell, Schuss, 3:5. Dieser Treffer bedeutet das Ende des Arbeitstages von EHC-Keeper Patrik Cerveny. Nachfolger Luis Benzing wird eiskalt erwischt, Noah Dunham trifft mit freundlicher Unterstützung der EHC Abwehr zum 3:6. Fünf Tore in 326 Sekunden - das ist eine gnadenlose Effizienz.

Heilbronner Falken überstehen prekäre Situation und lassen nichts mehr anbrennen

Wenn der EHC Freiburg hier noch etwas reißen möchte, dann benötigt er ein schnelles Tor im letzten Drittel. Die Chance bekommen die Breisgauer, denn Morrison erhält eine fünfminütige Strafe. Doch die Heilbronner Falken verteidigen das mit ganz viel Herzblut. Spätestens als der EHC dann selbst eine Strafe kassiert, ist diese prekäre Situation schadlos überstanden.

Bereits fünf Minuten vor dem Ende riskiert Freiburgs Coach Robert Hoffmann alles, nimmt den Keeper zugunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis. Das nutzt Tosto mit einem Schuss ins leere Tor von der eigenen Abwehrzone zum 3:7, jetzt ist die Messe hier endgültig gelesen. Die Falken gewinnen mit 7:3 im Breisgau und festigen ihren Platz auf einem direkten Playoff-Platz. „Ein besonderes Lob geht an meine jungen Spieler - und hier vor allem die Stürmer der vierten Reihe“, sagt Trainer Morgan nach der Partie. „Wir haben heute unsere Offensiv-Chancen endlich auch mal genutzt.“

VereinEHC FreiburgHeilbronner Falken
TrainerRobert HoffmannJason Morgan
SpielstätteEchte Helden ArenaEisstadion am Europaplatz
Zuschauerkapazität3.5004.000

Rubriklistenbild: © Marc Thorwartl

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